Die gute Nachricht für alle, die der Sonne entfliehen wollen
PCGamer hat sein perfektes Sommerspiel gefunden: einen tschechischen U-Bahn-Horror mit widerlicher Grundstimmung. Rancid vibes only. Es ist keine Strandparty, sondern eine Horrorgeschichte über Zugführer, die bei brütender Hitze für Frösteln sorgt.
Wer steckt dahinter?
Entwickelt wird das Spiel von Kolej Games, einem Studio aus Prag, gegründet 2017 von zwei ehemaligen Lokführern und einem Programmierer. Vorher veröffentlichten sie Depot 17 (2019), eine Simulation eines Eisenbahn-Betriebswerks, und Stadtbahn (2021), einen Straßenbahn-Simulator. Beide Titel erreichten bei Enthusiasten überwiegend positive Bewertungen. Depot 17 verkaufte sich rund 80.000 Mal auf Steam. Das Team wuchs auf zwölf Personen an. Für den Horror-Teil holten sie den Drehbuchautor Filip Kratochvíl ins Boot, der zuvor am tschechischen Indie-Horror Sleepwalkers (2022) mitwirkte.
Was steckt hinter dem Magenbrecher?
Das Team hat eine komplette fiktive U-Bahn bis ins absurdeste Detail nachgebaut. Die Simulation geht so tief, dass man das Gefühl bekommt, wirklich Schicht in Prag zu schieben, nur mit grauenvollen Vorfällen im Tunnel. Drückende Enge, mechanische Präzision und psychologischer Horror erzeugen eine Atmosphäre, die den Magen umdreht.
Frühere Releases und die Entwicklungsgeschichte
Das aktuelle Projekt trägt den Arbeitstitel Prager Metro: Schicht im Schacht, kein direkter Nachfolger, sondern ein neuer Ansatz. 2024 veröffentlichte Kolej Games eine Demo unter dem Namen Depot 17: U-Bahn, eine standalone Erweiterung, die nur die Simulator-Mechanik testete. Die Horror-Elemente kamen erst 2025 hinzu, nachdem die Community auf Foren vorschlug, „etwas Unheimliches“ in die leeren Tunnel einzubauen. Die Entwicklung dauerte drei Jahre und kostete rund 1,2 Millionen Euro. Gefördert wurde das Projekt vom tschechischen Kulturfonds und durch eine Steam Early-Access-Kampagne.
Warum gerade jetzt der perfekte Release ist
Sommer 2026: Draußen klebt die Luft, drinnen sitzt man vor dem Bildschirm. Dieses Spiel bietet den maximalen Kontrast zur sonnigen Jahreszeit. Statt Sonne: tristes Neonlicht in verlassenen U-Bahn-Schächten. Statt Urlaubsleichtsinn: die panische Angst, dass der nächste Zug nie kommt. PCGamer nennt es passend „stomach-churning“, ein Horrorspiel, das nicht auf Jump-Scares setzt, sondern auf eine tiefe, detailverliebte Simulation.
Branchenkontext: Horror-Simulationen
Das Genre „Simulator-Horror“ wächst: My Summer Car (mechanischer Alltagshorror), The Long Drive (öde Roadtrip-Alpträume) und Pacific Drive (Auto-Survival) zeigen, dass akribische Details Angst machen. Ein direkter Vorbote für Kolej Games war Subway Simulator: Moscow (2022) von Astragon, ein reiner Simulator ohne Horror, aber mit hohem Detailgrad. Prager Metro geht weiter: Es nutzt Echtzeit-Beleuchtung und Physik, und es simuliert Fahrpläne samt Störungen. Auf Steam stehen über 50.000 Wunschlisten. Die Demo auf der Steam Next Fest im Juni 2024 testeten mehr als 50.000 Spieler. Der Release ist für den 25. August 2026 geplant, der Preis beträgt 24,99 Euro.
Eine letzte Beobachtung
Vielleicht ist das der geheime Schlüssel zum perfekten Sommer-Spiel: etwas so Abstoßendes und Beklemmendes, dass man die eigene Hitze draußen vergisst. Ich melde mich krank, und mache Überstunden in der virtuellen U-Bahn.