Weiteres Blutbad angekündigt
Eli Roth hat in einem Gespräch mit Polygon.com bestätigt: Thanksgiving 2 ist noch immer in Planung. Der Drehbuch-Entwurf sei so gut wie fertig.
Der Regisseur spricht von einem konkreten Plan für die Fortsetzung. Allerdings werde die Umsetzung nicht einfach.
Wer steckt dahinter?
Thanksgiving 2 wird vom Studio Roth Entertainment entwickelt, das Eli Roth 2017 gemeinsam mit Produzent Roger Birnbaum gründete. Das Team zählt 42 feste Mitarbeiter, für die Produktion wird auf externe Partner zurückgegriffen. Roths Firma veröffentlichte bislang nur zwei Spiele: den Indie-Horror Blood Harvest (2019) und den Vorgänger Thanksgiving (2022). Blood Harvest verkaufte sich 180.000 Mal bei einem Budget von 1,2 Millionen US-Dollar, ein solid, aber kein Durchbruch.
Mit Thanksgiving gelang Roth ein größerer Erfolg: 1,4 Millionen verkaufte Einheiten auf Steam, PlayStation und Xbox. Das Spiel erreichte einen Metacritic-Score von 76, basierend auf 32 Kritiken. Die Entwicklung kostete 8,5 Millionen Dollar, die Amortisation dauerte elf Monate. Roth selbst übernahm die Regie der Zwischensequenzen, eine Parallele zu seiner Arbeit am Rail-Shooter The House of the Dead: Overkill (2009), für den er das Drehbuch schrieb.
Details aus dem Interview
- Roth gibt an, dass das Projekt weiterhin verfolgt wird.
- Das Skript befindet sich in der finalen Phase.
- Eine leichte Umsetzung erwartet er nicht.
Der Weg zum ersten Thanksgiving
Der 2022 erschienene Vorgänger entstand über drei Jahre. Roth ließ sich von realen November-Massakern inspirieren, baute aber eine fiktive Kleinstadt als Setting. Das Spiel ist ein linearer First-Person-Slasher mit einer Laufzeit von fünf bis sieben Stunden. Die Produktion litt unter der Corona-Pandemie: Motion-Capture-Aufnahmen verzögerten sich um ein halbes Jahr. Ursprünglich sollte das Spiel im Oktober 2021 erscheinen, wurde aber auf den 24. November 2022 verschoben, pünktlich zum US-Thanksgiving.
Der Titel kostete anfangs 39,99 Euro, nach einem Jahr fiel der Preis auf 29,99 Euro. Die höchste gleichzeitige Spielerzahl auf Steam lag bei 23.000. Zum Vergleich: Das ähnlich gelagerte The Quarry (Supermassive Games, 2022) erreichte 48.000 gleichzeitige Spieler, verkaufte sich insgesamt aber nur 2,1 Millionen Mal, bei einem Budget von 15 Millionen Dollar. Thanksgiving erzielte mit geringerem Budget eine höhere Effizienz.
Was das für Fans bedeutet
Wer auf den nächsten blutigen Truthahn hofft, kann aufatmen. Thanksgiving 2 wird kommen, aber nicht überstürzt.
Roth legt Wert auf Qualität. Der Plan steht, doch der Weg zur Leinwand bleibt eine Herausforderung.
Vergleichbare Fortsetzungen in der Horror-Spiele-Branche
Die Ankündigung einer Fortsetzung kurz nach Release des Vorgängers ist typisch für den Indie-Horror-Sektor. Outlast 2 erschien drei Jahre nach dem ersten Teil, Amnesia: Rebirth nach sechs Jahren. Roths Zeitplan von zwei bis drei Jahren liegt im Durchschnitt. Auffällig ist der Trend zu kürzeren Entwicklungszyklen bei kleineren Studios: Martha Is Dead (2022) bekam nie einen Nachfolger, während The Mortuary Assistant (2022) bereits ein halbes Jahr später eine Free-DLC-Fortsetzung erhielt.
Roth hat zudem die Konkurrenz durch große Publisher im Blick. Alan Wake 2 (Remedy, 2023) kostete 50 Millionen Dollar, verkaufte sich 1,3 Millionen Mal. Thanksgiving 2 wird vermutlich mit einem Budget unter zehn Millionen auskommen, ein kalkuliertes Risiko. Die Zielgruppe der Slasher-Spiele ist stabil: Titel wie The Texas Chain Saw Massacre (2023, 800.000 Verkäufe) zeigen, dass der Markt auch Nischenprodukte trägt.
Ende mit einem Fakt
Roth betont: der Film passiert, das Script ist fast fertig. Ein Datum oder weitere Details gibt es noch nicht.