Ein schockierendes Geständnis
Emilia Clarke erlitt während der Arbeit an Game of Thrones zwei lebensbedrohliche Hirnaneurysmen, die sie jahrelang vor der Öffentlichkeit verbarg. Die Darstellerin der Daenerys Targaryen veröffentlichte diese Details erst Jahre nach dem Serienende, um anderen Betroffenen Mut zu machen.
Das Studio HBO produzierte die Serie als ambitioniertes Fantasy-Epos nach den Romanen von George R.R. Martin. Vor Game of Thrones war HBO vor allem für prestigeträchtige Dramen wie The Sopranos und The Wire bekannt, wagte sich mit diesem Projekt jedoch erstmals in den Bereich der High-Fantasy mit extrem hohen Produktionsbudgets.
Die medizinische Belastung
Die erste Diagnose erfolgte im Februar 2011 nach einem intensiven Workout in einem Fitnessstudio in London. Clarke überlebte eine lebensnotwendige Operation und kehrte bereits wenige Wochen später ans Set zurück, um die Promotion für die erste Staffel zu absolvieren.
- Im Jahr 2013 folgte ein zweiter, deutlich größerer Eingriff, da sich ein Aneurysma auf der anderen Seite ihres Gehirns vergrößert hatte.
- Während der Genesung litt sie unter Aphasie, dem zeitweiligen Verlust der Sprachfähigkeit, was für eine Hauptdarstellerin einer dialoglastigen Serie eine existenzielle Bedrohung darstellte.
- Die medizinische Behandlung in New York und London umfasste invasive neurochirurgische Eingriffe, die langfristige neurologische Überwachung erforderten.
HBO investierte in der ersten Staffel etwa 60 Millionen US-Dollar, was für eine TV-Serie dieser Zeit ein beachtliches Risiko darstellte. Im Vergleich dazu kostete die spätere finale Staffel pro Episode etwa 15 Millionen US-Dollar, was den Anstieg der Produktionsqualität und des finanziellen Drucks verdeutlicht.
Arbeit trotz Schmerzen
Der Drehplan der Serie forderte von der Besetzung physische Höchstleistungen in abgelegenen Locations in Marokko, Island und Kroatien. Clarke musste bei den Dreharbeiten in Dubrovnik und Belfast oft bei extremer Hitze oder Kälte agieren, während sie die neurologischen Nachwirkungen operativer Eingriffe verarbeitete.
- Die Kostüme der Daenerys, bestehend aus schweren Schichten und aufwendigen Applikationen, erhöhten die körperliche Belastung bei langen Drehtagen zusätzlich.
- Trotz starker Schmerzmittel und Erschöpfung setzte sie den Drehplan fort, um die Kontinuität der Produktion nicht zu gefährden.
- Die Serie profitierte von dem enormen Erfolg, der mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von über 17 Millionen Menschen pro Episode in der achten Staffel gipfelte.
Vergleichbare Produktionen wie Vikings (History Channel) oder später The Witcher (Netflix) operieren in einem ähnlichen Umfeld körperlich fordernder Stunts und langer Drehperioden. Das Risiko für die Darsteller steigt in dieser Branche mit der zunehmenden Komplexität der Action-Sequenzen und der globalen Reichweite der Marken.
Ein Blick zurück
Die Gründung von SameYou durch Clarke dient heute als Plattform für die Rehabilitation nach Hirnverletzungen. Die Organisation setzt sich für eine bessere Finanzierung der neuro-rehabilitativen Versorgung ein, da Clarke die Lücken im Gesundheitssystem während ihrer eigenen Behandlung selbst erfahren hat.
Die Serie Game of Thrones umfasst insgesamt 73 Episoden, verteilt auf acht Staffeln. Trotz der gesundheitlichen Belastung während der Dreharbeiten blieb Clarke bis zum Abschluss des Formats im Mai 2019 an Bord. Heute arbeitet sie in verschiedenen Theaterproduktionen und weiteren Fernsehprojekten, wobei sie ihre Erfahrungen als Teil einer persönlichen Entwicklung betrachtet. Ihr Engagement für SameYou veränderte den Fokus ihrer öffentlichen Arbeit und schuf eine Verbindung zwischen Hollywood-Starruhm und medizinischer Aufklärung.