Das Ende einer Ära
Tarik "tarik" Celik hat offiziell verkündet, dass er keine VALORANT Watch Parties mehr moderieren wird. Diese Entscheidung beendet eine fast vierjährige Phase, in der seine Streams zu den meistgesehenen Übertragungen der gesamten kompetitiven Szene gehörten.
- Bekannter Streamer und ehemaliger Major-Sieger beendet langjähriges Format
- Fans reagieren überrascht auf die Neuigkeit, die via Twitter und Livestream verbreitet wurde
- Die Plattform Dot Esports und offizielle Statement-Videos bestätigten den Rückzug des Kanaders
Riot Games veröffentlichte VALORANT im Juni 2020 als Taktik-Shooter für den PC. Das Studio profitierte stark von der Co-Streaming-Kultur, die während der globalen Pandemie an Fahrt gewann. Zuvor hatte Riot vor allem mit League of Legends den esports-Markt dominiert und ab 2011 die League of Legends Championship Series aufgebaut.
Studio-Historie und Branchenkontext
Der Entwickler Riot Games wurde 2006 von Brandon Beck und Marc Merrill in Los Angeles gegründet. Mit League of Legends landeten die Macher 2009 einen Welterfolg, der das Free-to-Play-Modell im Bereich der Multiplayer Online Battle Arenas (MOBAs) etablierte.
- Übernahme durch den chinesischen Konzern Tencent im Jahr 2011
- Expansion in andere Genres wie Kartenspiele (Legends of Runeterra) und rundenbasierte Taktik (Teamfight Tactics)
- Veröffentlichung der Netflix-Serie Arcane im November 2021 als transmediales Projekt
Tarik selbst wechselte 2021 nach einer erfolgreichen Karriere als professioneller Counter-Strike: Global Offensive-Spieler zu VALORANT. Er gewann 2016 mit Cloud9 das ESL One Cologne Major im Valve-Shooter, bevor er 2021 bei Sentinels unter Vertrag stand. Nach seiner aktiven Spielerlaufbahn konzentrierte er sich voll auf das Streaming und baute das Co-Streaming von VCT-Turnieren (VALORANT Champions Tour) zu einem eigenen Wirtschaftszweig aus.
Rückblick auf die Streams
Jahrelang prägten diese Live-Übertragungen die VALORANT-Szene im Netz. Zuschauer schalteten massenhaft ein, um die Turniere gemeinsam mit dem ehemaligen Profi zu erleben.
- Mehr als 300.000 gleichzeitige Zuschauer bei internationalen Turnieren wie den VCT Masters
- Emotionale Reaktionen auf Clutch-Situationen und technische Analysen auf Profi-Niveau
- Etablierter Treffpunkt für die Community, die Events lieber bei Tarik als auf den offiziellen Kanälen verfolgte
Vergleichbare Formate existieren in anderen Disziplinen, etwa durch Streamer wie Ibai Llanos in der europäischen League of Legends-Liga oder verschiedene Watch-Party-Angebote in der Dota 2-Szene. Riot Games hatte Co-Streaming im Rahmen der VCT-Partnerprogramme gezielt gefördert, um die Reichweite der Turniere zu maximieren. Tarik nahm dabei eine absolute Monopolstellung ein und zog oft mehr Zuschauer an als der Hauptkanal von Riot Games.
Konsequenzen für die Community
Die Übertragungen gehörten fest zum Alltag vieler Fans dazu. Nun entsteht eine große Lücke bei kommenden Turnieren der VCT International Leagues.
- Die Esports-Landschaft verliert ein zentrales Community-Event, das Sponsoren direkt an den Streamer band
- Es gibt keinen direkten Ersatz für diesen spezifischen Moderationsstil, der die Brücke zwischen Profi-Erfahrung und Unterhaltung schlug
- Die Zukunft der Live-Übertragungen und die Verteilung der Zuschauerzahlen auf andere Creator bleiben offen
Im Februar 2024 liefen die bisherigen Verträge zwischen Riot Games und den zugelassenen Co-Streamern aus. Tarik verlängerte seine Partnerschaft zunächst, kündigte jedoch an, das Volumen drastisch zu reduzieren. Der offizielle VCT-Kanal auf Twitch verzeichnete im Jahr 2023 einen Großteil seiner Zugriffe über weitergeleitete Watch-Party-Zuschauer. Riot Games plant für die kommende Saison in den Studios in Los Angeles, Berlin, Seoul und São Paulo veränderte Medienrechte.