Ein Zug rast durch die Eiswüste
Enginefall ist kein weiteres Crafting-Spiel im Wald. Es spielt auf einem dampfbetriebenen Zug, der unaufhörlich durch eine endlose Eislandschaft rattert. Polygon hat eine Vorschau veröffentlicht und nennt es „das innovativste Survival-Spiel seit Jahren“. Wir haben reingeschaut.
Statt einer statischen Basis baut ihr euren Zug Waggon für Waggon aus. Jeder neue Anhänger bietet Platz für Werkbänke, Vorräte oder Verteidigungsanlagen. Die entscheidende Wendung: Der Zug hält nie an.
Wer steckt dahinter? Frostline Interactive
Enginefall wird von Frostline Interactive entwickelt, einem Studio aus Helsinki mit 32 Angestellten. Gegründet 2015 von ehemaligen Level-Designern von Remedy Entertainment (Alan Wake, Control), brachte das Team 2018 sein Debüt Frozen Tracks heraus, ein Puzzle-Adventure, das auf Steam nur 8.000 Verkäufe erzielte. Der Durchbruch kam 2021 mit Rails of the Sun, einem Survival-Titel, der auf einem fahrenden Zug spielte, aber aus einer isometrischen Perspektive. Das Spiel verkaufte sich über 200.000 Mal und erreichte einen Metacritic-Score von 74. Enginefall ist der erste vollständig in 3D umgesetzte Titel des Studios. Das Budget liegt nach Angaben von Produzentin Laura Koskinen bei rund 1,8 Millionen Euro. Der Early Access soll im April 2025 auf Steam beginnen, die Vollversion für PC, Xbox Series und PlayStation 5 ist für September 2025 geplant. Der Preis: 34,99 Euro.
Was macht Enginefall anders?
Das Genre lebt von Routine: Holz hacken, Stein sammeln, Basis bauen. Enginefall zwingt euch, während der Fahrt zu planen. Ressourcen findet ihr entlang der Schienen, müsst sie aber im Vorbeifahren einsammeln, oder von herausfahrenden Plattformen springen.
- Der Zug ist gleichzeitig Zuhause, Festung und Transportmittel
- Feinde greifen nicht nur an, sondern klettern auf die Waggons
- Wetterwechsel verlangsamen den Zug oder blockieren Gleise
Kein Sprint zum sicheren Unterschlupf. Ihr müsst eure Aktionen mit dem Fahrplan des Zuges koordinieren. Verpasst ihr eine Haltestelle, seid ihr sie los.
Erste Eindrücke aus der Preview
Die Betonung liegt auf Risiko und Belohnung. Lohnenswert ist der Sprung auf einen fernen Waggon nur, wenn ihr die Beute wirklich braucht. Ein Fehltritt bedeutet Tod unter den Rädern. Polygon beschreibt das Gefühl als „Snowpiercer meets Rust“, die Enge des Zugs erzeugt soziale Spannungen, falls ihr mit anderen spielt.
Die Grafik ist rau, aber atmosphärisch. Dampf, Schnee und das monotone Rattern der Räder erzeugen eine dichte Stimmung. Technisch läuft die Preview-Version stabil, Bugs sind selten.
Enginefall im Genre-Vergleich
Zug-basierte Survival-Spiele sind selten. Last Train Home (2023) von Ashborne Games kombiniert Echtzeit-Strategie mit Zug-Basis, setzt aber auf lineare Missionen. Enginefall hingegen bietet eine offene Welt mit prozedural generierten Gleisabschnitten. Frostpunk (2018) teilt die Eis-Ästhetik, aber die Basis bleibt statisch. Ein direkter Vorbote ist Rails of the Sun, Frostline Interactives eigener Vorläufer, der 2021 mit ähnlichen Mechaniken startete, jedoch aus der Vogelperspektive. Enginefall skaliert das Konzept in Echtzeit-3D mit 40 verschiedenen Waggon-Typen, wie die Entwickler auf der Gamescom 2024 zeigten. Zum Vergleich: Rust (2013) hat über 12 Millionen Spieler, Enginefall wird im Early Access mit einem Startpreis von 24,99 Euro für die Basisversion starten. Das Team plant monatliche Updates mit neuen Streckenabschnitten und Feindtypen.
Ein Survival-Spiel, das anders denkt
Enginefall vermeidet ausgetretene Pfade. Es ersetzt das Sammeln und Bauen durch eine flüssige, zeitkritische Herausforderung. Wer Survival-Spiele liebt, aber genug von Holz- und Stein-Monotonie hat, findet hier ein erfrischendes Konzept.
Kein zweites Rust im Schnee. Ein Spiel, das den Zug nicht nur als Kulisse, sondern als Mechanik nutzt.