Einigung nach monatelangem Rechtsstreit
Der Konflikt zwischen dem bekannten Ex-Bungie-Entwickler Christopher Barrett und seinen ehemaligen Arbeitgebern ist beendet. Barrett gab über LinkedIn bekannt, dass sich alle Parteien auf eine außergerichtliche Einigung verständigt haben. Die genauen Bedingungen wurden nicht veröffentlicht.
- Barrett war zuvor Director bei Destiny 2 und dem kommenden Marathon-Reboot.
- Er verklagte Bungie und Sony Interactive Entertainment im Jahr 2024 auf Zahlung von Abfindungen und Tantiemen.
Keine Details zum Vergleich
Weder Bungie noch Sony haben sich bislang offiziell zu der Einigung geäußert. Barretts LinkedIn-Post bleibt die einzige Quelle, er spricht von einem „konstruktiven Abschluss“ und dankt seinen Unterstützern.
Die Vertraulichkeit der Vereinbarung ist typisch für solche Vergleiche. Brancheninsider hatten spekuliert, dass die Summe im Millionenbereich liegen könnte, bestätigt ist das nicht.
Auswirkungen auf die Spieleprojekte
Barrett verließ Bungie im Frühjahr 2024 nach über 20 Jahren. Sein Weggang fiel mit internen Umstrukturierungen bei Sony zusammen. Marathon, der Extraction-Shooter, befindet sich weiterhin in Entwicklung, ohne Barretts Beteiligung.
Ob Barrett eine neue Position bei einem anderen Studio anstrebt, ist unbekannt. Sein LinkedIn-Profil nennt derzeit keine neuen Projekte.
Bungies Geschichte und Barretts Weg
Bungie wurde 1991 gegründet und erlangte Berühmtheit mit der Halo-Reihe für Microsofts Xbox. Nach der Ausgliederung 2007 entwickelte das Studio Destiny (2014), einen MMO-Shooter, der bis heute über 50 Millionen registrierte Spieler verzeichnet. Destiny 2 (2017) spülte laut Analystenschätzungen in den ersten drei Jahren rund 1,8 Milliarden US-Dollar Umsatz.
- Barrett stieß 1999 zu Bungie, arbeitete an Halo 2 und Halo 3, später als Art Director und Produzent.
- Im Marathon-Reboot sollte er die kreative Leitung übernehmen, das Projekt wurde 2023 offiziell angekündigt.
- Nach Sonys Übernahme von Bungie für 3,6 Milliarden US-Dollar (2022) begannen interne Umstrukturierungen. Barretts Abgang im April 2024 folgte auf eine Reihe von Entlassungen, bei denen rund 100 Stellen gestrichen wurden.
Branchenkontext: Extraction-Shooter und Rechtsstreits
Marathon tritt in ein hart umkämpftes Genre ein. Escape from Tarkov (Battlestate Games, 2017) dominiert mit geschätzten 12 Millionen aktiven Accounts. Hunt: Showdown (Crytek, 2019) verkaufte sich über 5 Millionen Mal. Ubisofts The Division Heartland wurde eingestellt, während Delta Force: Hawk Ops (2024) als Free-to-Play-Alternative startet.
Rechtsstreitigkeiten zwischen Entwicklern und Publishern sind in der Branche keine Seltenheit. 2010 verklagten die Infinity Ward-Gründer Jason West und Vince Zampella Activision wegen ausstehender Tantiemen, die Einigung belief sich auf 42 Millionen US-Dollar. Im Fall Barrett wurde über eine mögliche Klage wegen Verletzung von Abfindungsvereinbarungen spekuliert, die er nach seinem Ausscheiden erhalten sollte.
Was der Vergleich für Sonys Strategie bedeutet
Sony hat in den letzten Jahren über ein Dutzend Studios übernommen, darunter Insomniac (2019, 3,9 Milliarden US-Dollar) und Housemarque (2021). Die Integration von Bungie als „unabhängiger Partner“ stieß auf Schwierigkeiten: Im Februar 2024 kündigte Sony an, 8 Prozent der Bungie-Belegschaft zu entlassen. Barretts Klage war ein weiterer öffentlicher Rückschlag für die interne Stabilität. Die vertrauliche Einigung verhindert einen langwierigen Gerichtsprozess, der Details zu Vergütungsmodellen und Abfindungsklauseln offengelegt hätte.
Barrett selbst gilt als Veteran mit tiefen Wurzeln im Studio. Sein Weggang könnte Signalwirkung haben: Mehrere ehemalige Bungie-Mitarbeiter gründeten in den letzten Jahren eigene Studios, etwa ProbablyMonsters (Mitbegründer: ehemaliger Bungie-Manager Harold Ryan). Ob Barrett sich einer solchen Gruppe anschließt oder ein neues Unternehmen gründet, bleibt offen. Sein LinkedIn-Profil zeigt derzeit nur die Stationen bei Bungie von 1999 bis 2024.