Zeitdehnung als taktisches Herzstück
Das Sci-Fi-Action-RPG Exodus hat ein neues, ausgedehntes Gameplay-Video veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht eine Fähigkeit, die den Spielablauf grundlegend verändert: Zeitdilatation.
Kämpfe und Erkundung lassen sich durch diese Mechanik verlangsamen oder beschleunigen. Das eröffnet neue taktische Optionen gegen überlegene Gegner und in komplexen Umgebungen.
Roboter-Verbündete und Materie-Manipulation
Zwei weitere Systeme stechen im gezeigten Material hervor:
- Roboter-Gefährten begleiten den Spieler und greifen eigenständig ins Geschehen ein. Sie dienen als Kampfunterstützung, aber auch als Werkzeug für die Umgebung.
- Materie-verändernde Kräfte erlauben es, die Spielwelt direkt zu beeinflussen. Wände lassen sich umformen, Plattformen erschaffen oder Hindernisse beseitigen.
Diese Kombination aus Zeitkontrolle, KI-Helfern und Umweltinteraktion sorgt für variable Lösungswege in Missionen.
Gameplay-Eindrücke aus dem Video
Die gezeigten Szenen stammen aus verschiedenen Planeten und Stationen. Der Stil bleibt düster-sci-fi, mit einem Fokus auf taktische Entscheidungen in Echtzeit.
- In einem Gefecht nutzt der Spieler die Zeitverlangsamung, um zwischen Geschossen auszuweichen und gleichzeitig einen Roboter auf eine feindliche Position zu schicken.
- Ein Rätsel erfordert das Umformen einer Metallwand, um einen Pfad zu öffnen, während Roboter Gegner ablenken.
Die Entwickler setzen auf eine enge Verzahnung von Kampf und Erkundung, keine starren Trennungen zwischen Action und Puzzle.
Was wir noch nicht wissen
Konkrete Details zu Story, Charakteren oder einem Release-Termin bleiben im Video ausgespart. Es handelt sich um eine reine Gameplay-Präsentation.
Die gezeigten Mechaniken deuten auf ein System hin, das Entscheidungen unter Zeitdruck belohnt, aber auch kreative Umgehungen erlaubt. Ob Exodus diesen Ansatz über die gesamte Spielzeit trägt, bleibt abzuwarten.
Entwickler-Historie: Archetype Entertainment
Hinter Exodus steht Archetype Entertainment, ein Studio unter dem Dach von Wizards of the Coast (Hasbro). Gegründet 2019 von James Ohlen, der zuvor als leitender Designer bei BioWare arbeitete. Zu seinen Arbeiten zählen Star Wars: Knights of the Old Republic und Dragon Age: Origins. Ohlen verließ BioWare 2018 nach 22 Jahren.
Das Team von Archetype besteht aus Veteranen von BioWare, Bungie und 343 Industries. Für Archetype ist Exodus das erste eigene Spiel. Die Ankündigung erfolgte auf den Game Awards 2022 mit einem CGI-Trailer. Das nun gezeigte Gameplay-Video ist der erste tiefere Einblick in die Mechaniken. Wizards of the Coast finanzierte das Projekt mit einem mehrstelligen Millionenbetrag (laut Medienberichten).
Branchenkontext: Sci-Fi-RPGs mit Zeitmanipulation
Exodus tritt in ein Feld etablierter Sci-Fi-RPGs wie Mass Effect, Starfield und The Outer Worlds. Die Zeitdilatation erinnert an Quantum Break (Remedy) oder Superhot, dort aber als zentrale Mechanik und nicht als optionale Fähigkeit im Kampf. Titel wie TimeShift (2007) oder Singularity (2010) boten ähnliche Zeitkontrolle, scheiterten aber oft an der Umsetzung.
Materie-Manipulation findet sich in Dishonored (Telekinese) oder Control (Levitation). Exodus kombiniert beide Systeme mit einem KI-Begleiter, was an Halo-ähnliche Squad-Taktiken denken lässt. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Verzahnung von Echtzeitkampf und Umgebungsrätseln ohne Ladebildschirme.
Im Gegensatz zu Starfield (über 10 Millionen verkaufte Einheiten) setzt Exodus auf kleinere, handgefertigte Level. Der Markt für taktische Sci-Fi-RPGs mit Zeitmanipulation ist Nische, aber durch Deus Ex: Mankind Divided oder Prey (2017) belegt. Ob Exodus diese Nische bedienen kann, hängt von der Qualität der Rätsel und der KI ab.
Technische Basis und Plattformen
Das Gameplay-Video zeigt Szenen in der Unreal Engine 5. Lumen und Nanite sorgen für dynamische Beleuchtung und hohe Detaildichte. Exodus erscheint für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Ein Release für Last-Gen ist nicht geplant.
Ein genaues Datum fehlt, aber Branchenquellen spekulieren auf eine Veröffentlichung 2026. Das Studio hat keine Beta angekündigt. Der Fokus liegt zunächst auf der Fertigstellung der Kernmechaniken.