Der Blick hinter die Kulissen
Die Kollegen von GamesRadar+ haben sich in die Tiefen des Alls gewagt. Sie durften Exodus nicht nur anspielen, sondern auch mit den Machern sprechen. Herausgekommen ist eine ausführliche Preview, die einen Vorgeschmack auf das Sci-Fi-RPG gibt.
Das Entwicklerstudio heißt Arcturus Interactive und sitzt in Helsinki. 45 Angestellte arbeiten dort seit der Gründung 2015 an eigenproduzierten Titeln. Der Vorgänger Nebula's Edge (2019), ein isometrisches Sci-Fi-Adventure, verkaufte sich 800.000 Mal und erreichte einen Metacritic-Score von 78. Das Team finanzierte den Start von Exodus über eine Kickstarter-Kampagne, die 1,2 Millionen Euro einbrachte. Publisher THQ Nordic stieg später als Vertriebspartner ein.
Raum für Entscheidungen
Erste Eindrücke deuten auf ein dichtes Story-Geflecht hin. Der Spieler navigiert zwischen verfeindeten Fraktionen, während er die Ruinen einer alten Zivilisation erkundet.
- Moralische Dilemmas sollen den Verlauf der Handlung beeinflussen
- Jede Station wirkt weitläufig, aber nicht leer, sie trägt eigene Geschichten
- Die Entwickler betonten den Fokus auf erzählerische Tiefe statt reine Action
Exodus ist als erster Teil einer geplanten Trilogie konzipiert. Creative Director Mikael Sarinen gab an, dass jeder Ableger etwa 30 Stunden Spielzeit bieten soll. Episode 1 erscheint voraussichtlich im Oktober 2025. Ein Vertrag mit THQ Nordic sichert die Finanzierung für alle drei Episoden, vorausgesetzt die Verkaufszahlen von Teil 1 liegen über 500.000 Einheiten.
Gameplay: Zwischen Schleich- und Feuergefechten
Die angespielte Mission zeigte eine Mischung aus taktischem Vorgehen und direkten Konfrontationen. Die Steuerung wirkte intuitiv, die Kamera schwenkt dynamisch zwischen Third-Person- und Schulterperspektive.
- Waffen fühlen sich wuchtig an, Nahkampfangriffe sind ebenfalls möglich
- Ein Dialogsystem erlaubt mehrere Lösungswege für Konflikte
- Die Geräuschkulisse, surrende Triebwerke, Echo in verlassenen Korridoren, trägt zur düsteren Atmosphäre bei
Das Kampfsystem lehnt sich an die Deckungsmechanik von Mass Effect 2 an, kombiniert mit Schleichrouten aus Deus Ex: Human Revolution. Eine Demo auf der Gamescom 2024 zeigte 20 Minuten Spielzeit. Dabei kamen zehn verschiedene Waffen zum Einsatz, eingeteilt in Energiewaffen, Projektilwaffen und Plasmawerfer. Jede Waffenklasse besitzt eine alternative Feuerrate für Spezialmunition.
Einordnung ins Genre
Das Sci-Fi-RPG-Segment ist stark umkämpft. Mass Effect: Legendary Edition (2021) verkaufte sich 2,5 Millionen Einheiten, Starfield (2023) erreichte über 10 Millionen Spieler. Exodus positioniert sich mit einem Entwicklungsbudget von 8 Millionen Euro zwischen Indie- und AA-Produktion. Der Entscheidungsbaum ähnelt dem von The Outer Worlds, doch die Fraktionen sind hier nicht moralisch eindeutig, sie verfolgen widersprüchliche Eigeninteressen.
2024 wurden nur zwei vergleichbare Titel angekündigt: Solaris (Deck13) und Starpath (Obsidian). Beide erscheinen frühestens 2026, sodass Exodus ein halbes Jahr Vorsprung hat. Einträge auf der Steam-Wishlist zeigen eine Dynamik: 340.000 Einträge eine Woche nach der Ankündigung, 42 Prozent mehr als Nebula's Edge im selben Zeitraum.
Warum dieser Titel auffällt
Exodus reiht sich nicht einfach in die Masse der Weltraum-Epen ein. Die Kombination aus persönlicher Geschichte, offener Spielwelt und düsterer Science-Fiction scheint gut durchdacht. Die Anspiel-Session zeigt einen klaren Fokus auf erzählerische Konsequenzen, der Neugier auf mehr macht.
Die Vorverkaufszahlen überraschten den Publisher intern. 45.000 Vorbestellungen auf Steam innerhalb der ersten 48 Stunden lagen 30 Prozent über den Prognosen. Zum Vergleich: Starfield verbuchte im selben Fenster 120.000 Vorbestellungen, allerdings bei einem Marketingetat von 50 Millionen Dollar. Exodus reist mit einem Bruchteil dieses Budgets.