Fünf Konsolen in einem Chip
Eine neue SSD für die PlayStation 5 sorgt für dicke Augen, und noch dickere Rechnungen. Der Preis liegt angeblich auf dem Niveau von fünf PS5-Konsolen. Wer hier zugreift, hat laut der Zusammenfassung eines aktuellen Berichts definitiv zu viel Geld.
- Der Speicherriegel soll schneller sein als jede Standard-SSD.
- Der Aufpreis: selbst für Hardcore-Sammler jenseits von Gut und Böse.
Wer steckt dahinter?
Die SSD stammt von Sabrent, einem US-Hersteller mit Sitz in Kalifornien. Sabrent wurde 1998 gegründet und vertrieb zunächst Speicherkarten für Digitalkameras. Ab 2015 verlagerte sich die Firma auf NVMe-SSDs. Die Rocket-Serie machte den Namen bekannt, durch moderate Preise bei hohen Geschwindigkeiten.
2020 brachte Sabrent die erste PCIe-4.0-SSD für die PS5 auf den Markt: die Rocket 4 Plus. 2022 folgte eine überarbeitete G2-Version mit Leseraten von 7.000 MB/s. Die aktuelle Rocket 5 (PCIe 5.0) erreicht 10.000 MB/s. Das hier besprochene Modell soll diesen Wert deutlich übertreffen.
Besondere Editionen gab es vereinzelt, etwa die Rocket 4 Plus Gaming Edition mit Aufpreis von 20 %. Ein Preis von 2.500 Euro wäre selbst für Sabrent eine neue Kategorie.
Zahlen, die wehtun
Ein Vergleich macht die Sache deutlich: Eine aktuelle PS5 kostet rund 500 Euro. Fünf Stück ergeben 2500 Euro. Für diesen Betrag bekommt man eine komplette Spielesammlung, eine zweite Konsole fürs Wohnzimmer, oder eben diesen einen Speicherchip. Der Preis übersteigt selbst den einer PS5 Pro (falls es die je gibt). Das ist kein Upgrade, das ist eine Investition in Luxus.
- Selbst High-End-SSDs für den PC sind oft günstiger.
- Die Frage bleibt: Wer soll das kaufen?
Preisvergleich im High-End-Segment
Zum Vergleich: Eine Samsung 990 Pro mit 4 TB (PCIe 4.0) kostet rund 400 Euro. Eine Corsair MP700 Pro 4 TB (PCIe 5.0) liegt bei 600 Euro. Sabrents eigene Rocket 5 4 TB ist für 800 Euro gelistet.
Der Preis von 2500 Euro entspricht dem Fünffachen der teuersten aktuellen Consumer-SSD. Selbst eine Enterprise-SSD wie die Samsung PM9A3 mit 8 TB ist für 1200 Euro zu haben. Im Gaming-Bereich ist das teuerste Einzelteil oft die Grafikkarte: Eine Nvidia GeForce RTX 4090 liegt bei 1800 Euro. Diese SSD wäre teurer als die GPU, die sie beschleunigen soll.
Was bringt der Preis?
Die technischen Daten sind nicht bekannt, aber der Hype um Ladezeiten und Speicherplatz ist alt. Seit der PS5-Unterstützung für M.2-SSDs gibt es zahlreiche günstige Alternativen. Warum also so teuer? Möglicherweise eine Sonderedition, eine extreme Geschwindigkeitsklasse oder schlichtweg überzogenes Marketing. Ohne offizielle Details bleibt nur Kopfschütteln.
- Für Spieler, die ihre Bibliothek erweitern wollen, reichen Modelle für 100–200 Euro.
- Dieser Preis fühlt sich an wie ein Aprilscherz, nur dass wir im Juni sind.
Technische Spekulationen und Vorgänger
Die hohen Kosten könnten auf eine Kapazität von 8 TB oder 16 TB hindeuten. Sabrent hat bisher keine 8-TB-NVMe-SSD im Consumer-Bereich angeboten. Eine 8-TB-Rocket 5 würde aufgrund von NAND-Knappheit und Controller-Komplexität vermutlich 1500 bis 2000 Euro kosten.
Eine alternative Erklärung: extrem niedrige Latenz oder spezielle Kühlung für Dauerlast. Ein Vorgänger in dieser Preisklasse war die Sabrent Rocket 4 Plus 8TB, nie offiziell erschienen, nur als Prototyp. Falls es sich um eine limitierte Design-Edition handelt (etwa mit wassergekühltem Gehäuse), wäre der Preis nachvollziehbarer. Ohne Spezifikationen bleibt es eine absurde Ansage.
Ein Preisschild zum Vergessen
Absurde Hardware-Preise sind kein neues Phänomen, aber hier wird die Schmerzgrenze deutlich überschritten. Fünf Konsolen für ein Zubehörteil, das ist selbst für Enthusiasten schwer zu rechtfertigen. Wer diese SSD kauft, signalisiert: Geld spielt keine Rolle. Der Rest der Spielerwelt lacht, oder weint.