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Fall 2, Deadpoint: Der Horror-Turm weicht einem realen Albtraum im Kino
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Fall 2, Deadpoint: Der Horror-Turm weicht einem realen Albtraum im Kino

Der zweite Teil des Horror-Franchises „Fall“ feiert heute Kinostart und setzt auf unheimliche Nähe statt auf genre-typische Jumpscares.

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Dennis Adam
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Kinostart mit Verspätung

Fall 2: Deadpoint läuft seit dem heutigen Tage in den deutschen Kinos. Der Nachfolger des Überraschungshits aus dem Jahr 2022 ersetzt den ikonischen tödlichen Turm durch ein Szenario, das näher an der Wirklichkeit liegt als jeder digitale Albtraum. Die Produktionsfirma hat den Kinotermin bewusst in den Spätsommer gelegt, um dem Blockbuster-Gedränge aus dem Weg zu gehen.

Der Film geht nach eigenen Angaben große Umwege, um sein Publikum zu verunsichern. Statt auf übernatürliche Effekte setzt die Inszenierung auf beklemmende Alltagsorte: leere Parkhäuser, verlassene Büroetagen und die Stille nach Mitternacht in einer Großstadt. „Deadpoint“ spielt dabei mit der Angst vor dem Vertrauten.

Was den zweiten Teil anders macht

  • Der Turm aus Teil eins ist Geschichte, ersetzt durch ein Labyrinth aus realen Schauplätzen
  • Die Bedrohung kommt nicht von außen, sondern aus den eigenen Wahrnehmungen
  • Kameraführung und Sounddesign erzeugen permanente Unruhe ohne laute Stings
  • Der Film verzichtet fast vollständig auf CGI, stattdessen praktische Effekte und lange Einstellungen

Diese Entscheidung trennt „Deadpoint“ von typischen Horror-Fortsetzungen, die oft größer und lauter werden. Die Macher haben verstanden, dass der Schrecken aus der Leerstelle entsteht, nicht aus der Explosion.

Vom Spiel zum Film: Eine schwierige Beziehung

Das Franchise „Fall“ begann als Indie-Spiel, das 2019 auf Steam erschien und durch seine minimalistische Erzählweise auffiel. Der erste Film adaptierte die Handlung des Spiels relativ direkt und wurde zum Publikumserfolg. Der zweite Teil wagt nun einen Schritt, den viele Verfilmungen scheuen: Er erfindet die Geschichte neu.

Wo das Spiel noch erklärte Regeln und eine klare Bedrohung hatte, arbeitet „Deadpoint“ mit Unbestimmtheit. Der Zuschauer weiß nie genau, ob die Protagonistin wirklich verfolgt wird oder ob ihre Angst sie verfolgt. Diese Offenheit ist riskant, aber sie zahlt sich aus, weil sie das Genre-Korsett sprengt.

Hintergrund: Das Studio hinter dem Phänomen

Die Produktionsfirma hat sich in den letzten Jahren auf Adaptionen interaktiver Vorlagen spezialisiert. Ihr erster großer Wurf war die Umsetzung eines bekannten Space-Survival-Titels, die sowohl Fans als auch Kritiker überzeugte. Seitdem gilt das Team als Garant für werktreue, aber eigenständige Übertragungen.

Für „Deadpoint“ holte man sich den Kameramann eines preisgekrönten Horrorfilms an Bord, der für seine dokumentarische Ästhetik bekannt ist. Die Dreharbeiten fanden an Originalschauplätzen in Polen und Rumänien statt, was dem Bild eine unheimliche Authentizität verleiht.

Franchise-Ausblick: Mehr als nur ein Film

  • Eine Director’s Cut mit 20 Minuten zusätzlichem Material ist für den Herbst angekündigt
  • Ein Begleitbuch mit Produktionsnotizen und Konzeptzeichnungen erscheint parallel zum Kinostart
  • Die Rechte für eine Serienadaption wurden bereits an einen Streaming-Dienst verkauft
  • Fans des ersten Teils dürfen sich über versteckte Referenzen freuen, die nur bei genauem Hinsehen erkennbar sind

„Deadpoint“ ist damit nicht nur ein Film, sondern der Startpunkt eines größeren Universums. Ob das Konzept aufgeht, hängt vom Erfolg an den Kinokassen ab.

Branchenkontext: Der Trend zur Realitätsnähe

In den letzten Jahren haben etliche Horror-Inszenierungen auf dokumentarische Stilmittel gesetzt, von Found-Footage bis zu Echtzeit-Erzählung. „Deadpoint“ reiht sich in diesen Trend ein, geht aber einen Schritt weiter: Die Bedrohung bleibt komplett unsichtbar, ähnlich wie in erfolgreichen Psycho-Thrillern der 1970er Jahre.

Für Spieler ist das interessant, weil das Original-Spiel selbst mit Unsichtbarkeit und Verfolgungsjagden arbeitete. Der Film überträgt diese Mechanik auf das Medium Kino, ohne sie zu kopieren. Das Ergebnis ist ein Hybrid, der beiden Seiten gerecht wird.

Fazit: Ein Wagnis, das sich lohnt

Der Kinostart von „Fall 2: Deadpoint“ zeigt, dass Adaptionen nicht zwangsläufig auf Nummer sicher gehen müssen. Die Entscheidung, den Turm durch eine unspektakuläre, aber beklemmende Realität zu ersetzen, erfordert Mut und zahlt sich in Form dichter Atmosphäre aus. Wer das erste Spiel kennt, wird die Unterschiede schätzen, wer nur den Film sieht, bekommt einen Horror-Thriller, der ohne einfache Antworten auskommt. Ob das Werk kommerziell überzeugt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Der heutige Auftakt in den deutschen Kinos ist jedenfalls ein klares Statement: Dieser Film nimmt seine Zuschauer ernst.

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