Ein Team mit zu viel Feuer
Die interne Begeisterung bei Square Enix für eine Verknüpfung von Final Fantasy VII Remake und Final Fantasy XIV übersteigt laut Director Naoki Hamaguchi das aktuelle Arbeitspensum. Das zuständige Team in der Creative Business Unit I zeigt sich vom Erfolg des FF7-Remake-Projekts beflügelt.
- Die Creative Business Unit I zeichnet für die Final Fantasy VII-Trilogie und die Kingdom Hearts-Serie verantwortlich.
- Naoki Hamaguchi fungierte bereits bei Final Fantasy XIII als Planner und bei Lightning Returns: Final Fantasy XIII als Director.
- Das Studio steht unter dem Druck, die FF7-Trilogie mit Final Fantasy VII Rebirth und dem noch ausstehenden dritten Teil abzuschließen.
Die Zurückhaltung des Directors zielt darauf ab, die Ressourcen für die Hauptprojekte zu bündeln. Eine Ablenkung durch ein komplexes Crossover-Event würde die Release-Zyklen der Trilogie gefährden.
Wagen vor Pferd
Die Metapher „putting the cart before the horse“ beschreibt bei Square Enix die Gefahr, den Fokus von der Qualitätssicherung der laufenden Titel abzuziehen. Hamaguchi betont, dass erst die technische und erzählerische Fertigstellung der Welt von Gaia Priorität genießt.
- Final Fantasy VII Rebirth erschien im Februar 2024 und erfordert für das Team noch umfangreiche Post-Launch-Unterstützung.
- Ein Crossover mit Final Fantasy XIV benötigt eine eigene narrative Einbettung, die das komplexe Lore-System des MMORPGs nicht stört.
- Final Fantasy XIV ist unter der Leitung von Naoki Yoshida das finanziell stabilste Standbein des Unternehmens.
Das MMORPG verzeichnet seit dem Start von A Realm Reborn im Jahr 2013 ein konstantes Wachstum. Mit der aktuellen Erweiterung Dawntrail unterstreicht das Spiel seine Position als zentraler Umsatzbringer für Square Enix.
Wo stehen wir?
Ein offizielles Crossover-Projekt existiert gegenwärtig nicht in der Entwicklungspipeline. Hamaguchi nutzt die bremsende Rhetorik, um Erwartungen bei Fans und Investoren zu dämpfen, die nach dem Erfolg von FF7 Rebirth auf schnelle Zusatzinhalte hoffen.
- Final Fantasy XIV pflegt bereits eine Tradition von Crossover-Events, etwa mit NieR: Automata (YoRHa: Dark Apocalypse) oder Monster Hunter World.
- Diese Kooperationen werden meist als zeitlich begrenzte „Raids“ oder „Quests“ umgesetzt, die das Spielgerüst von Final Fantasy XIV nutzen.
- Final Fantasy VII-Inhalte sind bereits in Form des Gold Saucer oder spezieller Waffen-Skins im MMORPG präsent.
Die Branchenpraxis zeigt, dass solche Events meist Monate, wenn nicht Jahre im Voraus geplant werden. Eine Integration von Assets aus Final Fantasy VII Remake in das MMORPG erfordert eine Anpassung der Grafik-Engine, da beide Spiele auf unterschiedliche technische Architekturen setzen.
Historische Einordnung
Die Final Fantasy-Serie nutzt Crossover-Elemente seit Jahren zur Kundenbindung. Bereits in Final Fantasy XIII-2 fanden sich Anleihen, während Dissidia Final Fantasy als reines Kampfspiel auf der Zusammenführung verschiedener Protagonisten basiert.
- Final Fantasy VII verkaufte sich seit dem Original-Release 1997 über 14 Millionen Mal.
- Das Remake-Projekt hat die Aufgabe, diese Basis für ein modernes Publikum neu zu interpretieren und dabei die Erwartungen an die Grafik-Engine Unreal Engine 4 zu erfüllen.
- Ein unüberlegtes Crossover könnte die stringente Erzählweise des Remakes verwässern.
Hamaguchi hält an der strikten Trennung der Marken fest, solange die primären Ziele der Trilogie nicht erreicht sind. Die Entscheidung liegt bei den Produzenten Yoshinori Kitase und Naoki Yoshida, die gemeinsam über die strategische Ausrichtung der jeweiligen Ableger entscheiden. Derzeit bleibt der Fokus auf der Fertigstellung des letzten Teils der FF7-Trilogie.