Framework erhöht SSD-Preise, DDR5 gibt Anlass zur Hoffnung
Der modulare Laptop-Hersteller Framework bestätigt eine weitere Preiserhöhung bei seinen SSDs. Gleichzeitig stellt das Unternehmen klar, dass die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher inzwischen „stabil“ seien. Die Frage vieler Bastler: Haben die RAM-Preise endlich ihren Höhepunkt erreicht?
SSD-Preise: Eine unangenehme Entwicklung
Framework ist bekannt für sein Upgrade-freundliches Design, wer will, tauscht Mainboard, Akku oder Speicher selbst. Doch dieser Freiheit wird jetzt ein Riegel vorgeschoben.
- Die hauseigenen SSDs werden teurer. Framework spricht von „steigenden Komponentenkosten“.
- Betroffen sind vermutlich alle angebotenen M.2-Module, konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht.
- Für Kunden bedeutet das: Wer aufrüsten oder seinen Speicher erweitern will, muss tiefer in die Tasche greifen.
DDR5: Leichte Entspannung in Sicht
Während die SSD-Preise nach oben gehen, zeigt sich Framework bei den Arbeitsspeicherkosten optimistisch. DDR5 sei mittlerweile preislich „stabil“, ein Signal, dass die drastischen Preissprünge der letzten Jahre abklingen.
- Ob die RAM-Preise tatsächlich ihren Zenit überschritten haben, bleibt abzuwarten.
- Framework beliefert seine Mainboards mit SO-DIMM-Slots, wer hier sparen kann, hat mehr Budget für die teureren SSDs.
Hintergrund: Frameworks Weg zum modularen Laptop
Framework wurde 2021 von Nirav Patel gegründet, einem ehemaligen Apple-Ingenieur, der zuvor am MacBook Air und an der Tastatur mitarbeitete. Das erste Framework Laptop 13 startete im Juli 2021 mit Intel Core der 11. Generation und einem Gehäuse, bei dem nahezu jede Komponente austauschbar war. Bis heute erschienen drei Mainboard-Generationen (Intel 11., 12., 13. Gen sowie AMD Ryzen 7040) und ein Framework Laptop 16 mit dedizierter GPU. Das Unternehmen verkauft Ersatzteile und Upgrades direkt, ein Geschäftsmodell, das Nachhaltigkeit und Reparierbarkeit in den Vordergrund stellt, aber auch bedeutet, dass Kunden keine günstigen OEM-Preise wie bei Dell oder Lenovo erwarten können.
- Frameworks SSDs sind Western Digital SN740 oder SK Hynix-basierte Module, die mit eigener Firmware ausgeliefert werden.
- Die Preise lagen zuletzt bei 89 Euro für 250 GB, 119 Euro für 500 GB und 169 Euro für 1 TB, Stand Anfang 2024.
- Im Vergleich: Marktübliche NVMe-SSDs der gleichen Klasse kosten derzeit etwa 50–70 Euro (250 GB) bis 100–120 Euro (1 TB). Frameworks Aufschlag liegt also bei 30–50 Prozent.
Branchenkontext: SSDs und RAM im Auf und Ab
Die aktuellen SSD-Preiserhöhungen folgen einem globalen Trend: Hersteller wie Samsung, Kioxia und Micron haben die Produktion von NAND-Flash gedrosselt, was die Preise seit Mitte 2023 nach oben treibt. Im zweiten Quartal 2024 stiegen die Spot-Preise für 256-GB-NAND-Chips um rund 15 Prozent. Framework muss diese Kosten an seine Kunden weitergeben. DDR5 dagegen profitiert von Überkapazitäten: Nach massiven Preisanstiegen 2022 (16 GB Riegel kosteten zeitweise über 150 Euro) fielen die Preise 2023 auf unter 60 Euro und bleiben jetzt stabil. Frameworks SO-DIMMs sind mit 15–20 Prozent Aufschlag gegenüber Desktop-RAM bepreist, aber immer noch günstiger als die hauseigenen SSDs.
- Ein 32-GB-DDR5-SO-DIMM-Kit von Framework kostet aktuell rund 110 Euro, während Desktop-Äquivalente für 90 Euro zu haben sind.
- Der modulare Markt ist klein: Microsofts Surface Laptop Studio und das Dell XPS sind nicht aufrüstbar. Frameworks einziger Konkurrent im Bereich vollständiger Modularität ist das HP EliteBook 845 (bietet nur RAM-Wechsel) oder das Tuxedo InfinityBook (Linux-Anbieter, ähnliche Philosophie).
- Branchenanalysten von IDC erwarten, dass SSD-Preise bis Ende 2024 um weitere 5–10 Prozent steigen, während DDR5 leicht fallen könnte.
Kostenanalyse: Was zahlen Nutzer konkret?
Ein Framework Laptop 13 mit 1 TB SSD und 32 GB DDR5 kostet aktuell rund 1.850 Euro (voll bestückt). Wer aufrüsten will, zahlt für eine 2-TB-SSD von Framework rund 300 Euro, das ist doppelt so viel wie eine vergleichbare Samsung 990 Pro (ca. 150 Euro). Der Arbeitsspeicher bleibt mit 110 Euro für 32 GB dagegen konkurrenzfähig. Der modulare Ansatz verlangt also Kompromisse: Wer günstig kaufen will, muss Drittanbieter-SSDs in den M.2-Slot stecken (alle Größen sind kompatibel) und DDR5-RAM separat ordern. Frameworks eigene Preise sind ein Servicezuschlag für die Zertifizierung und den einfachen Einbau.
- Framework bietet keine „Barebone“-Varianten an, wer sparen will, kauft das günstigste Speicher-Upgrade und tauscht selbst.
- Die SSD-Preiserhöhung betrifft auch das neue Framework Laptop 16: Hier kostet die 1-TB-SSD nun 189 Euro statt 169 Euro.
- In Foren wie r/framework kritisieren Nutzer die steigenden Preise, loben aber die Möglichkeit, Komponenten von Drittanbietern zu nutzen.