Absturz auf Zeit
Stürzt ab, sammelt Punkte, in genau 60 Sekunden. Das ist das Rezept von Freefall 95. Das australische Indie-Studio S-Bend Games verwandelt eure schlimmste Flugangst in eine rasante Arcade-Jagd.
Ihr steuert einen Passagier, der während eines Flugzeugabsturzes aus dem Rumpf katapultiert wird. In der Luft vollführt ihr waghalsige Stunts, sammelt Gegenstände und weicht Hindernissen aus.
Das Spielprinzip
- Jede Runde dauert exakt 60 Sekunden, vom Ausstieg bis zum Aufprall.
- Euer Ziel: möglichst viele Punkte durch Tricks, Drehungen und das Einsammeln von Items.
- Die Steuerung ist simpel: Bewegung mit WASD, Stunts mit Tastenkombinationen.
Das Retro-Design erinnert an frühe DOS-Spiele: pixelige Texturen, knackige Soundeffekte und eine drückende Atmosphäre. Kein Platz für moderne Grafikspielereien, pure, ungeschönte Spielhallen-Action.
Demozugang und Plattform
- Freefall 95 erscheint für PC (Steam), ein genaues Releasedatum gibt es noch nicht.
- Eine kostenlose Demo ist ab sofort auf Steam verfügbar.
- Die Demo enthält drei verschiedene Absturz-Szenarien: über dem Dschungel, in der Stadt und über dem Meer.
Wer sich traut, kann sofort loslegen. Die Runden sind kurz genug für eine schnelle Portion Adrenalin, aber fordernd genug für wiederholte Versuche.
Ein Spiel für Hochstapler
S-Bend Games haben zuvor mit Titeln wie Floppy-Drive Fiasco und Cathode Cart gezeigt, dass sie Retro-Macken perfekt beherrschen. Freefall 95 setzt noch einen drauf: Es macht den Kontrollverlust zum Spielprinzip.
Ihr kämpft nicht gegen Monster oder Zeitlimits, sondern gegen die Schwerkraft. Und verliert. Runde für Runde. Genau das macht den Reiz aus.
Die Demo ist bereits auf Steam spielbar, und kostet nichts außer eurer Nerven.
Studio-Historie: Zwei Spiele als Vorbereitung
S-Bend Games wurde 2016 von zwei Entwicklern in Melbourne gegründet. Ihr Debüt Floppy-Drive Fiasco (2018) war ein Point-and-Click-Adventure über fehlerhafte Disketten. Es verkaufte sich rund 15.000 Mal auf Steam. Kein Hit, aber ausreichend für ein Zweitprojekt.
Der Nachfolger Cathode Cart (2020) wechselte ins Rennspiel-Genre: ein Einkaufswagen rast durch ein retro-futuristisches Kaufhaus. Das Spiel erhielt 82% positive Bewertungen auf Steam und erreichte 50.000 Besitzer. Beide Titel teilen eine Vorliebe für analoge Technik-Fails und knallige Pixelgrafik.
Freefall 95 knüpft daran an, setzt aber erstmals auf Zeitdruck und Highscore-Optimierung statt lineare Level. Die Entwicklung begann Mitte 2023 als 48-Stunden-Game-Jam-Projekt. Nach einem Pitch bei der australischen Indie-Showcase „PAX Aus“ entschied sich das Team für eine Vollversion.
Branchenkontext: Die Kunst des Scheiterns
Seit Getting Over It with Bennett Foddy (2017) und QWOP (2008) hat sich ein Subgenre etabliert, das Spieler systematisch gegen die Physik kämpfen lässt. Titel wie A Difficult Game About Climbing oder The Climb (VR) zeigen: Der Reiz liegt im permanenten Misserfolg.
Freefall 95 geht einen Schritt weiter. Es erzählt keine Geschichte, es gibt keinen Endgegner. Der Absturz selbst ist der Content. Das erinnert an Bomb Rush Cyberfunk (2023) im Hinblick auf schnelle Runden, aber ohne den Storyrahmen. Stattdessen setzt S-Bend Games auf puren Arcade-Charakter, wie er in den 90ern in Spielhallen üblich war.
Die Demo hat auf Steam bereits eine „Sehr positiv“-Bewertung (90% von 250 Rezensionen). Ein Indiz, dass das Konzept verfängt.
Zahlen und Fakten zur Entwicklung
Die kostenlose Demo ist seit Oktober 2024 spielbar. Drei Szenarien: Dschungel, Stadt, Ozean, jedes mit eigenen Hindernissen wie Vögel, Satellitenschüsseln und Windböen. Das Punktesystem basiert auf einem Kombo-Multiplikator: bis zu 10-fache Punkte für aufeinanderfolgende Stunts.
Das Spiel verzichtet auf Mikrotransaktionen und Multiplayer. Reine Einzelspieler-Erfahrung. Keine Ladezeiten, kein Tutorial-Zwang. 60 Sekunden pro Runde, dann Neustart.
Ausblick und Verfügbarkeit
Ein genaues Releasedatum für die Vollversion steht noch nicht fest. Die Entwickler planen einen Early-Access-Start im ersten Quartal 2025 mit vier weiteren Szenarien und einem Endlos-Modus. Der Preis soll unter 10 Euro liegen.
Bis dahin bleibt die Demo auf Steam der beste Weg, um zu testen, ob man den wiederholten Aufprall als Spielspaß empfindet.