Miyazaki bricht sein Schweigen
Hidetaka Miyazaki, Präsident von FromSoftware, hat sich erstmals öffentlich zur Kontroverse um den Mutterkonzern Kadokawa geäußert. In einem knappen Statement gegenüber PCGamer verwies der Entwickler auf Spiele, die „noch nicht angekündigt“ seien, ein direktes Zitat. Die genaue Natur der Kadokawa-Kontroverse blieb unerwähnt, aber die Aussage zwingt Miyazaki zu einer seltenen Transparenz. Er kann nicht alles sagen, will aber der Community signalisieren, dass FromSoft nicht auf Elden Ring und Shadow of the Erdtree ruht.
Ein Brotkrümel, aber ein dicker
- Miyazaki bestätigte indirekt: FromSoftware arbeitet an mehreren unangekündigten Titeln.
- Keine offizielle Enthüllung, kein Termin. Die Fans müssen mit dieser vagen Andeutung leben.
- Der Zeitpunkt ist pikant: Seit Monaten kursieren Gerüchte um eine Übernahme von Kadokawa durch Sony oder Microsoft. Analysten spekulieren über finanzielle Umstrukturierungen, aber eine Bestätigung gibt es nicht.
FromSoftwares Geschichte und Erfolge
FromSoftware wurde 1994 gegründet und begann mit der King’s Field-Reihe (1994–2002), einem langsamen First-Person-Rollenspiel. Der Durchbruch kam 2009 mit Demon’s Souls (PS3), das Miyazaki als Regisseur etablierte. Es folgten Dark Souls (2011), Dark Souls II (2014), Bloodborne (2015), Dark Souls III (2016), Sekiro: Shadows Die Twice (2019) und Elden Ring (2022). Letzteres verkaufte sich bis September 2024 über 25 Millionen Mal, ein Rekord für das Studio. Daneben existiert die Armored Core-Reihe (seit 1997), deren letzter Teil Armored Core VI: Fires of Rubicon (2023) rund 1,5 Millionen Einheiten absetzte. Der Erfolg von Elden Ring machte FromSoftware zum wertvollsten Asset innerhalb der Kadokawa-Gruppe.
Was wissen wir (und was nicht)?
Keine konkreten Namen, keine Plattformen, keine Release-Fenster. Miyazakis Worte sind die einzige offizielle Information.
- FromSoftware hat seit Armored Core VI (2023) kein neues Hauptspiel mehr angekündigt.
- Ein Bloodborne-Remake? Ein King’s Field-Reboot? Miyazaki schweigt dazu.
- Die Kadokawa-Kontroverse selbst bleibt undurchsichtig, Analysten verweisen auf sinkende Aktienkurse und Spekulationen um einen Verkauf.
Miyazaki hat mit dieser einen Aussage mehr gesagt als in vielen vorherigen Interviews. Ein seltener, fast beiläufiger Moment der Transparenz.
Branchenkontext: Kadokawa und die Konsolidierung
Die Andeutung fällt in eine Phase branchenweiter Konsolidierung. Microsoft kaufte Activision Blizzard für 69 Milliarden Dollar, Sony übernahm Bungie und Firewalk Studios. Kadokawa, ein Mischkonzern mit Verlag, Anime und Spieleentwicklung, steht unter Druck: Die Aktie fiel 2023 um 30 Prozent. Gerüchte um einen Kauf durch Sony (das bereits 2 Prozent hält) oder durch den chinesischen Tencent-Konzern halten sich. Ein Verkauf von FromSoftware wäre das wertvollste Einzelgeschäft. Miyazakis vorsichtiger Hinweis könnte die Verhandlungsposition des Studios stärken, unangekündigte Projekte steigern den Wert.
Die Community reagiert, mit Spekulationen
Die Andeutung reicht, um die Gerüchteküche zum Kochen zu bringen. In Foren und Social-Media-Kanälen wird wild geraten:
- Ein neues Soulslike mit Sci-Fi-Setting?
- Elden Ring 2? Miyazaki selbst hat ein Sequel bisher nie ausgeschlossen.
- Oder vielleicht ein kleines, experimentelles Projekt, wie damals Deracine (VR, 2018).
Eine Analyse von Verkaufsdaten zeigt: Zwischen 2015 und 2023 veröffentlichte FromSoftware alle 1,5 bis 2 Jahre ein neues Hauptspiel. Da Armored Core VI 2023 erschien, wäre 2025 ein logisches Fenster für die nächste Ankündigung. Die Wartezeit für Fans beträgt nun fast zwei Jahre, die längste Pause seit Bloodborne. Miyazakis Brotkrümel ist ein Funke in einem Pulverfass aus Spekulationen, das auf den nächsten großen Brand wartet.