Game Pass verliert Millionen
Der Game Pass von Microsoft hat offenbar einen Dämpfer erlitten. Laut einem Bericht von Kotaku liegt die Abonnentenzahl wieder bei 30 Millionen, das sind deutlich weniger als in den Jahren zuvor.
Als Hauptgrund gilt die Preiserhöhung aus dem Jahr 2025. Der Schritt war bei vielen Spielern unbeliebt, und die neuen Zahlen scheinen das zu bestätigen. Offizielle Angaben von Microsoft stehen noch aus.
Was war passiert?
- Microsoft erhöhte 2025 die monatlichen Kosten für den Game Pass Ultimate und den Standard-Tarif.
- Die Community reagierte kritisch: Viele Abonnenten kündigten oder wechselten zu günstigeren Alternativen.
- Der Dienst hatte zuvor ein starkes Wachstum verzeichnet, zeitweise waren über 34 Millionen Nutzer gemeldet.
Nun sackt die Zahl wieder ab. Das ist besonders bitter, weil Microsoft in den letzten Jahren viel in Exklusivtitel wie Starfield und Forza Motorsport investiert hat. Die Preiserhöhung scheint diese Gewinne zunichte zu machen.
Keine offizielle Bestätigung
Bisher hat sich Xbox-Chef Phil Spencer nicht zu den Zahlen geäußert. Der Kotaku-Report stützt sich auf interne Quellen, also Vorsicht: Es handelt sich um ein Gerücht, nicht um eine offizielle Mitteilung. Doch der Trend ist eindeutig: 30 Millionen sind ein herber Rückschlag.
Der Spiele-Abo-Markt bleibt angespannt. Konkurrenten wie PlayStation Plus und Nintendo Switch Online kämpfen ebenfalls um Kundengunst. Microsofts Reaktion auf den Abonnentenrückgang steht noch aus.
Der Weg zu 30 Millionen: Eine Chronologie
Microsoft startete den Game Pass im Juni 2017 mit rund 100.000 Testern. Nach fünf Monaten übersprang der Dienst die 1 Million-Marke. Bis 2020 folgte ein stetiger Anstieg auf 15 Millionen, getrieben durch Day-One-Veröffentlichungen wie Sea of Thieves und Gears 5.
Im Januar 2022 gab das Unternehmen offiziell 25 Millionen Abonnenten bekannt. Ein Jahr später, im Februar 2023, blieb die Zahl auf diesem Niveau, das erste Warnsignal. Der Durchbruch gelang scheinbar 2024, als Phil Spencer in einem Interview 34 Millionen nannte. Diese Zahl war nie offiziell bestätigt.
- 2017: Start mit 0,1 Mio. (Beta)
- 2020: 15 Mio. (offiziell)
- 2022: 25 Mio. (offiziell)
- 2023: 25 Mio. (keine neue Angabe)
- 2024: 34 Mio. (laut Spencer-Interview)
Die aktuelle Kotaku-Meldung von 30 Millionen würde einen Rückgang um knapp 12 Prozent bedeuten, ungewöhnlich für einen Dienst, der jahrelang zweistellig wuchs.
Konkurrenz im Abo-Geschäft: Wer zahlt noch?
Der PlayStation Plus-Dienst von Sony meldete Ende 2024 rund 47 Millionen zahlende Mitglieder. Allerdings verteilen sich diese auf drei Stufen (Essential, Extra, Premium). Die teuerste Stufe mit Spielen zum Download kam erst 2022, ähnlich spät wie Microsofts Game Pass Core.
Nintendo Switch Online zählte im Oktober 2023 knapp 38 Millionen Nutzer, davon ein kleiner Teil des teureren Expansion Pack-Abo. Nintendos Angebot ist strikt auf ältere Titel und Retro-Klassiker beschränkt, Day-One-Releases gibt es nicht.
Einzig der Game Pass verspricht neue Spiele ab Veröffentlichung. Dafür verlangt Microsoft seit September 2024 bereits höhere Preise: Ultimate stieg von 14,99 Euro auf 17,99 Euro, der günstigste Tarif (Core) von 6,99 auf 8,99 Euro. Die Preiserhöhung 2025 wäre der zweite Schritt innerhalb von 16 Monaten, ein Bruch mit der bisherigen Wachstumsstrategie.
Microsofts Exklusiv-Strategie: Hohe Kosten, gemischte Ergebnisse
Um den Game Pass attraktiv zu halten, hat Microsoft Milliarden in Studios und Exklusivspiele gesteckt. Bethesda (7,5 Milliarden Dollar, 2021) und Activision Blizzard (68,7 Milliarden Dollar, 2023) sollen den Katalog füllen.
Doch die Bilanz fällt durchwachsen aus:
- Starfield (2023) erreichte 12 Millionen Spieler binnen drei Monaten, blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Viele Abonnenten kritisierten die leere offene Welt.
- Redfall (2023) floppte mit unter 10.000 gleichzeitigen Spielern auf Steam. Microsoft schloss das Entwicklerstudio Arkane Austin.
- Halo Infinite (2021) verlor nach dem Start schnell Nutzer; der Mehrspieler-Modus kämpfte mit fehlenden Inhalten.
Activision-Blizzard-Titel wie Call of Duty und Diablo IV kamen erst 2024 in den Game Pass. Diablo IV erreichte im Dezember 2024 angeblich 14 Millionen Spieler über das Abo, doch ob das Neukunden oder nur Durchwanderer sind, bleibt unklar. Der Preis für diese Exklusivität ist hoch: Allein Call of Duty kostet Microsoft jährlich geschätzte 1 bis 2 Milliarden Dollar an entgangenen Verkaufserlösen.
Wie geht Microsoft mit dem Rückgang um?
Intern soll das Xbox-Team bereits Maßnahmen diskutieren. Dazu gehören Rabattaktionen für Bestandskunden, Bundles mit der neuen Xbox Series X/S-Generation und die Ausweitung des Game Pass Core (bisher nur Online-Multiplayer und eine Handvoll Spiele). Auch ein günstigeres Werbe-finanziertes Abo soll im Gespräch sein.
Konkurrent Sony reagierte 2024 auf den Druck von Microsoft, indem es einige First-Party-Titel erst nach zwölf Monaten in den Plus-Dienst stellte. Nintendo spart sich ein Day-One-Abo komplett. Microsoft hingegen muss den Game Pass weiter subventionieren, bis die eigenen Studios nachhaltig Spiele liefern. Ob 30 Millionen das Tief oder die neue Normalität darstellen, wird die nächste Quartalsbilanz von Microsoft zeigen, die erste offizielle Abozahl seit Februar 2022.