Die Gamescom hat auf Berichte über gestohlene Hardware reagiert. Der Veranstalter bestätigte, dass ihm Fälle von entwendeter Ausrüstung bekannt sind und diese ernst genommen werden. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es, man arbeite mit der Polizei zusammen und behandle die Vorfälle als Einzelfälle. Gleichzeitig verwiesen die Organisatoren auf allgemeine Sicherheitsmaßnahmen, die bereits auf dem Messegelände gelten. Aussteller hatten zuvor über fehlendes Equipment wie Grafikkarten, Entwicklerkonsolen und Peripherie berichtet.
Die offizielle Stellungnahme im Detail
- Der Veranstalter bestätigt: Fälle von gestohlener Hardware sind dokumentiert und werden „sehr ernst genommen“.
- Als Lösung empfiehlt die Messeleitung buchbare Sicherheitsdienste für einzelne Stände.
- Zusätzlich wird geraten, Ausrüstung gegen Diebstahl zu versichern.
- Die Vorfälle werden als Einzelfälle bezeichnet, die in Zusammenhang mit laufenden Polizei-Ermittlungen stehen.
- Konkrete Maßnahmen wie zusätzliche Kameras oder Zugangskontrollen für Hallen wurden in der Stellungnahme nicht genannt.
Kritik an der Reaktion: Aussteller fordern mehr
Der Hinweis auf private Sicherheitskräfte und Versicherungen stößt bei Teilnehmenden auf Unverständnis. Viele Aussteller argumentieren, dass der Schutz von teurer Hardware eine Kernaufgabe des Veranstalters sei, nicht der einzelnen Firmen. Auf sozialen Plattformen und in Branchenforen wird der Vorwurf laut, die Stellungnahme schiebe die Verantwortung ab. Kritiker bemängeln zudem, dass pauschale Empfehlungen keine Lösung für akute Sicherheitslücken auf dem Messegelände bieten. Einige messen ihre Hardware auf mehreren Messen pro Jahr und sehen die Gamescom als besonders betroffen an.
Sicherheitskonzept und Versicherung als Lösungsansatz
Die Empfehlung, Equipment zu versichern, ist nicht unüblich für Messen, aber sie greift bei laufender Veranstaltung oft zu spät. Versicherungen decken in der Regel nur den Diebstahl aus verschlossenen Räumen, nicht aber das Abgreifen von Geräten während der Aufbau- oder Abbauphasen. Genau diese Zeiten gelten als besonders riskant, da die Hallen teilweise offen und stark frequentiert sind. Buchbare Stand-Sicherheit kann helfen, ist aber mit zusätzlichen Kosten verbunden, die viele kleinere Aussteller nicht einplanen. Aus der Community kommt deshalb der Vorschlag, Sicherheitsdienste in den Messepreis zu integrieren.
Branchenkontext: Diebstahl auf Gaming-Messen
- Ähnliche Vorfälle gab es in der Vergangenheit auf Messen wie der E3 oder der PAX, wo Prototypen und Show-Demos verschwanden.
- Die gamescom ist mit über 300.000 Besuchern eine der größten Gaming-Messen weltweit, entsprechend groß ist die Zahl an Exponaten.
- Besonders begehrt sind unveröffentlichte Entwicklerkonsolen, Grafikkarten und Controller-Prototypen, die auf dem Graumarkt hohe Preise erzielen.
- Viele Aussteller setzen inzwischen auf GPS-Tracker in Testgeräten und Alarmsysteme für Vitrinen, was aber nicht alle Betriebe leisten können.
- Die Polizei Köln hat in den vergangenen Jahren mehrfach Diebstähle auf dem Gelände registriert, Details zu aktuellen Fällen nennt sie nicht.
Was das für Aussteller und Besucher bedeutet
Für Aussteller heißt die Lage: Sie müssen ihre Hardware selbst härten, wenn sie auf Nummer sicher gehen wollen. Wer nicht auf private Sicherheit setzt, sollte zumindest Inventarlisten mit Seriennummern führen und Geräte nachts einschließen. Besucher merken von den Diebstählen im Normalfall nichts, da die Vorfälle überwiegend außerhalb der Öffnungszeiten passieren. Die Diskussion könnte allerdings dazu führen, dass Messen in Zukunft strengere Einlasskontrollen oder durchgehende Videoüberwachung einführen. Das würde den Aufwand für alle Beteiligten erhöhen, aber vielleicht auch das Sicherheitsgefühl stärken.
Ermittlungen und Einordnung der Vorfälle
Die genauen Umstände der Diebstähle sind noch unklar, die Polizei ermittelt nach Angaben des Veranstalters in mehreren Fällen. Dass die Reaktion der Gamescom nun auf Widerspruch stößt, zeigt ein Grundproblem vieler Großveranstaltungen: Die Balance zwischen offener Messekultur und Sicherheitskontrollen ist schwer zu finden. Während die einen mehr Absperrungen fordern, warnen andere vor überzogenen Maßnahmen, die den spontanen Austausch zwischen Fans und Entwicklern einschränken. Fest steht: Ohne konkrete Änderungen am Sicherheitskonzept dürfte das Thema Diebstahl auf der nexten Gamescom erneut für Schlagzeilen sorgen.