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Gamescom zu Diebstählen: „Very sad“, aber Aussteller haften selbst, AGB regeln Standschutz
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Gamescom zu Diebstählen: „Very sad“, aber Aussteller haften selbst, AGB regeln Standschutz

Die Gamescom zeigt sich betroffen über gestohlene Laptops, verweist aber auf die Teilnahmebedingungen: Individueller Standschutz muss extra gebucht werden.

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Tommes Parzl
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Die Messe trauert, verweist aber auf die AGB

Die Gamescom hat sich offiziell zu den Diebstählen auf dem diesjährigen Messegelände geäußert. Das Team zeigte sich „very sad“ und betonte, man verstehe die Frustration der betroffenen Aussteller vollkommen. Gleichzeitig schob der Veranstalter die Verantwortung zurück an die Firmen: In den Teilnahmebedingungen und technischen Richtlinien sei klar festgehalten, dass Aussteller ihren Stand selbst schützen müssen.

Konkret heißt das: Wer einen individuellen Wachdienst für den eigenen Stand haben möchte, muss diesen separat und kostenpflichtig buchen. Die allgemeine Sicherheitsüberwachung durch uniformiertes Personal und Sicherheitsdienste decke laut Veranstalter nur das gemeinsame Gelände ab, nicht einzelne Stände.

Was genau passiert ist und wie die Reaktion ausfällt

  • Mehrere Laptops und Ausrüstung wurden während der Messe von Ständen entwendet, wie der ursprüngliche Bericht zeigte.
  • Die Gamescom bestätigte die Vorfälle nicht direkt, verwies aber auf die bestehenden Regelungen.
  • Zusätzlich empfahl der Veranstalter den Ausstellern, ihre Geräte gegen Diebstahl zu versichern.
  • Der Schutz einzelner Stände sei „nicht automatisch enthalten“, so die offizielle Lesart.
  • Die Messe betonte, man nehme das Problem „sehr ernst“, sehe aber keine Verpflichtung über das gebuchte Sicherheitspaket hinaus.

Die Stellungnahme im Detail: Zwischen Mitgefühl und juristischer Absicherung

Die Wortwahl des Veranstalters ist bemerkenswert. „Very sad“ klingt nach persönlicher Betroffenheit, doch der Verweis auf die AGB ist eine klare juristische Absage an Schadensersatzforderungen. Die Gamescom positioniert sich damit als Vermieter von Flächen und Infrastruktur, nicht als Bewacher des Inventars.

Für Aussteller bedeutet das eine unangenehme Realität: Auf der weltgrößten Spielemesse mit über 300.000 Besuchern ist Diebstahl ein kalkulierbares Risiko. Wer wertvolle Hardware wie Entwicklerkits, Laptops oder Prototypen präsentiert, muss selbst für deren Sicherheit sorgen. Die Option des „individual stand security“ existiert, kostet aber zusätzlich zum ohnehin hohen Standpreis.

Was Aussteller tun können: Prävention statt Hoffnung

  • Wertsachen nachts nicht am Stand lassen, viele Diebstähle passieren nach Messeschluss.
  • Alarmanlagen oder Schlösser für Vitrinen und Gerätehalterungen nutzen.
  • Videokameras am eigenen Stand installieren, die das Geschehen aufzeichnen.
  • Personal einplanen, das während der Öffnungszeiten abwechselnd auf das Material achtet.
  • Spezialversicherung für Messeausrüstung abschließen, die Diebstahl explizit abdeckt.

Sicherheitskonzept der Gamescom: Einordnung und Kritik

Das allgemeine Sicherheitspersonal patrouilliert über das Gelände, kontrolliert Eingänge und reagiert auf Zwischenfälle. Für die Flächendiebstähle direkt am Stand fehlt jedoch die Manpower. Kritiker werfen dem Veranstalter vor, sich hinter Paragraphen zu verstecken, während Aussteller mit hohen Summen in ihre Präsenz investieren.

Aus Branchensicht ist das kein Einzelfall: Viele große Messen, von der CES bis zur E3, hatten in der Vergangenheit ähnliche Probleme. Die Rechtslage ist jedoch eindeutig: Wer seine Geräte unbeaufsichtigt lässt, trägt das Risiko. Die Gamescom hat dies in ihren AGB dokumentiert, und genau darauf beruft sie sich nun.

Branchenkontext: Diebstähle sind ein bekanntes Übel auf Messen

Schon auf der gamescom 2019 wurden mehrere hochwertige Grafikkarten von einem Ausstellerstand gestohlen. Auch auf der früheren E3 in Los Angeles verschwanden regelmäßig Prototypen und Hardware. Der Unterschied: Damals übernahmen die großen Publisher oft eigene Sicherheitskräfte. Mittelständische Studios hingegen sind auf die Basisleistung des Veranstalters angewiesen, die eben keinen Einzelschutz beinhaltet.

Die Reaktion der Gamescom ist daher typisch für ein Geschäftsmodell, das Flächen verkauft und Service als Zusatzleistung anbietet. „This is noted in the terms and conditions“ ist kein Eingeständnis von Versagen, sondern der Verweis auf einen Vertrag, den jeder Aussteller unterschrieben hat. Für kleine Indie-Studios mit begrenztem Budget bleibt das ein wunder Punkt.

Fazit: Ein Lehrstück über Verantwortung und Vertragstexte

Ausstellern bleibt nur, die Lektion zu lernen: Die Gamescom ist kein rechtsfreier Raum, aber auch kein sicherer Hafen für teure Technik. Wer nicht bereit ist, in zusätzliches Sicherheitspersonal zu investieren, sollte zumindest robuste Schlösser, Versicherungen und ein wachsames Auge einplanen. Der Verweis auf die AGB ist ärgerlich, aber juristisch sauber. Die Messe hat mit ihrer Stellungnahme klargestellt, wo sie die Grenze ihrer Verantwortung zieht. Betroffene Studios können nur hoffen, dass ihre Versicherung zahlt, und beim nächsten Mal den Standschutz fest einplanen.

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