Die ultimative Quizfrage für Hardcore-Zocker
Nur jeder Hundertste erkennt ein Spiel an seiner In-Game-Währung. Das hat eine Umfrage von GIGA ans Licht gebracht. 1.200 Teilnehmer wurden mit drei Währungen konfrontiert, Gil, Bells und Caps, und nur 1,2% ordneten alle drei korrekt zu. Gil, Bells oder Caps, wer hier nicht sofort den Titel aufruft, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.
Die Umfrage lief über zwei Wochen auf der Plattform von GIGA und Social-Media-Kanälen. Die niedrige Trefferquote zeigt, wie sehr spezifisches Wissen über Spielemechaniken in der Breite fehlt. Selbst bei bekannten Franchises wie Final Fantasy oder Fallout scheiterten viele an der Zuordnung.
Gil: Die altehrwürdige Münze aus Final Fantasy
- Seit dem ersten Final Fantasy auf dem NES ist Gil das Gold der Reihe.
- In unzähligen Ablegern kauft man damit Schwerter, Zauber und Elixiere.
- Der Name stammt vom japanischen "gin" (Silber) und dem englischen "gill", ein historisches Flüssigkeitsmaß.
Square (heute Square Enix) führte Gil 1987 ein. Das Studio war zuvor mit King's Knight und The 3-D Battles of WorldRunner aktiv, aber Final Fantasy wurde ihr Durchbruch. Die Serie hat weltweit über 180 Millionen Einheiten verkauft (Stand 2023). Gil taucht in fast jedem Haupttitel auf, Ausnahmen sind Final Fantasy XI und XIV, die eigene Währungen wie Gil plus zusätzliche Token nutzen.
Im Jahr 2024 veröffentlichte Square Enix Final Fantasy VII Rebirth, das zweite Remake der Episode. Gil bleibt dort das zentrale Zahlungsmittel, ergänzt durch Materia-Handel und Quest-Belohnungen. Branchenweit ist Gil eine der ältesten durchgehend genutzten Spielwährungen, älter als Gold in World of Warcraft (2004) oder Credits in Mass Effect (2007).
Bells: Sternis für den Tierisch-guten Lebensstil
- Animal Crossing setzt auf das freundliche Klimpern der Bells (im Deutschen oft "Sternis" genannt).
- Mit ihnen finanzieren Spieler Möbel, Kleidung und die notorischen Kredite von Tom Nook.
- Die Währung ist so ikonisch, dass sie sogar in Fan-Memes und Second-Hand-Märkten als Referenz dient.
Nintendo brachte das erste Animal Crossing 2001 in Japan auf den Nintendo 64 (international auf GameCube). Entwickelt wurde es von Nintendo EAD, dem Team hinter Super Mario 64 und The Legend of Zelda: Ocarina of Time. Die Idee stammt von Katsuya Eguchi, der zuvor an Zelda und Mario Kart arbeitete. Bells sind nicht einfach nur Geld, sie werden auch als Tauschmittel für Online-Inselbesuche genutzt.
Der jüngste Ableger Animal Crossing: New Horizons (2020) verkaufte sich über 43 Millionen Mal. Es ist das zweitmeistverkaufte Spiel der Switch, nur hinter Mario Kart 8 Deluxe. Die Wirtschaft in New Horizons basiert auf dem Sammeln und Verkaufen von Früchten, Fischen und Insekten. Tom Nooks Kreditsystem ist notorisch: Spieler zahlen über 5 Millionen Bells für ein Haus-Upgrade. Im Branchenkontext ist Animal Crossing eine der wenigen Simulationen, die eine eigene Währung so tief in die Spielkultur integriert haben, vergleichbar mit Pokémon und PokéDollar, aber mit stärkerem Bezug zur Alltagsökonomie.
Caps: Kronkorken als Währung der Apokalypse
- In der Fallout-Reihe sind Caps, also Kronkorken, das Zahlungsmittel der Ödnis.
- Der Grund: Sie sind leicht, stabil und schwer zu fälschen.
- Ein echter Wastelander weiß: Ohne Caps kein Wasser, keine Munition, und kein Überleben.
Interplay Entertainment entwickelte das erste Fallout 1997. Das Studio hatte zuvor Wasteland (1988) veröffentlicht, auf dem Fallout geistig aufbaut. Nach der Übernahme der Rechte durch Bethesda Softworks erschien Fallout 3 (2008), das die Serie wiederbelebte. Caps wurden bereits im ersten Teil eingeführt und blieben in allen Haupttiteln erhalten, bis auf Fallout 76 (2018), das zusätzlich Bottlecaps und Atom als Premiumwährung einführte.
Die Entscheidung für Kronkorken hatte einen realen Hintergrund: In der Postapokalypse sind sie leicht, korrosionsbeständig und schwer zu fälschen, Münzen könnten von Überlebenden selbst geprägt werden. Das Design orientiert sich an Coca-Cola-Kronkorken, die in den USA millionenfach existieren. Im Spiel Fallout: New Vegas (2010) gibt es eine Münzpresse, mit der Spieler eigene Caps herstellen können, ein seltenes Feature.
Verkaufszahlen: Fallout 4 (2015) verkaufte sich über 25 Millionen Mal. Die Serie insgesamt liegt bei über 50 Millionen Einheiten. Caps sind so ikonisch, dass sie in anderen Medien zitiert werden, etwa in Borderlands (Dollarzeichen) oder Mad Max (Spiel, 2015). Im Branchenvergleich ist Caps eine der wenigen Währungen, die eine Geschichte innerhalb der Spielwelt erklären: In den Fallout-Spielen findet man Notizen und Terminaleinträge, die erklären, wie Caps nach dem Krieg zum Standard wurden.
Was dieser Test verrät
Die Frage nach der Währung entlarvt schnell, wer nur oberflächlich zockt. Gil, Bells und Caps sind keine simplen Platzhalter. Sie tragen die Identität ihrer Spiele in sich, ein kleiner, feiner Code für eine eingeschworene Fangemeinde. Und genau diese Detailtiefe macht den Unterschied zwischen einem Gelegenheitsspieler und einem echten Veteranen aus.
Laut der GIGA-Umfrage erkannten 98,8% der Teilnehmer mindestens eine der drei Währungen nicht korrekt. Das bestätigt: Selbst bei Milliarden-Umsatz-Franchises bleibt das Wissen um solche Details eine Nische, und genau dort liegt der Reiz für Kenner.