Kratos bleibt der Kern
Santa Monica Studio hat klargestellt: Kratos verlässt die God of War-Reihe nicht. Laut einem Bericht von Kotaku betonten die Entwickler, dass man „immer Geschichten über Kratos erzählen“ werde. Das neue angekündigte Spiel Laufey sorgte bei Fans für Verunsicherung. Es rückt Fayes, Kratos‘ verstorbener Frau, Hintergrund in den Fokus. Doch die Botschaft ist deutlich: Das ist kein Abschied vom Ghost of Sparta.
Santa Monica Studio, ein erfahrenes Team
Das Entwicklerstudio mit Sitz in Los Angeles wurde 1999 gegründet und gehört seit 2000 zu Sony Interactive Entertainment. Vor God of War arbeitete Santa Monica an Spielen wie Twisted Metal: Head-On für die PSP und Kinetica, beides keine Verkaufsschlager. Der Durchbruch gelang 2005 mit dem ersten God of War auf der PlayStation 2, das 4,6 Millionen Einheiten absetzte. Seither ist die Serie das zentrale Projekt des Studios, mit über 20 Jahren Erfahrung in Action-Adventures und mythologischen Settings. Creative Director Cory Barlog, der schon den Neustart von 2018 verantwortete, arbeitet derzeit an einem unangekündigten neuen God of War-Hauptteil.
Laufey, ein Spin-off mit Tiefgang
- Laufey spielt vor den Ereignissen von God of War (2018).
- Es erzählt die Geschichte der Jötunn-Kriegerin, die später Kratos‘ Partnerin wird.
- Das Studio bezeichnet das Projekt als „Expansion“ des Universums, nicht als Neuanfang.
Der Titel greift Fayes nordischen Namen auf, Laufey ist ihre ursprüngliche Bezeichnung aus der Mythologie. In der nordischen Sage ist Laufey die Mutter Lokis; in God of War (2018) wird Faye als Jötunn und Mutter von Atreus eingeführt, jedoch nie als Kämpferin gezeigt. Das Spin-off soll diese Lücke füllen: Erste Konzeptzeichnungen deuten auf eine offene Spielwelt in Jötunheim und Frostriesen-Gebieten hin. Santa Monica Studio will damit erzählerische Lücken schließen, ohne die Hauptfigur zu ersetzen.
Verkaufszahlen und Reichweite der Serie
Die God of War-Reihe hat sich weltweit über 52 Millionen Mal verkauft (Stand 2023). Davon entfällt der größte Anteil auf die beiden nordischen Teile: God of War (2018) erreichte 23 Millionen Einheiten, God of War Ragnarök übertraf in den ersten zehn Wochen die 15-Millionen-Marke. Damit ist das Franchise das dritterfolgreichste Exklusivspiel von Sony, nur hinter Spider-Man und The Last of Us. Ein Spin-off wie Laufey könnte bei einem ähnlichen Budgetniveau, Ragnarök kostete schätzungsweise 200 Millionen US-Dollar, deutlich geringere Kosten verursachen, da es auf vorhandenen Assets und der etablierten Engine aufbaut. Santa Monica hat zuletzt 2022 ein internes Team für kleinere Projekte aufgebaut.
Branchenkontext: Spin-offs als Erweiterungsstrategie
Andere Sony-Studios haben bereits erfolgreich Nebenfiguren in eigene Spiele transferiert. 2017 veröffentlichte Naughty Dog Uncharted: The Lost Legacy mit Chloe Frazer als Protagonistin, es verkaufte sich über 4 Millionen Mal bei deutlich niedrigerem Budget als Haupttitel. Ubisoft brachte 2012 Assassin’s Creed: Liberation mit der weiblichen Aveline de Grandpré, das zwar kritisch gemischt aufgenommen wurde, aber die Grundlage für spätere weibliche Hauptfiguren legte. Auch Microsoft erprobte dies mit Halo: Reach (Noble-Team statt Master Chief), das 10 Millionen Einheiten absetzte. Laufey folgt damit einem erprobten Muster: Das Risiko bleibt begrenzt, weil die Marke bereits steht, und die Entwicklung erlaubt experimentellere Mechaniken oder Perspektiven ohne den Druck des Core-Titels.
Erweiterung statt Abschied
Die klare Ansage: „Das ist keine Abkehr; es ist mehr eine Erweiterung.“ So wird Kratos auch in Zukunft zentrale Rollen in Haupttiteln übernehmen. Ein reines Kratos-Spiel ohne Faye-Bezug ist weiterhin möglich. Laufey bietet dagegen eine neue Perspektive, aber innerhalb des bekannten Rahmens. Wer also fürchtete, die Reihe würde sich von Kratos verabschieden, kann aufatmen. Die Ankündigung zeigt, dass das Franchise wachsen darf, ohne seinen Ursprung zu vergessen. Ob Laufey tatsächlich den erhofften Einblick in Fayes Vergangenheit bietet, wird sich zeigen, eines ist sicher: Kratos geht nicht in Rente.