Peinlicher Patzer im Newsletter
Der DRM-freie Spielehändler GOG ist am Wochenende mit einer schweren Panne aufgefallen. In seinem offiziellen Newsletter fanden sich unbeabsichtigt Nazi-Symbole, mitten in einer E-Mail, die an tausende Abonnenten ging.
Das gab der offizielle GOG-X-Account am 6. Juni zu. Man bedauere „eine Reihe von Fehlern“ und entschuldigte sich aufrichtig bei der Community. Die betroffene Ausgabe sei umgehend aus dem Verkehr gezogen worden.
Das ist bisher bekannt
- Der Newsletter enthielt offenbar historische Grafiken aus dem Spielebereich, eine Beziehung zum Inhalt wurde nicht genannt.
- GOG schrieb auf X von „internen Prüfprozessen, die versagt haben“.
- Der Store erklärte, man habe die E-Mail-Adressen der Empfänger nicht missbraucht, der Fehler liege allein in der Bildauswahl.
Kotaku berichtete zuerst über die Panne. Die konkrete Anzahl der Abonnenten oder Details zum verwendeten Bildmaterial gab GOG nicht preis.
Reaktionen aus der Community
Viele Nutzer reagierten fassungslos. In den Kommentaren unter dem Entschuldigungs-Post fragten einige, wie ein solcher Fehler in einer Redaktionskette unentdeckt bleiben konnte. Andere lobten die schnelle Reaktion, die Entschuldigung kam noch am selben Tag.
GOG betonte, man werde die internen Abläufe für Newsletter-Inhalte sofort überarbeiten. Ein spezifischer Fehlerverursacher wurde nicht genannt.
GOGs Hintergrund: Vom Klassik-Store zur Spieleplattform
GOG wurde 2008 von der CD-Projekt-Gruppe gegründet, die auch für die The Witcher-Reihe verantwortlich ist. Ursprünglich als „Good Old Games“ gestartet, konzentrierte sich der Store auf DRM-freie Klassiker aus den 1980er und 1990er Jahren.
Heute listet GOG über 5000 Spiele, darunter neue Titel wie Cyberpunk 2077 (ebenfalls DRM-frei auf GOG). Laut dem Geschäftsbericht von CD Projekt für 2022 hatte die Plattform mehr als 30 Millionen registrierte Nutzer und erwirtschaftete einen Umsatz von rund 200 Millionen Zloty (etwa 45 Millionen Euro).
Der Newsletter-Patzer trifft GOG in einer Phase, in der der Store verstärkt auf Indie-Titel und neue Releases setzt. Seit 2020 gibt es den GOG Galaxy Client, der auch Online-Funktionen bietet. Die Community schätzt die Anti-DRM-Haltung, weshalb ein solcher Fehler als Vertrauensbruch wahrgenommen wird.
Kein Einzelfall in der Branche
Nazi-Symbole tauchen immer wieder versehentlich in Games oder Promotion-Material auf, meist durch ungeprüfte Archiv-Assets oder schlecht recherchierte historische Darstellungen. Dass ein so etablierter Store wie GOG diesen Fehler macht, überrascht dennoch.
Ähnliche Pannen mit politischen Symbolen
Der Vorfall reiht sich in eine Serie vergleichbarer Patzer ein. 2019 verschickte der Publisher Paradox Interactive einen Newsletter mit einem Screenshot aus Hearts of Iron IV, der ein Hakenkreuz im UI-Menü zeigte, das Bild war intern nicht gefiltert worden. 2021 musste sich der Xbox Store entschuldigen, nachdem ein Werbebanner für Wolfenstein: Youngblood unzensierte NS-Symbole enthielt.
In Deutschland ist die Darstellung von Hakenkreuzen in Spielen seit 2018 durch eine USK-Richtlinie für historische Genres erlaubt. Dennoch vermeiden viele Publisher die Symbole in internationalen Newslettern. GOG selbst hatte 2020 eine Kontroverse um das Spiel Through the Darkest of Times, in dem NS-Symbole als Teil der Handlung gezeigt wurden, die Community diskutierte damals über die Grenzen von Kunst und Sensibilität.
Die Entschuldigung auf X endet mit der Zusage, aus den Fehlern zu lernen. Was genau im Newsletter stand, bleibt vorerst unklar, GOG hat die E-Mail nicht erneut veröffentlicht.