Peppa Pigs Stimmen für die KI-Kasse
Laut einem aktuellen Bericht von PCGamer versucht Hasbro, die Kinderdarsteller der Serie Peppa Pig dazu zu bringen, ihre Stimmen für KI-Training freizugeben. Die Eltern der jungen Schauspieler sollen entsprechende Verträge vorgelegt bekommen haben, die ihnen kaum eine Wahl lassen.
Hasbros Übernahme und die Rechte an der Marke
Der Spielzeugkonzern kaufte 2019 das Medienunternehmen Entertainment One (eOne) für 4 Milliarden US-Dollar. eOne besaß die Rechte an Peppa Pig, produziert von Astley Baker Davies. Mit dem Kauf sicherte sich Hasbro eine der profitabelsten Kindermarken weltweit, und die Kontrolle über die vertraglichen Bedingungen der Synchronsprecher. Die ursprüngliche Peppa-Stimme, Lily Snowden-Fine, wurde später durch andere Kinderdarsteller ersetzt; die aktuellen Sprecher sind oft zwischen 5 und 12 Jahre alt.
Konkrete Details aus dem Bericht
Der AfterPoint-Report, auf den sich PCGamer stützt, dokumentiert Vertragsentwürfe mit einer einmaligen Zahlung von 250 Pfund für die unbefristete Nutzung der Stimmen zu KI-Trainingszwecken. Die Laufzeit beträgt 99 Jahre. Betroffen sind laut dem Bericht mindestens fünf Familien, deren Kinder in den letzten Staffeln mitsprachen. Eltern berichten, sie hätten keine Verhandlungsmöglichkeiten erhalten, die Verträge seien als „Annahme oder Kündigung der Rolle“ präsentiert worden.
Ein Präzedenzfall für die Spielebranche
- Hasbro ist Eigentümer der Marken Dungeons & Dragons und Magic: The Gathering.
- Beide Marken haben eine treue Fangemeinde, die Wert auf authentische Sprecherleistungen legt.
- Wenn der Konzern bereit ist, Kinderstimmen zu KI-Zwecken zu vereinnahmen, wie steht es dann um die Rechte von Synchronsprechern in seinen Videospielen?
- Die Community beobachtet den Fall genau, es geht um Grundsatzfragen zu Persönlichkeitsrechten und fairer Vergütung.
KI in der Spieleindustrie: Ein wachsender Konflikt
Die Gewerkschaft SAG-AFTRA führte 2023 einen Streik gegen den Einsatz von KI in Videospielen, unter anderem bei Activision, EA und Take-Two. Hasbro verhandelt nicht mit der Gewerkschaft für Kinderdarsteller. Parallel dazu nutzte Wizards of the Coast bereits KI-generierte Kunstwerke für Magic-Karten, was 2023 öffentliche Kritik auslöste. Der Schritt bei Peppa Pig könnte als Blaupause für künftige KI-Strategien bei D&D- und Magic-Spielen dienen.
Was das für Hasbros Videospiele heißt
Die Zusammenfassung des Berichts macht klar: Das verheißt nichts Gutes für Hasbros Videospiele. Gerade die lebendigen Communities hinter D&D und Magic schätzen authentische Sprachperformance. KI-generierte Stimmen könnten hier einen massiven Qualitätsverlust bedeuten und das Spielerlebnis trüben.
Frühere Peppa-Pig-Spiele und Entwickler
Seit 2008 gibt es Dutzende offizielle Peppa-Pig-Spiele, meist Lernspiele für Kleinkinder. Entwickler wie Outright Games veröffentlichten 2023 „Peppa Pig: World Adventures“ für Switch, PS4, Xbox und PC. Die Spiele nutzen die Originalstimmen der Serie, ein Alleinstellungsmerkmal für die Marke. Würden diese Stimmen durch KI-Synthese ersetzt, verlören die Spiele ihr wichtigstes Qualitätsmerkmal. Die Verkaufszahlen der Peppa-Pig-Spiele sind nicht öffentlich, aber die physische Version von „Peppa Pig: My First Computer“ landete 2022 in den britischen Top-10 der Kinderkonsolenspiele.
Keine offizielle Bestätigung
Bislang hat Hasbro sich nicht zu dem Bericht geäußert. Es handelt sich um einen nicht bestätigten Vorgang, der aber die strategische Ausrichtung des Konzerns erkennen lässt. KI statt echter menschlicher Arbeit, das wäre ein herber Schlag für alle, die auf handgemachte Spielerlebnisse setzen und den kreativen Prozess schätzen.
Düstere Aussichten für Retro-Fans
- Wer die Anfänge von D&D-Videospielen und Magic-Adaptionen mag, erinnert sich an liebevoll eingesprochene Charaktere, die oft Kultstatus erreichten.
- Der Trend zu KI-Sprache könnte diese Ära endgültig beenden.
- Statt Herzblut gibt es künftig nur algorithmisch erzeugte Stimmen. Das passt schwer zu den Werten, für die diese Marken einst standen.
Warten auf eine Stellungnahme
Bis Hasbro Stellung bezieht, bleibt der Bericht ein unbequemes Gerücht.