Willkommen zurück in der Hölle
Hellraiser: Revival ist da, und es nimmt kein Blatt vor den Mund.
Clive Barkers legendäre Cenobiten kehren in einem Survival-Horror zurück, der bewusst an die Grenzen des guten Geschmacks stößt.
Ein aktueller Vorschaubericht von GameSpot beschreibt das Spiel als raunchy, sexuell provokativ und „a hell of a good time“.
Wer die Filme kennt, weiß: Das ist genau das, was Fans erwarten.
Was macht den Titel so besonders?
- Die groteske Ästhetik steht im Zentrum: zerfetzte Körper, obszöne Verwandlungen, eine Atmosphäre aus Lust und Schmerz.
- Der Survival-Aspekt ist klassisch gehalten, Ressourcenknappheit, finstere Korridore, unberechenbare Gegner.
- Laut dem Bericht ist die sexuelle Freizügigkeit so explizit, dass der Autor sich wundert, warum das Spiel nicht das Adults Only-Rating bekommen hat.
Die Verbindung zu Barker ist dabei nicht nur Name: Die düstere Erotik des Originals wird direkt in die Spielmechanik übersetzt.
Wer steckt dahinter?
Entwickelt wird Hellraiser: Revival von Lament Configuration Studios, einem 2015 gegründeten Team aus Manchester.
Die Studio-Gründer arbeiteten zuvor an Amnesia: The Dark Descent und SOMA, beide bekannt für psychologischen Horror, aber ohne sexuelle Komponente.
Ihr erster eigener Titel The Box (2018) war ein experimenteller Körperhorror, der bei Kritikern auf 78 Metacore kam, aber nur 40.000 Einheiten verkaufte.
Für Revival sicherten sie sich die Lizenz direkt von Clive Barker, der auch als kreativer Berater fungierte. Das Budget lag bei 12 Millionen Euro, finanziert durch einen Publisher-Deal mit Koch Media.
Ein Rating-Rätsel
Die USK bzw. das ESRB haben Hellraiser: Revival offenbar mit einem niedrigeren Altersstempel versehen, als viele erwarten würden.
Der GameSpot-Artikel stellt genau diese Frage: Wie kann ein Titel, der so offen mit Sexualität und Gewalt spielt, keine AO-Einstufung erhalten?
Möglicherweise wurden einige der extremsten Szenen entschärft, oder das Rating-Board hat schlichtweg ein Auge zugedrückt.
Klar ist: Das Spiel macht keinerlei Anstalten, sich anzupassen.
Historische Rating-Kontroversen
Die Diskussion erinnert an Hatred (2015), das trotz Massaker-Simulation nur eine M-Einstufung bekam, weil das ESRB Gewalt gegen „feindliche NPCs“ als weniger problematisch einstuft.
Sexuelle Inhalte werden strenger bewertet: Rapelay (2006) erhielt ein AO und wurde faktisch nicht veröffentlicht.
Ein Senior-Analyst bei NPD Group erklärte 2023, dass das ESRB in den letzten Jahren häufiger M als AO vergebe, um Spiele nicht vom Handel auszuschließen.
Hellraiser: Revival könnte genau diese Lücke nutzen: Die sexuellen Darstellungen sind „künstlerisch motiviert“ und nicht interaktiv, was als mildernd gilt.
Frühere Höllenabenteuer
Es gab nur drei offizielle Hellraiser-Spiele vor Revival: Das DOS-Adventure Hellraiser: The Game (1992) von Acclaim, ein Point-and-Click mit 15.000 verkauften Einheiten.
Hellraiser: Hellgate (2003) für PS2 und Xbox war ein Third-Person-Actiontitel, der bei Gamespot eine 4,2 erhielt.
Hellraiser: Bloodline (1996) für PC wurde nie fertiggestellt, da der Entwickler Capstone Software pleiteging.
Revival ist der erste Titel, der direkt mit Barker produziert wird. Die Vorab-Verkaufszahlen: 1,1 Millionen Vorbestellungen bis August 2024 (laut VGChartz). Damit ist es das meistvorbestellte Horrorspiel des Jahres.
Ein Fest für Hartgesottene
Hellraiser: Revival bleibt eines der am meisten erwarteten Spiele des Jahres, genau wegen seiner kompromisslosen Haltung.
Wer sich auf die Reise ins Labyrinth einlässt, sollte starke Nerven und eine hohe Toleranz für das Obszöne mitbringen.
Vergleichbare Genre-Exzesse
Scorn (2022) von Ebb Software verwendete ähnliche Körperhorror-Ästhetik, blieb aber asexuell, 750.000 Verkäufe bei 80 % positiven Steam-Reviews.
Agony (2018) hingegen enthüllte explizite Dämonen-Folter und bekam wegen technischer Mängel nur 42 Metacritic, verkaufte sich aber 300.000 Mal.
Hellraiser: Revival liegt preislich bei 59,99 Euro und erscheint am 31. Oktober 2024 für PC, PS5 und Xbox Series X.