Prequel-Skript existiert, aber kein grünes Licht
Ari Aster, Regisseur des modernen Horror-Klassikers Hereditary, hat öffentlich bestätigt, dass er ein Prequel geschrieben hat. Laut einem Interview mit GamesRadar+ liegt das Drehbuch fertig in der Schublade.
- Das Prequel soll die Vorgeschichte des 2018er-Films erzählen.
- Aster selbst sagt: „Es fühlt sich nie wie der richtige Zeitpunkt an, es zu machen.“
Trotz des fertigen Manuskripts gibt es keine konkreten Pläne für eine Produktion. Der Filmemacher scheint zu zögern, zurück in das Universum der Familie Graham zu kehren.
Hintergrund: Produktionsfirma A24 und der Erfolg von Hereditary
Hereditary entstand bei A24, dem Independent-Studio, das seit 2012 gezielt Arthouse-Horror fördert. Mit einem Budget von rund 10 Millionen US-Dollar spielte der Film weltweit 80 Millionen ein, ein Faktor 8. A24 hatte zuvor bereits The Witch (2015, Budget 3,5 Mio., Einspiel 40 Mio.) und The Lighthouse (2019) im Portfolio.
- Hereditary erhielt auf Rotten Tomatoes 90 % Certified Fresh, auf Metacritic 87 Punkte.
- Die Produktion wurde von A24 finanziert und von PalmStar Media koproduziert.
- Aster schrieb das Drehbuch über mehrere Jahre; erste Entwürfe stammten von 2014.
Der finanzielle und kritische Erfolg machte Hereditary zum Maßstab für das „Elevated Horror“-Genre. A24 setzte danach auf weitere Autorenfilme wie Talk to Me (2022, 4,5 Mio. Budget, 92 Mio. Einspiel) und Pearl (2022).
Warum das Prequel so sehnsüchtig erwartet wird
Hereditary gilt als einer der einflussreichsten Horrorfilme der letzten Jahrzehnte. Die dichte Atmosphäre, die psychologische Qual und das schockierende Ende machen ihn zu einem Kultfilm.
- Fans spekulieren seit Jahren über die Hintergründe des Paimon-Kults.
- Ein Prequel könnte die Entstehung des Fluchs und die Geschichte der Großmutter Ellen zeigen.
Asters Ansatz bleibt jedoch vorsichtig. Er will offenbar nicht einfach ein Franchise auswalzen, sondern nur dann weitermachen, wenn die Geschichte es wirklich verdient.
Ari Asters filmisches Universum und andere Projekte
Aster drehte nach Hereditary den Psycho-Horror Midsommar (2019, Budget 9 Mio., Einspiel 48 Mio.) und das surreale Drama Beau Is Afraid (2023, Budget 35 Mio., Einspiel 11 Mio.). Beide Filme spielen in eigenen Welten, teilen aber thematische Motive wie Trauer und familiäre Dysfunktion.
- Derzeit arbeitet Aster am Western Eddington mit Emma Stone und an einer Produktion von The Legend of Ochi.
- In Interviews betonte er mehrfach, dass er nicht daran denke, Hereditary als Franchise zu behandeln. Ein Prequel käme nur infrage, wenn es eine „innere Notwendigkeit“ gebe.
Parallel dazu entwickelte Aster das Prequel-Drehbuch schon 2020, kurz nach der Pandemie. Damals sagte er gegenüber IndieWire, die Geschichte sei „zu persönlich, um sie einfach wegzuwerfen“. Seitdem blieb das Skript jedoch unangetastet.
Branchenkontext: Horror-Prequels und ihre Erfolgsbilanz
In den letzten Jahren brachte Hollywood zahlreiche Prequels zu erfolgreichen Horrorfilmen heraus. The First Omen (2024) startete mit 54 Mio. Einspiel bei 30 Mio. Budget, Pearl (2022) als Prequel zu X erzielte 10 Mio. Budget und 10 Mio. Einspiel, ein knapper Erfolg. Annabelle: Creation (2017) spielte bei 15 Mio. Budget 306 Mio. ein, profitierte aber vom breiten Conjuring-Universum.
- Prequels haben oft eine kürzere Produktionszeit, weil die Welt bereits etabliert ist.
- Aster lehnt dieses Modell ab: Er will keinen „Franchise-Motor“ bedienen, wie er im Guardian sagte.
A24 selbst produzierte bisher kein einziges Prequel. Das Label setzt auf Einzelfilme und vermeidet Serienbildung. Sollte Aster das Projekt doch realisieren, wäre es der erste offizielle Ableger eines A24-Horrorfilms.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Ob Ari Aster das Projekt jemals realisiert, bleibt ungewiss. Derzeit arbeitet er an anderen Filmen, darunter der Western Eddington mit Emma Stone.
- Ein Prequel ohne Aster wäre für viele Fans undenkbar.
- Solange der Regisseur keine innere Notwendigkeit sieht, bleibt das Skript ein toter Buchstabe.
Vielleicht ist es genau diese Zurückhaltung, die Hereditary so besonders macht. Nicht jede gute Idee muss verfilmt werden, manchmal ist das Skript in der Schublade der bessere Ort dafür. Aster selbst sagte 2023 auf dem Fantastic Fest: „Ich habe noch nie einen Film gemacht, den ich nicht brennen wollte zu drehen. Das Prequel brennt nicht.“