Ein Mann mit Kanonenarmen
Die heutige Mod der GTA-5-Szene macht Schluss mit der Frage, ob ein Auto eine Kanone braucht. Franklin kann jetzt selbst als Kanone durch Los Santos laufen. Sein Körper wird zur Lafette, die Geschosse abfeuert, bevor die Polizei überhaupt weiß, was sie sieht.
Der ursprüngliche Kommentar der PCGamer-Redaktion dazu lautet: „This is why we need public transport investment.“ Übersetzt bedeutet das: Genau deshalb brauchen wir einen besseren öffentlichen Nahverkehr. Ein Satz, der im Kontext einer selbstfahrenden (beziehungsweise selbstgehenden) Kanone sofort Sinn ergibt.
Wer steckt hinter GTA 5?
- GTA 5 stammt von Rockstar North in Edinburgh, das früher DMA Design hieß.
- Das Studio veröffentlichte 1997 den ersten Teil der Serie, Grand Theft Auto.
- Vor GTA machte das Studio mit Lemmings und Body Harvest auf sich aufmerksam.
Rockstar North hat mit der GTA-Reihe maßgeblich das Open-World-Genre geprägt. Die fünfte Ausgabe erschien zuerst für die Konsolen der achten Generation, später folgte die PC-Fassung. Der PC-Ableger öffnete die Tür für Mods, die weit über einfache Reskins hinausgehen.
Die Modding-Szene von GTA
Ohne Mods wäre GTA auf dem PC nur halb so unterhaltsam. Seit den frühen Teilen basteln Fans an Fahrzeugen, Waffen und Missionen. Die Möglichkeiten wuchsen mit jedem Release:
- GTA III brachte Mods für Texturen und Fahrzeuge.
- GTA San Andreas ermöglichte Gameplay-Umbauten und Total-Conversion-Mods.
- GTA V auf dem PC erlaubt tiefe Eingriffe in Skripte, Physik und sogar die KI.
Die aktuelle Franklin-Mod gehört in die Kategorie der absurdesten Umbauten. Sie zeigt, dass die Modding-Community von GTA 5 auch Jahre nach Release noch aktiv ist. Wegen der Motivation, nicht wegen einer Pflicht.
Warum ausgerechnet Franklin?
Franklin Clinton ist einer der drei Protagonisten von GTA 5. Er startet als Autodieb und arbeitet sich im Spiel nach oben. Seine Spezialfähigkeit lässt im Straßenverkehr die Zeit verlangsamen, was bei der Kontrolle über ein Fahrzeug hilft.
In der neuen Mod wird genau diese Verbindung zum Auto auf die Spitze getrieben. Franklin ist nicht mehr der Mann auf dem Fahrersitz, er ist die Waffe. Eine wandelnde Kanone mit dem Ehrgeiz eines gesamten Panzerbataillons. Das ist eine humorvolle, aber auch respektlose Verfremdung einer Spielfigur, die eigentlich für ihre ruhige Art bekannt ist. Die Modder machen daraus eine Slapstick-Show.
Die Verkehrsfrage
Der Kommentar der PCGamer-Redaktion ist nicht ganz ernst gemeint, aber er trifft einen wahren Kern. In Los Santos, der fiktiven Version von Los Angeles, ist der öffentliche Nahverkehr notorisch unterentwickelt. Wer kein Auto hat, kennt die langen Fußwege. Also baut sich ein gewisser Teil der Bevölkerung einfach seine eigene Art von öffentlichem Nahverkehr.
Eine Kanone, die Autos verschießt, ist zwar keine saubere Lösung für Verkehrsprobleme. Aber sie lenkt die Aufmerksamkeit auf ein Ärgernis, das Spieler seit Erscheinen von GTA 5 begleitet. Die Gesellschaft von Los Santos ist auf das Auto fixiert. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es zwar, sie spielen aber kaum eine Rolle. Die Mod bringt dieses Manko auf den Punkt: Wenn keiner in den Bus einsteigen will, muss jemand die Lösung nach vorne knallen.
Was bedeutet das für die Zukunft?
- Die Mod ist ein Beispiel für die anhaltende Kreativität der GTA-5-Community.
- Sie zeigt, dass selbst Jahre nach Release noch ungewöhnliche Ideen umgesetzt werden.
- Vergleichbare skurrile Umbauten aus anderen Spielen wie Goat Simulator oder Skyrim belegen: Solche Experimente sind ein festes Element der PC-Spielkultur.
Die PCGamer-Überschrift „Today in GTA 5 mods“ ist fester Bestandteil einer Reihe, die immer wieder absurde Mods vorstellt. Die Franklin-Kanone reiht sich ein in Fundstücke wie verrückte Fahrzeugumbauten und andere Dinge, die das Spiel nicht mehr als Simulation, sondern als Spielzeug betrachten.
Am Ende bleibt der Satz aus der Redaktion im Kopf. „This is why we need public transport investment“ ist nicht nur ein Witz. Es ist die direkte Reaktion auf ein Szenario, in dem ein Mann seine Arme als Rohre benutzt und die Straße in ein Schlachtfeld verwandelt. Wenn das kein Argument für den Bus ist, was dann?