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High-NA-EUV bis 2028: Chipriesen setzen auf ASMLs nächste Belichtungsgeneration
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High-NA-EUV bis 2028: Chipriesen setzen auf ASMLs nächste Belichtungsgeneration

Mehrere große Chiphersteller haben sich verpflichtet, ab 2028 ASMLs High-NA-EUV-Lithografie samt 12-Zoll-Masken zu nutzen, ein Sprung mit enormem Potenzial für künftige Gaming-Hardware.

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Tommes Parzl
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Chips aus der Retorte: Was 2028 auf uns zukommt

ASML, der niederländische Spezialist für Lithografie-Systeme, hat bereits feste Zusagen großer Chiphersteller für seine nächste Produktionsgeneration. Diese soll High-NA-EUV (Extreme Ultraviolet Lithography mit hoher numerischer Apertur) nutzen, und zwar ab dem Jahr 2028. Zusätzlich sind 12-Zoll-Photomasken im Gespräch, also größere Schablonen für die Belichtung, ein Schritt, der feinere Strukturen auf den Wafern ermöglicht.

  • Die Ankündigung betrifft nicht etwa Prototypen, sondern verbindliche Commitment-Fristen.
  • Damit steht fest: Die kommende Chip-Generation, die Ende des Jahrzehnts in Serie geht, setzt auf diese Technologie.
  • Für Spieler bedeutet das nichts Geringeres als eine spürbare Leistungssteigerung bei CPUs, GPUs und spezialisierten Konsolenchips.

High-NA-EUV: Ein Mikroskop für die Chip-Fertigung

High-NA-EUV ist eine Weiterentwicklung der bereits etablierten EUV-Lithografie, die heute bei Fertigungsprozessen wie 5 Nanometer und kleiner zum Einsatz kommt. Durch eine höhere numerische Apertur der Optik wird das Licht präziser gebündelt, sodass winzigere Transistoren auf Silizium gebrannt werden können. Das Ergebnis: Chips mit höherer Dichte, mehr Rechenleistung und geringerem Stromverbrauch, alles Eigenschaften, von denen Gaming-PCs und Konsolen direkt profitieren.

  • Die optische Apertur steigt von 0,33 auf 0,55, was die Auflösung deutlich verbessert.
  • Strukturen unter 2 Nanometer werden damit überhaupt erst industriell rentabel.
  • Ohne High-NA-EUV würde die Chip-Miniaturisierung in den kommenden Jahren an physikalische Grenzen stoßen.

12-Zoll-Masken: Mehr Platz für komplexe Schaltkreise

Die zweiten wichtigen Neuheiten sind Photomasken in 12-Zoll-Größe, also größer als die heutigen 6-Zoll-Masken. Eine Maske ist eine Art Hochpräzisions-Fotovorlage, durch die Licht auf den Wafer fällt. Größere Masken erlauben es, kompliziertere Muster in einem einzigen Belichtungsschritt abzubilden. Zugleich sinkt die Fehleranfälligkeit, weil mehrmalige Belichtungen entfallen.

  • 12-Zoll-Masken bieten mehr Fläche für Chip-Designs wie Multi-Core-Architekturen oder integrierte KI-Beschleuniger.
  • Sie machen einzelne Belichtungsschritte effizienter, was die Massenproduktion beschleunigt.
  • Zusammen mit High-NA-EUV entsteht ein System, das die nächsten zehn Jahre Halbleiterfertigung prägen dürfte.

Vom Versprechen zum Serienprodukt: Ein Blick auf die Zeitachse

Die Zusage der Chipriesen für 2028 bedeutet nicht, dass die Technologie morgen in den Fabriken steht. ASML liefert erste High-NA-Systeme bereits an Forschungslabore aus, aber die Umstellung in der Serienfertigung braucht mehrere Jahre. Die 2028er-Frist ist als der Punkt gedacht, an dem die ersten kommerziellen Chips mit High-NA-EUV vom Band laufen sollen, zuerst in den fortschrittlichsten Werken, später im gesamten Ökosystem.

  • Die Anpassung der Fertigungsstraßen ist kostspielig: Jedes High-NA-System kostet rund 300 Millionen Euro.
  • Nicht alle Fabriken werden gleichzeitig umsteigen, frühe Investoren erhalten einen Wettbewerbsvorteil.
  • Die Entwicklung der 12-Zoll-Masken läuft parallel, wobei Hersteller wie Toppan und DNP in den kommenden Jahren ihre Produktion erweitern wollen.

Was bedeutet das für Konsolen und Grafikkarten?

Gamer könnten ab Mitte der 2030er-Jahre die Früchte dieser Technologie ernten. Konsolenzyklen (PlayStation 6, kommende Xbox-Generation) fallen in Zeiträume, in denen solche Fertigungsfortschritte in die Chip-Designs einfließen. Leistungsstärkere Hardware bedeutet flüssigere 4K- bis 8K-Grafik, höhere Bildraten in VR und deutlich bessere Raytracing-Effekte, ohne dass die Chips mehr Strom fressen.

  • Auch mobile Gaming-Geräte wie Handheld-PCs könnten von effizienteren Prozessoren profitieren.
  • Die Chancen stehen gut, dass in zehn Jahren selbst Mittelklasse-GPUs so rechnen wie heutige High-End-Modelle.
  • Wichtig bleibt, dass nicht jede angekündigte Technik sofort die Spieler erreicht, Entwickler müssen ihre Software erst darauf abstimmen.

Ein Blick zurück: ASMLs Weg vom Spielball zum Monopol

ASML ist heute faktisch der einzige Anbieter von EUV-Systemen weltweit, ein Unternehmen mit fast vier Jahrzehnten Erfahrung. In den 1980er-Jahren fusionierten mehrere Konzernteile zur heutigen ASML, die lange im Schatten japanischer Rivalen wie Nikon und Canon stand. Erst mit der EUV-Entwicklung, die in den 2000ern begann und 2015 in die erste Serienmaschine mündete, übernahm ASML die Führung. Die jetzt angekündigte High-NA-Generation ist die logische Fortsetzung einer Strategie, die auf extreme Präzision und langjährige Kooperationen mit Chipherstellern baut.

  • Mehrere führende Chipfabriken beteiligen sich bereits finanziell an ASML, um sich Produktionskapazitäten zu sichern.
  • Die Forschung an High-NA begann offiziell 2018, erste Muster wurden 2023 vorgestellt.
  • Auch andere Fertigungstechniken wie die Gate-All-Around-Transistoren sind von solchen Maschinen abhängig.

Die Kehrseite: Kosten und Zeitdruck

So vielversprechend die Technik klingt, so ernüchternd sind die Preise: Ein einziges High-NA-System kostet so viel wie ein mittelgroßes Passagierflugzeug. Nur die finanzstärksten Chipunternehmen können sich die Investition erlauben, was den Wettbewerb auf dem Halbleitermarkt weiter anheizen dürfte. Zudem sind die Fertigungsprozesse so komplex, dass Fehlerquoten erst nach jahrelanger Optimierung auf ein vertretbares Niveau sinken.

  • Die ersten Systeme brauchen monatelange Kalibrierung, bevor sie Chips mit annehmbarer Ausbeute liefern.
  • Für kleinere Hersteller wird es schwerer, Anschluss zu halten, was Konsolidierungen fördern könnte.
  • Die 2028er-Zusage ist also kein Garant für einen reibungslosen Start, sondern der Beginn einer Übergangsphase.

Unser Take: Ein stiller Wendepunkt fürs Gaming

Eigentlich ist dieser Meilenstein eine Meldung aus der Business-Ecke, doch ihre Wirkung erreicht jede Spielkonsole und jede Grafikkarte der kommenden Dekade. Wer heute in einen High-End-PC investiert, wird die Sprünge der nächsten Jahre noch mitbekommen, aber wer 2030 einkauft, profitiert von Transistoren, die mit dieser Technik gefertigt wurden. ASMLs Ankündigung ist ein Technik-Versprechen, das sich erst in Spielhallen und Wohnzimmern bewahrheiten muss, aber zum ersten Mal seit Jahren gibt es wieder einen klaren Fahrplan für die nächste große Leistungssteigerung in der Spielewelt. Wir bleiben dran, wenn die ersten Chips aus diesen Fabriken kommen.

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