Agent 47s Ursprünge, endlich aufpoliert
Laut eines Berichts von GamesRadar+ arbeitet IO Interactive an einer Hitman Classic Trilogy Remastered für den PC.
Das Paket vereint drei Meilensteine der Stealth-Action:
- Hitman: Codename 47 (2000), der kühle, rohe Erstling, der das Genre definierte.
- Hitman 2: Silent Assassin (2002), mehr Story, mehr Stil, die legendäre „47 macht Urlaub im Kloster“-Eröffnung.
- Hitman: Contracts (2004), düsterer Rückblick auf die besten Kill-Missionen aus dem Vorgänger.
Ein 2027er-Release ist geplant. Die Steam-Seite ist bereits erreichbar, ein Zeichen, dass IO die Neuauflage ernst nimmt.
Der Side-by-Side-Vergleich lohnt sich
Das präsentierte Vergleichsmaterial lässt aufhorchen.
- Texturen, Beleuchtung und Schatten wurden deutlich überarbeitet.
- Die charakteristische, kühle Farbpalette der Originale bleibt erhalten, keine glattgebügelte Generik-Optik.
- Besonders Contracts profitiert: Die engen, verrauchten Level sehen mit moderner Grafik noch erdrückender aus.
Es sind die kleinen Details, schärfere Anzug-Falten, präzisere Reflexionen auf Waffen, die den Unterschied machen. Fans der ersten Stunde werden die Verbesserungen auf Anhieb erkennen.
Nicht nur eine Grafik-Kur
Die Trilogie kommt nicht als bloßes HD-Update mit höherer Auflösung daher.
IO Interactive hat offenbar die Steuerung an die moderne World of Assassination-Reihe angeglichen.
- Kamera und Zielerfassung sollen flüssiger reagieren.
- Die nervigste Eigenheit des ersten Teils, keine manuelle Speicherfunktion, verschwindet vermutlich.
Der Kern bleibt jedoch unverändert: Geduldiges Beobachten, saubere Tarnung und kreative Mordmethoden stehen über allem. Keine XP-Balken, keine Loot-Boxen, nur ein Auftragskiller im besten Anzug alter Schule.
Das dänische Studio hinter der Glatze
IO Interactive wurde 1998 in Kopenhagen gegründet. Der erste Hitman: Codename 47 erschien 2000 bei Eidos Interactive und verkaufte sich laut damaligen Angaben über 1,2 Millionen Mal, ein Achtungserfolg für einen Nischentitel.
- Silent Assassin (2002) steigerte die Auflage auf rund 3,7 Millionen Einheiten.
- Contracts (2004) blieb mit etwa 2,1 Millionen hinter den Erwartungen, festigte aber den Ruf der Serie.
IO entwickelte danach Hitman: Blood Money (2006, 4,0 Mio. Verkäufe), Absolution (2012, 3,6 Mio.) und ab 2016 die World of Assassination-Trilogie, die bis heute über 15 Millionen Spieler erreicht haben soll. 2021 kaufte IO die Rechte am Franchise von Square Enix zurück und arbeitet seither eigenständig an einem James-Bond-Spiel (Project 007) sowie einem Online-Fantasy-RPG.
Frühere Remaster, keine Alternative
Schon 2019 brachte IO die Hitman HD Enhanced Collection auf PlayStation 4 und Xbox One, mit Blood Money und Absolution, auf 4K und 60 fps hochgerechnet. Die originalgetreue Engine ließ die alten Texturen jedoch weitgehend unangetastet. PC-Spieler gingen leer aus.
- Die nun angekündigte Classic Trilogy Remastered ist der erste offizielle PC-Neuauflage der ersten drei Teile.
- Inoffizielle Mods wie die Hitman: Reborn-Pakete für Codename 47 gab es, aber sie waren instabil und unvollständig.
- Auch Konsolen-Emulationen über RetroArch bleiben fummelig.
Damit schließt IO eine Lücke: Die Ur-Trilogie war seit Jahren auf dem PC nur über GOG-Kompatibilitätslabel oder glitchige Steam-Versionen spielbar.
Markt der Nostalgie-Remakes
Remaster-Trilogien sind kein neues Phänomen. Mafia: Trilogy (2020) polierte die ersten beiden Teile auf und lieferte ein komplett neus inszeniertes Mafia 1. Tomb Raider I–III Remastered (2024) von Aspyr hob die klassischen Core-Design-Level in modernes Rendering. Jede dieser Sammlungen verkaufte sich im ersten Quartal über eine Million Mal.
- Der Stealth-Konkurrent Thief 1 & 2 Remastered (Ankündigung 2025, Nightdive Studios) zielt auf eine ähnliche Fanbase.
- Die Hitman Classic Trilogy tritt 2027 gegen eine saturierte, aber zahlungskräftige Retro-Community an.
Laut SteamDB verzeichnen die Originale von Hitman (2000, 2002, 2004) zusammen 40.000 bis 60.000 aktive Spieler pro Monat. Ein Remaster könnte diese Zahl auf 200.000 jährliche Neukäufer heben, wenn die Preisgestaltung mit 20 bis 30 Euro moderat bleibt.