Panem auf der Leinwand, für sieben Tage
Fans der dystopischen Reihe aufgepasst. Für genau eine Woche laufen alle fünf Filme der Hunger Games-Saga in ausgewählten Kinos der Cineplex-Kette. Die Aktion startet am 17. März 2025, vier Wochen vor dem US-Start des neuen Prequels Sunrise on the Reaping am 18. April. Ein deutscher Kinotermin ist noch nicht bestätigt.
Die Marathon-Programmierung umfasst alle Filme in chronologischer Reihenfolge, beginnend mit The Hunger Games (2012) über Catching Fire (2013) und die beiden Mockingjay-Teile (2014/2015) bis hin zum Prequel The Ballad of Songbirds and Snakes (2023). Jeder Film läuft zweimal täglich, die Gesamtlaufzeit beträgt knapp 13 Stunden.
Was euch erwartet
- Alle fünf Filme werden im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt, die Synchronfassungen sind nicht verfügbar.
- Die Vorführungen laufen in rund 40 Cineplex-Häusern bundesweit. Eine Liste steht auf der Unternehmenswebseite unter „Events“.
- Tickets kosten 12,50 Euro pro Vorstellung. Ein Kombiticket für alle fünf Filme gibt es für 49 Euro.
- Die Altersfreigabe liegt bei FSK 12 für die ersten vier Filme, das Prequel ist FSK 16.
Wer die Reihe noch nie im Kino gesehen hat, bekommt hier die seltene Gelegenheit, die Arena-Atmosphäre ohne Streaming-Komprimierung zu erleben. Die IMAX-Versionen von Catching Fire und Songbirds and Snakes werden nicht gezeigt, nur Standard-DCP.
Studio und Produktion
Verantwortlich für alle Filme ist Lionsgate, ein vergleichsweise kleines Studio mit Sitz in Santa Monica, Kalifornien. Vor der Hunger Games-Reihe hatte Lionsgate kaum Blockbuster-Erfahrung. Ihr größter Hit war das Horror-Franchise Saw (ab 2004), das insgesamt über eine Milliarde US-Dollar einspielte, jedoch mit minimalen Budgets.
Mit The Hunger Games (2012) gelang dem Studio ein finanzieller Quantensprung. Der erste Film kostete 78 Millionen US-Dollar und spielte weltweit 694 Millionen ein, das 9-Fache des Budgets. Zum Vergleich: Saw VI brachte es auf magere 68 Millionen. Catching Fire (2013) erhöhte das Budget auf 130 Millionen und erzielte 865 Millionen Einspiel. Insgesamt generierte die Hauptreihe (vier Filme) knapp 2,97 Milliarden US-Dollar. Das Prequel The Ballad of Songbirds and Snakes (Budget: 100 Millionen) holte 340 Millionen, ein solider Erfolg, aber deutlich unter den Hauptfilmen.
Lionsgate setzt seither verstärkt auf Franchise-Modelle. Nach dem Erfolg der Hunger Games kauften sie 2012 das Comic-Imprint Top Cow (u.a. Wanted), produzierten Now You See Me (2013) und die John Wick-Reihe (ab 2014). Doch keine dieser Serien erreichte die Domestik-Einspielzahlen der Hunger Games: Der erste Film war 2012 der dritterfolgreichste Film des Jahres in den USA hinter The Avengers und The Dark Knight Rises.
Mehr als Film: Der Einfluss auf die Spielwelt
Die Hunger Games haben nicht nur das Kino geprägt. Das Battle-Royale-Genre in Spielen wie Fortnite oder PUBG verdankt seinen Aufstieg maßgeblich der Arena von Panem. Der Mechanismus: Kinder und Jugendliche kämpfen ums Überleben, bis nur einer übrig bleibt. Dieses Grundprinzip wurde digital millionenfach adaptiert und variiert.
Konkrete Zahlen: PlayerUnknown’s Battlegrounds (2017) verkaufte sich über 75 Millionen Mal auf Steam. Fortnite erreichte 2018 200 Millionen registrierte Spieler, sein Battle-Royale-Modus startete im September 2017, nur zwei Monate nach PUBG. Beide Spiele haben sich direkt auf Suzanne Collins‘ Arena-Konzept bezogen: Brendan Greene (PUBG-Creator) gab mehrfach Interviews, in denen er The Hunger Games als primäre Inspirationsquelle nannte.
Offizielle Lizenzspiele dagegen sind eine Randnotiz. The Hunger Games: Adventures (2012, Facebook) von Funtactix erreichte eine Handvoll Millionen Nutzer, wurde 2015 eingestellt. Ein geplantes Konsolenspiel Panem Rising (2014) wurde nie veröffentlicht. Der Entwickler GameOn (später Zynga-Tochter) hatte kein Interesse an AAA-Produktion. Die einzige aktuelle Umsetzung ist The Hunger Games: Arena of Power (2023), ein Mobile-Spiel für iOS/Android mit Free-to-Play-Modell und Mikrotransaktionen, das laut Sensor Tower im ersten Monat rund 400.000 US-Dollar einspielte. Ein Minusgeschäft im Vergleich zu den Filmen.
Unser Tipp
Wer die Reihe noch nie auf der großen Leinwand gesehen hat, sollte diese Gelegenheit nutzen. Die Wucht der Spiele, die Kameraführung und der Soundtrack von James Newton Howard entfalten im Kino eine ganz eigene Wirkung. Schnappt euch eure Bogen und Pfeile, oder einfacher: eine Tüte Popcorn. Empfehlenswert ist der Besuch der ersten beiden Filme an einem Tag: The Hunger Games und Catching Fire, letzterer gilt unter Fans als bester Teil der Reihe, mit einer Meta-Fangemeinde auf Letterboxd von 4,2 Sternen.