Terabytes an KI-Spam entfernt
itch.io hat nach eigenen Angaben „ein paar Terabyte“ an Inhalten gelöscht, die als KI-Spam eingestuft wurden. Die Maßnahme wurde am 3. November 2026 veröffentlicht, zusammen mit einer Aktualisierung der Qualitätshinweise auf der Plattform. Es handelt sich um eine Moderationsentscheidung der Storefront, nicht um die Ankündigung eines einzelnen Spiels. Die Löschung geht einher mit verschärften Regeln zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Betroffen ist die PC- und Indie-Storefront in ihrer Gesamtheit.
Was die neuen Regeln konkret bedeuten
- Uploads von KI-generierten Inhalten müssen künftig klar gekennzeichnet werden.
- Die Kennzeichnung ist Teil der Qualitätshinweise, die itch.io am 3. November 2026 überarbeitet hat.
- Suchergebnisse lassen sich über einen Filter einschränken, der KI-Inhalte ausblenden soll.
- Die Löschung als Spam eingestufter Inhalte läuft parallel zur neuen Kennzeichnungspflicht.
- Die Regeln gelten storefrontweit, nicht nur für einen einzelnen Bereich.
Kennzeichnungspflicht und Suchfilter
Die Kennzeichnung ist der zweite Teil der Maßnahme, neben dem Löschen. Wer KI-generierte Assets, Texte oder ganze Spiele hochlädt, soll das sichtbar machen, damit Nutzer auf der Storefront selbst entscheiden können. Der Suchfilter greift genau dort, wo die Flut am stärksten auffällt: in den Ergebnislisten. Beides zusammen ergibt eine Mischung aus Aufräumen und Vorbeugen. Die Qualitätshinweise, die itch.io parallel aktualisiert hat, sind für alle Uploads relevant, nicht bloß für Games.
itch.io ist seit Jahren die Adresse für kleine Indie-Projekte, Game Jams und Bezahl-Modelle, bei denen Käufer den Preis selbst festlegen. Diese Offenheit ist das Markenzeichen der Plattform, sie ist aber auch der Grund, warum Spam-Uploads dort so schnell auffallen. Wer ohne Hürden veröffentlichen kann, zieht automatisch auch massenhaft automatisiert erzeugte Einträge an. Die jetzt veröffentlichten Maßnahmen sind der Versuch, diese Offenheit zu erhalten und trotzdem gegen die Flut vorzugehen. Ein einzelner Entwickler oder Publisher steht hinter der Aktion nicht, es ist eine Plattformentscheidung.
Regeln gelten weit über Spiele hinaus
- Die neuen Vorgaben betreffen Games auf itch.io.
- Sie gelten auch für Tabletop- und physische Spiele, die über die Plattform angeboten werden.
- Bücher und Comics fallen ebenfalls unter die Regelung.
- Auch Soundtracks sind von den aktualisierten Qualitätshinweisen erfasst.
- Damit reicht die Kennzeichnungspflicht deutlich über den Spielebereich hinaus.
Offene Storefronts mit niedriger Einstiegshürde haben ein strukturelles Problem: Je leichter sich etwas veröffentlichen lässt, desto attraktiver wird die Plattform für automatisiert erzeugte Massenware. Für Spieler bedeutet das, dass gute kleine Projekte in den Listen schneller untergehen. Für die Betreiber bedeutet es Aufwand bei Moderation, Suche und Qualitätskontrolle. itch.io reagiert mit einer Kombination aus Löschen und Sichtbarmachen, statt einzelne Einträge manuell zu prüfen. Der Suchfilter ist dabei der Teil, der den Alltag der Nutzer am direktesten verändert.
Die Menge bleibt ungenau
Die genaue Zahl der gelöschten Daten ist nicht einheitlich überliefert. Berichte sprechen mal von „ein paar Terabyte“, mal von „a couple of terabytes“, eine belastbare Größenangabe gibt es nicht. Auch welche Inhalte konkret entfernt wurden, ist nicht einzeln benannt. Damit bleibt offen, ob es sich um Tausende kleine Uploads handelte oder um wenige sehr große Pakete. Festhalten lässt sich nur, dass itch.io die Löschung selbst als Teil einer laufenden Spam-Bekämpfung einordnet. Wer konkrete Zahlen sucht, findet sie in der offiziellen Mitteilung nicht.
Was das für Indie-Entwickler heißt
Für ehrliche kleine Projekte ändert sich zunächst wenig, außer dass die Kennzeichnungspflicht beim Upload beachtet werden muss. Wer KI-Assets nutzt, sollte das jetzt sichtbar machen, statt es später nachzutragen. Der Suchfilter wiederum kann dazu führen, dass gekennzeichnete Titel von Nutzern seltener angezeigt bekommen, die ihn aktiv einschalten. Diese Entscheidung liegt bei den Nutzern selbst. Am 3. November 2026 hat itch.io damit den Rahmen verschoben, in dem auf der Plattform veröffentlicht wird.