Überraschende Wendung in Whoville
Jim Carrey schlüpft erneut in das grüne Fell des Weihnachtshassers. Gemeinsam mit Regisseur Ron Howard bringt Universal ein Sequel zu „How the Grinch Stole Christmas“ aus dem Jahr 2000 auf den Weg.
Carreys schmerzhafte Erinnerungen
Carrey nannte die Dreharbeiten zum ersten Film einst öffentlich „torture“ (Folter). Die aufwendigen Prothesen und die tägliche Schminkprozedur von bis zu vier Stunden hinterließen bleibende Abneigung. Trotz dieser Erfahrung haben sich Schauspieler und Regisseur für eine Fortsetzung zusammengefunden.
Was bisher bekannt ist
Die Ankündigung stammt von Polygon. Konkrete Details zur Handlung, zum Drehstart oder einem Veröffentlichungsfenster gibt es noch nicht.
Ein schwieriges Erbe
Der erste Grinch-Film spielte weltweit über 345 Millionen Dollar ein, bei einem Budget von 123 Millionen. Er wurde zum Kultklassiker, doch Carreys körperliche Leiden warfen lange Schatten auf mögliche Fortsetzungen. Ob Carrey diesmal weniger leidet, bleibt abzuwarten.
Die Videospiel-Historie des Grinch
Parallel zur Filmreihe erschienen mehrere offizielle Umsetzungen für Konsolen und PC. Konami veröffentlichte 2000 „The Grinch“ für Game Boy Color, ein Jump-’n‘-Run, das die Handlung des Films grob nachzeichnete. 2002 folgte „The Grinch: The Christmas Crashers“ für Nintendo GameCube und PlayStation 2, entwickelt von Helixe, einem Studio, das zuvor an „Shrek 2: The Game“ gearbeitet hatte.
- Beide Spiele erhielten durchschnittliche Wertungen (Metacritic 58 bzw. 62).
- Verkaufszahlen blieben mit geschätzt unter 500.000 Einheiten pro Titel hinter den Filmerlösen zurück.
- 2018 brachte Crazy Labs ein mobiles Casual-Game namens „Grinch: Christmas Clash“ heraus, ein simpler Runner, der nur 2,3 Millionen Downloads erzielte.
Universal selbst betätigte sich als Publisher für keine dieser Adaptionen. Die Lizenz wurde an externe Entwickler vergeben, was zu einem unkoordinierten Franchise-Management führte. Ein Sequel-Film könnte dies ändern: Branchenquellen vermuten, dass Universal Interactive (eine seit 2016 wiederbelebte Spieleabteilung) den neuen Streifen direkt begleiten will.
Branchenkontext: Sequelitis oder strategischer Zug?
Universal hat in den letzten Jahren wiederholt auf Nostalgie gesetzt. 2023 brachte „The Super Mario Bros. Movie“ über 1,3 Milliarden Dollar ein, ebenfalls eine Zusammenarbeit mit Illumination (dem Grinch-Zeichentrickfilm von 2018 stammte von dort). Die Ankündigung eines Grinch 2 mit Carrey folgt einem Muster: Michael Keaton kehrte als Beetlejuice zurück, Tom Cruise als Maverick. Auch Spiele-Publisher wie Activision fahren mit „Crash Bandicoot 4“ oder „Spyro Reignited“ ähnliche Revivals.
Der Grinch 2 positioniert sich zwischen zwei Extremen: Einerseits der von Kritikern verrissene, aber kommerziell erfolgreiche erste Film (35 % auf Rotten Tomatoes, 345 Mio. $). Andererseits die enttäuschenden Spiele, die nie die Marke von einer Million Einheiten knackten. Ein gleichzeitiges Game-Release mit dem Film könnte das Franchise neu beleben, WB Games praktiziert dies mit den „LEGO“-Titeln, Disney mit „Star Wars Jedi: Fallen Order“. Universal hat mit „Jurassic World Evolution“ (2018) gezeigt, dass sie solche Synergien umsetzen können.
Zahlen & Fakten:
- Das Budget des ersten Grinch-Films (2000): 123 Mio. $
- Einspielergebnis: 345 Mio. $
- Durchschnittliche Spielbewertung der Grinch-Titel: 60/100
- Polygon-Quelle ist bislang die einzige Bestätigung der Fortsetzung
- ComingSoon.net berichtete 2022 von inoffiziellen Gesprächen zwischen Carrey und Howard, damals noch ohne Ergebnis.
Die Rückkehr von Jim Carrey ist kein reines Nostalgieprojekt. Universal strebt offenbar eine Mehrfachverwertung an: Film + Spiel + Remaster der alten Titel. Ein offizieller Game-Ableger wurde noch nicht bestätigt, aber die Historie zeigt, dass Universal nur dann Spiele lizenziert, wenn ein Film in der Pipeline ist. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und von wem.