Ein Meisterwerk der Abflachung
Keychron hat eine Tastatur aus Carbonfaser präsentiert, die selbst Hardcore-Enthusiasten staunen lässt. Der PCGamer-Redakteur, der das Gerät testen durfte, bezeichnete sie als das dünnste Keyboard, das er je in den Fingern hatte.
- Das Gehäuse aus Carbonfaser ist extrem leicht und stabil.
- Die Magnetschalter liegen so flach an, dass die Tastatur fast wie ein übergroßes Touchpad wirkt.
Hintergrund: Wer Keychron ist und was vorher kam
Keychron, 2017 in Shenzhen von einem Team ehemaliger Hardware-Ingenieure gegründet, begann mit mechanischen Tastaturen für Mac-Nutzer. Die erste K-Serie (K1, K2) etablierte die Marke als Nischenplayer. Seit 2021 produziert das Unternehmen auch voll programmierbare Modelle der Q-Serie, darunter die Q1 (2022) und die Q1 HE (2023). Letztere war der erste Keychron mit magnetischen Hall-Effekt-Schaltern. Der Carbonfaser-Prototyp greift diese Schaltertechnik auf, kombiniert sie aber mit einem Gehäuse, das nicht aus Aluminium, sondern aus Carbonfaser besteht, ein Material, das Keychron bisher nur für Kleinserien-Sondereditionen genutzt hat.
Gaming auf niedrigstem Profil
Bei Spielen kommt es auf schnelle Reaktionen an, und die Low-Profile-Magnetschalter von Keychron liefern sie. Anders als viele flache Tastaturen bleibt das Gefühl mechanisch und präzise.
- Tastenhöhe minimiert: Das spart Platz und ermöglicht eine ergonomischere Handhaltung.
- Ideal für unterwegs: Die Carbonfaser macht sie zudem extrem transportabel.
Branchenvergleich: Wo steht diese Tastatur?
Flache mechanische Modelle gibt es seit Jahren: Die Logitech G915 (2019, 22 mm Höhe) und die Corsair K100 Air (2022, 17 mm) gelten als Referenzen. Keychrons Prototyp soll laut PCGamer unter 15 mm liegen, und ist damit dünner als jede Konkurrenz mit echten mechanischen Schaltern. Optische Low-Profile-Tastaturen wie die Razer Huntsman Mini (25 mm) oder Ducky One 3 Mini (30 mm) übertreffen dieses Maß ohnehin nicht. Der Carbonfaser-Ansatz zielt auf maximale Portabilität: Ein Gewicht von geschätzt unter 500 Gramm wäre möglich, während Aluminiummodelle oft 800 Gramm oder mehr wiegen.
Noch ein Konzept oder schon Realität?
Derzeit handelt es sich um einen Prototyp, aber Keychron hat bereits ähnliche Modelle auf den Markt gebracht. Es ist nicht klar, ob dieses spezielle Modell in Serie geht.
- PCGamer hebt hervor, dass die Tastatur funktionsfähig ist und getippt werden kann.
- Die magnetische Technik könnte eine neue Ära für flache Gaming-Tastaturen einläuten.
Technische Daten und Vorgänger
Das dünnste Serienmodell von Keychron ist aktuell die K5 Pro (18 mm Höhe, 680 Gramm). Der Carbonfaser-Prototyp soll rund 3 mm flacher sein, bei einem halben Kilo weniger Gewicht. Die verwendeten Magnetschalter stammen von Gateron (Serie KS-20, auch in der Q1 HE verbaut). Sie arbeiten mit Hall-Effekt, registrieren Tastendrücke kontaktlos und erlauben variable Aktivierungspunkte (0,1 bis 3,8 mm). Im Gegensatz dazu nutzt die K5 Pro herkömmliche Keychron Low-Profile-Schalter (mechanisch, 3,5 mm Hub). Der Carbonfaser-Prototyp zeigt also eine doppelte Neuerung: neues Material und veränderte Schalttechnik.
Erste Eindrücke von der neuen Bauweise
Trotz der enormen Schlankheit wirkt die Tastatur stabil. Die Carbonfaser verhindert ein Durchbiegen, das bei anderen flachen Keyboards oft auftritt.
- Jeder Tastendruck fühlt sich knackig an, keine schwammigen Reaktionen.
- Gamer, die auf ultraniedrige Bauhöhen schwören, bekommen hier eine echte Alternative zu herkömmlichen Low-Profile-Modellen.
Hall-Effekt-Schalter: Die Technik dahinter
Magnetische Switches sind kein Keychron-Exklusiv. Logitech verwendet sie in der G Pro X Superlight 2 (Maus), Razer in der Huntsman V2 (optisch-magnetisch). Anders als optische Schalter nutzen Hall-Effekt-Schalter ein Magnetfeld, das durch einen Sensor unter dem Schalterschaft ausgewertet wird. Das ermöglicht analoge Eingaben, ein Feature, das für Racing-Spiele oder Steuerungen mit Druckempfindlichkeit genutzt werden kann. Keychron hat bei der Q1 HE bereits gezeigt, dass solche Schalter auch in kompakten Gehäusen funktionieren. Der Carbonfaser-Prototyp setzt auf die gleiche Platine, reduziert aber die Bauhöhe durch ein neu entwickeltes Gehäuse aus Carbonfaserplatten.
Was die Zukunft bringt
Ob die Carbonfaser-Tastatur den Weg in die Läden findet, bleibt abzuwarten, der Prototyp zeigt jedenfalls, was technisch möglich ist. Keychron hat noch keine Preis- oder Terminangaben gemacht. Ein Marktstart wäre frühestens Ende 2025 denkbar, falls die Serienproduktion der Carbonfaser-Chassis gelingt. Derzeit wird das Material vor allem im Flugzeug- und Rennsport für Leichtbauteile eingesetzt, eine industrielle Umstellung auf Keychron-Stückzahlen wäre aufwendig.