Weniger Kubikzentimeter, mehr Komfort
Havn hat ein neues PC-Gehäuse vorgestellt. Das HS 360 ist kleiner und leichter als das hochgelobte HS 420, bringt aber einige praktische Verbesserungen mit.
Laut PCGamer konzentriert sich das Design auf einfachere Handhabung. Die genauen Maße und das Gewicht sind noch nicht offiziell bestätigt, der Trend ist jedoch klar: kompakter bauen, ohne an Qualität zu verlieren.
Havn: Ein junger Hersteller mit Erfahrung
Havn wurde 2022 von ehemaligen Fractal-Design-Ingenieuren gegründet. Das erste Produkt, das HS 420, erschien im Frühjahr 2023 und gewann mehrere Hardware-Awards für sein durchdachtes Airflow-Konzept und die modulare Innenraumgestaltung. Das Team setzte auf eine radikale Vereinfachung der Montage, etwa durch werkzeuglose Halterungen und integrierte Kabelkanäle.
Bislang hat Havn nur zwei Gehäuse veröffentlicht: das HS 420 und das günstigere HS 400 (eine abgespeckte Version mit Stahlelementen). Das HS 360 ist das dritte Modell und die erste kompakte Variante. Havn positioniert sich damit im wachsenden Markt der Small-Form-Factor-Gehäuse, ohne Kompromisse bei der Kühlung einzugehen.
Was das HS 360 anders macht
- Weniger Volumen, ideal für kleine Schreibtische oder LAN-Partys.
- Leichtere Bauweise, erleichtert Transport und Montage.
- Komfort-Upgrades, Details wie verbesserte Kabeldurchführungen oder werkzeugloser Einbau werden genannt, aber nicht spezifiziert.
Das HS 420 galt bereits als eines der durchdachtesten Gehäuse seiner Klasse. Havn übernimmt offenbar dessen Grundprinzipien und staucht sie auf ein handlicheres Format.
HS 420: Die Messlatte in Zahlen
Das HS 420 misst 480 x 270 x 450 mm (H x B x T) und wiegt rund 12 Kilogramm. Es unterstützt Mainboards bis E-ATX, Netzteile bis 200 mm Länge und Grafikkarten bis 420 mm. Das HS 360 soll laut ersten Teasern 10–15 % kleiner ausfallen, grob geschätzt auf 450 x 240 x 400 mm. Das Gewicht könnte auf unter 10 kg sinken.
Ein wichtiger Unterschied: Das HS 360 verzichtet vermutlich auf den massiven Stahlrahmen des großen Bruders und setzt stattdessen auf eine Kombination aus SECC-Stahl und temperiertem Glas. Die maximale Grafikkartenlänge wird voraussichtlich bei 380 mm liegen, ausreichend für fast alle aktuellen High-End-Modelle. Auch der Platz für Radiatoren bleibt mit 360 mm vorne und 240 mm oben wettbewerbsfähig.
Für wen lohnt sich der Umstieg?
Gamer, die einen leistungsstarken PC auf kleinem Raum realisieren wollen, finden im HS 360 eine direkte Alternative. Wer bereits das HS 420 besitzt, muss aber nicht zwangsläufig wechseln, die Neuerungen sind evolutionär, nicht revolutionär.
Die Upgrade-Punkte zielen vor allem auf Bauanfänger und Vielumzieher ab. Ein schlankeres Gehäuse mit denselben Qualitätsstandards, das klingt nach einem stimmigen Konzept.
Branchenkontext: Kompaktgehäuse im Aufwind
Havn tritt mit dem HS 360 gegen etablierte Modelle wie das Fractal Design North (38 Liter) oder das Corsair 4000D Airflow (45 Liter) an. Beide kosten zwischen 130 und 170 Euro und bieten ähnliche Ausstattung. Das HS 420 lag bei 199 Euro UVP, das HS 360 könnte bei rund 160 Euro starten.
Der Trend zu kleineren Gehäusen wird durch leistungshungrige Komponenten wie die RTX-40-Serie und Ryzen-7000-CPUs befeuert, die trotz hoher Abwärme kompakte Kühllösungen erfordern. Gehäusehersteller reagieren mit schmaleren Designs, die dennoch Platz für dicke Radiatoren und große Lüfter lassen. Havn setzt hier auf eine Mischung aus Mesh-Front und staubdichten Seitenwänden, ähnlich wie beim HS 420, nur in kleinerem Format.
Noch gibt es keinen finalen Preis oder Termin für das HS 360. Die erste Charge wird für Januar 2024 erwartet. Dann zeigt sich, ob Havn das Niveau des HS 420 auch in kompakter Form halten kann.