Zocken als Diplomatie im Hinterzimmer
Ein Bericht des New Yorker sorgt für Gesprächsstoff, weil er eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Politik, Geld und Gaming zieht. Demnach soll Jared Kushner, Schwiegersohn von Donald Trump, gern Videospiele mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gespielt haben. Der Bericht ist am 19. September 2026 erschienen und noch am selben Tag aktualisiert worden. Wichtig: Das Ganze ist bislang nicht offiziell bestätigt, es handelt sich ausdrücklich um einen Bericht mit “reportedly”-Charakter. Ein konkretes Spiel wird nicht genannt.
Was der Bericht konkret behauptet
- Kushner und der saudische Kronprinz sollen gemeinsame Gaming-Sessions gehabt haben
- Die Treffen sollen bereits vor dem Verkauf von Electronic Arts stattgefunden haben
- Kushner wird als zentrale Figur in diesem umstrittenen Deal beschrieben
- Ein konkretes Spiel oder eine Plattform wird in dem Bericht nicht genannt
- Eine offizielle Bestätigung von Kushner, MBS oder EA gibt es nicht
Wer da angeblich am Controller sitzt
Jared Kushner war während der ersten Trump-Administration als Senior Advisor tätig und ist mit Ivanka Trump verheiratet. Nach seiner Zeit im Weißen Haus gründete er den Investmentfonds Affinity Partners, der vor allem mit Kapital aus dem Nahen Osten in Verbindung gebracht wird. Mohammed bin Salman ist Kronprinz und de facto Regierungschef Saudi-Arabiens und kontrolliert den Staatsfonds Public Investment Fund (PIF). Der PIF ist in den vergangenen Jahren massiv in die Spielebranche eingestiegen. Solche Verbindungen zwischen Investment-Interessen und privaten Treffen sind genau der Stoff, aus dem kritische Berichte entstehen.
Electronic Arts: Der Publisher hinter Battlefield
Bei Electronic Arts handelt es sich um einen der größten Spielepublisher der Welt, in dem Bericht wird EA als “Battlefield maker” beschrieben. Das Studio hinter dem Shooter-Franchise ist seit den frühen 2000ern eine feste Größe im AAA-Segment. Die Battlefield-Reihe hat mit Titeln wie Battlefield 1942, Battlefield 3 und Battlefield 2042 die Ego-Shooter-Landschaft geprägt. Daneben gehören Franchises wie FIFA (heute EA Sports FC) und The Sims zum Portfolio. EA ist damit kein kleiner Fisch, sondern ein Konzern mit Milliarden-Umsätzen. Genau deshalb ist jeder Deal rund um die Firma ein Politikum.
Warum Saudi-Arabien im Gaming so aktiv ist
- Der PIF hat in den vergangenen Jahren Anteile an zahlreichen Gaming-Unternehmen erworben
- Die Savvy Games Group, Teil der saudischen Strategie, investiert in Publisher und E-Sport
- Saudi-Arabien verfolgt das Ziel, sich als Gaming-Hub im Nahen Osten zu etablieren
- Kritiker sehen darin den Versuch, wirtschaftlichen Einfluss in Kultursektoren auszubauen
- Der EA-Deal reiht sich in diese größere Investmentstrategie ein
Der EA-Kauf und Kushners Rolle
Der Verkauf von Electronic Arts an ein Konsortium unter saudischer Beteiligung gehört zu den größten Transaktionen der Gaming-Geschichte. Kushner wird in dem Bericht als Schlüsselfigur in diesem Prozess beschrieben. Sein Fonds Affinity Partners steht im Zentrum der Vorwürfe, dass private Kontakte und geschäftliche Interessen sich vermischen. Die genauen Details der Verhandlungen sind nicht öffentlich, und weder Kushner noch MBS haben sich zu dem Bericht geäußert. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet ein solcher Deal vor allem eines: Der Publisher, der Battlefield und EA Sports FC verantwortet, hat einen neuen Eigentümer mit politischem Gewicht.
Was das für die Branche bedeutet
Die Gaming-Branche ist längst kein Nischenmarkt mehr, sondern ein Milliardengeschäft, in dem Staatsfonds, Investmentgesellschaften und politische Akteure aufeinandertreffen. Der Fall EA zeigt, wie eng Unterhaltungssoftware, Kapitalströme und Geopolitik mittlerweile verwoben sind. Ob Kushner und MBS tatsächlich gemeinsam gezockt haben, bleibt unbestätigt. Klar ist: Wenn die größten Publisher der Welt den Besitzer wechseln, sind die Konsequenzen für Fans weitreichender als ein einzelner Launch-Titel.
Was am Ende bleibt
Der New Yorker-Bericht liefert keine Beweise für die Gaming-Sessions, sondern überliefert eine Anekdote aus zweiter Hand. Der eigentliche Kern der Geschichte ist der EA-Deal und die Frage, wie private Netzwerke und Staatsgelder zusammenwirken. Wer wissen will, ob Kushner wirklich am Controller saß, wird auf eine Bestätigung warten müssen. Das Spiel läuft derweil weiter, nur eben auf einer ganz anderen Ebene als der heimischen Konsole.