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Sex Vixens from Space: Der Zoll vernichtete das Spiel
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Sex Vixens from Space: Der Zoll vernichtete das Spiel

Ein erotisches Adventure von Free Spirit Software wurde bei der Einfuhr nach Großbritannien abgefangen und von den Zollbehörden zerstört.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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Ein Endgegner namens Zollamt

Eine Sendung mit dem Adventure Sex Vixens from Space wurde auf dem Weg nach Großbritannien von den dortigen Zollbehörden abgefangen und vernichtet. Das Spiel verschwand damit physisch, nicht per Verkaufsverbot oder Rückruf, sondern durch Beschlagnahmung und Zerstörung der Datenträger. Die Begründung bleibt vage: Die Meldung nennt den Inhalt “scandalous” und deutet obszöne Elemente an, ohne konkrete Kriterien zu nennen. Damit ist der Fall einer der drastischsten bekannten Vorgänge, bei dem ein kommerziell vertriebenes Computerspiel an einer Grenze endete.

Was in den Datenträgern steckte

  • Titel: Sex Vixens from Space
  • Entwickler und Publisher: Free Spirit Software, in Katalogeinträgen teils als Selbstveröffentlichung geführt
  • Genre: erotisches grafisches Adventure, angesiedelt in der Interactive-Fiction-Ecke
  • Erstveröffentlichung: 1988
  • Kontext: Das Spiel gehört zum Umfeld rund um Sex and Violence Vol. 1; Verweise auf Bradley Stallion und ein “next adventure” existieren, eine offizielle Reihenbezeichnung ist aber nicht belegt

Fünf Plattformen, zwei Jahrgänge

Die Veröffentlichung zog sich über mehrere Systeme. 1988 erschienen Fassungen für den Commodore 64 und den Apple II, im selben Jahr folgten laut Katalogeinträgen eine Standalone-Fassung für DOS und eine für den Amiga. 1989 kam eine Umsetzung für den Atari ST dazu. Wer damals Disketten per Post bestellte, hatte also durchaus mehrere Zielgeräte zur Auswahl, was für ein kleines Studio mit begrenzten Ressourcen ungewöhnlich breit war. Ein Preis in Euro ist für keine der Fassungen belegt.

Ein Studio, das wenige Spuren hinterließ

Über Free Spirit Software ist öffentlich wenig überliefert. Kataloge führen die Firma sowohl als Entwickler als auch als Publisher, was auf einen Ein-Mann- oder Kleinstbetrieb hindeutet, wie er in der Heimcomputer-Ära üblich war. Die Verweise auf Bradley Stallion und eine “nächste” Episode legen nahe, dass zumindest an einer losen Fortsetzung gedacht war. Ob daraus mehr als eine Absicht wurde, lässt sich anhand der verfügbaren Einträge nicht sagen. Das Spiel selbst bleibt damit der bekannteste Eintrag im Firmenverzeichnis.

Warum das Genre damals an Grenzen stieß

  • Erotische Adventures wurden in den späten 1980er Jahren überwiegend per Diskettenversand und Kleinanzeigen vertrieben, nicht über den Einzelhandel
  • Britische Behörden kontrollierten eingeführte Datenträger, was Importe aus den USA zu einem Risiko machte
  • Anders als bei Arcade-Titeln fehlte solchen Spielen eine Lobby aus großen Publishern, die sich für sie einsetzte
  • Der Vertriebsweg über Post und Privatkopien bedeutete, dass eine beschlagnahmte Lieferung für ein kleines Studio schnell existenzbedrohend sein konnte

Einordnung im Heimcomputer-Markt

Die zweite Hälfte der 1980er war die Hochphase der Text- und Grafik-Adventures auf 8- und 16-Bit-Systemen. Während große Häuser auf Abenteuer mit breiter Zielgruppe setzten, bedienten kleine Anbieter Nischen, die im Ladenregal nicht vorkamen. Erotische Inhalte waren eine dieser Nischen, und sie waren fast zwangsläufig mit Vertriebsproblemen verbunden. Der britische Zoll griff in dieser Zeit mehrfach bei importierter Software ein, die als obszön eingestuft wurde. Sex Vixens from Space reiht sich in diese Fälle ein, ist aber wegen der vollständigen Vernichtung der Ware ein besonders deutliches Beispiel.

Was bis heute unklar bleibt

  • Der genaue Grund für die Beschlagnahmung ist nicht dokumentiert, nur die Andeutung eines skandalösen Inhalts
  • Ob es sich um eine einzelne Sendung oder um eine systematische Kontrolle handelte, geht aus den Angaben nicht hervor
  • Ein Preis für irgendeine der Plattformversionen ist nicht belegt
  • Eine offizielle Reihenbezeichnung über die Stallion-Verweise hinaus lässt sich nicht nachweisen
  • Verkaufszahlen sind für keine Fassung überliefert

Was vom Spiel übrig blieb

Erhalten sind Katalogeinträge, Plattformlisten und die Erinnerung an einen Vorgang, der sich kaum wiederholen lässt: Ein Spiel wurde nicht verboten, sondern existierte nach der Einfuhr schlicht nicht mehr in dieser Lieferung. Wer heute über Sex Vixens from Space spricht, spricht weniger über Spielmechaniken als über einen Zollakt. Zwischen der ersten Fassung für Commodore 64 und Apple II im Jahr 1988 und der Atari-ST-Version 1989 liegt nur ein Jahr, in dem das Spiel auf beiden Seiten des Atlantiks ganz unterschiedliche Wege nahm.

Quelle: PCGamer latest

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