Die Rückkehr eines Klassikers
League Classic startet am 29. Juli in eine neue Phase, die den historischen Zustand der Season 3 von League of Legends repliziert. Das Projekt wird von einem Team aus ehemaligen Community-Entwicklern und Hardcore-Fans unter dem Banner von Chronoshift umgesetzt.
Das Studio operiert unabhängig von Riot Games und nutzt eine modifizierte Architektur, um den Client von 2013 lauffähig zu machen. Diese Bemühungen begannen bereits vor drei Jahren als technisches Experiment zur Konservierung von Spielversionen.
Was erwartet die Spieler?
Die Entwickler implementieren den Stand von Patch 3.14, dem letzten großen Update der Saison 2013. Spieler treffen auf die ursprüngliche Karte Beschwörerplateau sowie das alte Item-System inklusive Gegenständen wie Herz aus Gold oder Weiser der Antike.
- Rückkehr der Season 3 Mechaniken (z.B. Runen- und Meisterschaftssystem vor dem Update von 2017).
- Wiederherstellung der ursprünglichen Champion-Kits, bevor großflächige Reworks (wie bei Sion oder Ryze) stattfanden.
- Entfernung von modernen Elementen wie Elementardrachen oder der Hextech-Klüfte.
Das Balancing spiegelt die Meta wider, in der Assassinen wie Zed oder Ahri das Spielgeschehen dominierten. Die Skalierung der Werte folgt exakt den Tabellen von 2013, ohne spätere Anpassungen an den Goldfluss oder die Erfahrungspunkte.
Branchenkontext und Vergleich
League Classic folgt dem Vorbild von World of Warcraft Classic, das 2019 den Trend zu offiziellen Legacy-Servern auslöste. Während Blizzard das Projekt intern leitete, bleibt Chronoshift ein externes Team, das sich in einer rechtlichen Grauzone bewegt.
Ähnliche Projekte wie Project M für Super Smash Bros. Brawl zeigten bereits das Potenzial von Fan-Modifikationen zur Wiederherstellung alter Spielgefühle. Die Community-Nachfrage nach einem "Vanilla"-Erlebnis stieg sprunghaft an, nachdem Riot Games den Twisted Treeline Modus 2019 offiziell abschaltete.
- Old School RuneScape dient seit 2013 als erfolgreichstes Beispiel für eine dauerhafte Legacy-Version.
- Die Community-Server von Counter-Strike 1.6 halten die Spielerzahlen seit Jahrzehnten stabil.
- Analysen zeigen, dass Spieler für nostalgische Inhalte eine durchschnittliche Verweildauer von 15 bis 20 Stunden pro Woche aufbringen.
Details zum Release
Der Serverstart ist für den 29. Juli um 18:00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit angesetzt. Interessierte müssen einen separaten Client herunterladen, da die Version nicht mit dem aktuellen Riot-Launcher kompatibel ist.
Die Infrastruktur umfasst Serverstandorte in Frankfurt am Main, um die Latenz für den europäischen Raum unter 30 Millisekunden zu halten. Das Team stellt zusätzlich ein öffentliches Git-Repository bereit, um die Transparenz des Codes zu gewährleisten.
Zum Start sind 116 Champions verfügbar, exakt die Anzahl, die bis zum Ende der Season 3 veröffentlicht wurde. Die Ranglisten-Funktion wird zwei Wochen nach dem Release freigeschaltet, um Spielern Zeit für das Training der alten Mechaniken zu geben.
Einige Nutzer berichten bereits von der Installation vorab, um Serverüberlastungen zu vermeiden. Das Projekt finanziert sich ausschließlich über freiwillige Spenden der Community.