Film-Addicts aufgepasst
Letterboxd hat eine neue Funktion gestartet: eine digitale Stempelkarte für „The Odyssey“. Jede Wiederholung des Films wird automatisch getrackt und belohnt.
Das System erinnert an Retro-Sammelkarten aus Arcade-Hallen, nur ohne physisches Papier. Stattdessen gibt es digitale Abzeichen und Statistiken.
Wie die Stempelkarte funktioniert
- Du loggst jede Sichtung von „The Odyssey“ in deinem Letterboxd-Konto.
- Die App zählt mit: ein Stempel pro Watch.
- Nach einer bestimmten Anzahl schaltest du besondere Icons und „Rewatch-Badges“ frei.
- Unterstützt werden alle Formate: Kino, DVD, Blu-ray, Streaming, sogar TV-Ausstrahlungen.
Die Idee stammt aus der Gaming-Welt, ähnlich wie Achievements auf Xbox oder Trophäen auf PlayStation. Nur geht es hier um Film-Nerderei statt Highscore-Jagd.
Retro-Charme trifft moderne Film-Nerdigkeit
- Früher gab es Punch Cards in Videotheken: zehn Mal ausleihen, einmal gratis.
- Letterboxd digitalisiert dieses Prinzip für die Streaming-Ära.
- „The Odyssey“ ist der erste Film, der diese Behandlung bekommt, eine Hommage an den 1968er-Klassiker oder die 1997er-Miniserie? Beide sind abgedeckt.
Besonders für „Rewatch-Junkies“ ist das ein gefundenes Fressen. Wer den Film schon zehnmal gesehen hat, bekommt endlich eine sichtbare Belohnung.
Keine Werbung, nur Leidenschaft
Letterboxd hat bereits angekündigt, dass die Stempelkarte keine Käufe oder Abos voraussetzt. Jeder kostenlose Account kann teilnehmen.
Das Feature ist ab sofort live, also nichts wie los: „The Odyssey“ läuft auf fast jedem Streaming-Dienst. Deine nächste Watch wartet bereits auf den digitalen Stempel.
Hinter Letterboxd
Die Plattform wird von der neuseeländischen Firma Letterboxd Ltd. betrieben. Gründer Matthew Buchanan und Karl von Randow starteten die Seite 2011, zunächst als privates Hobby. Vorher entwickelten sie die Portfolio-Plattform Cargo. Der offizielle Launch erfolgte im Februar 2012. Laut eigenen Angaben zählt Letterboxd heute über 14 Millionen registrierte Nutzer (Stand 2024). Das Unternehmen hat sich auf Film-Logging, Listen und soziale Bewertungen spezialisiert. Bisherige Gamification-Elemente beschränkten sich auf jährliche „Year in Review“-Statistiken und temporäre Challenges wie „Hooptober“ (Horror-Programm im Oktober). Die dauerhafte Punch Card ist ein Novum für die App.
Die Odyssee durch die Jahrzehnte
Die Stempelkarte erfasst zwei Hauptversionen des Homer-Epos. Die 1968er-Fassung ist eine vierteilige italienische Miniserie (Regie: Franco Rossi), produziert von der RAI. Hauptdarsteller Bekim Fehmiu spielte Odysseus, die Laufzeit beträgt rund 200 Minuten. Die 1997er-Version entstand als US-amerikanisch-britische Koproduktion mit Armand Assante und Isabella Rossellini, Regie führte Andrei Konchalovsky. Sie ist zweiteilig und läuft 90 Minuten pro Teil. Beide Adaptionen sind auf Letterboxd mit eigenen Einträgen gelistet. Der 1968er-Film hat dort eine Durchschnittsbewertung von 3,6 Sternen, die 1997er-Version liegt bei 3,2 Sternen. Weitere Adaptionen, etwa eine Zeichentrickversion von 2010, werden von der Punch Card nicht erfasst.
Gamification in Medien-Apps
Letterboxd ist nicht der erste Dienst, der wiederholte Nutzung mit Abzeichen belohnt. Goodreads vergibt Lese-Challenges mit gestaffelten Icons. Steam hat Achievements für Spielstunden. Trakt.tv bietet Statistiken und Fortschrittsbalken für Serien-Marathons, aber keine spezifischen Rewatch-Belohnungen. IMDb beschränkt sich auf Watchlist-Funktionen. Die Letterboxd-Punch Card ist ein Testballon für ein genreübergreifendes Prinzip: gezielte Wiederholungen eines einzelnen Titels sichtbar machen. Sollte das Feature angenommen werden, könnte die Plattform es auf andere Klassiker ausweiten, etwa „Der Pate“ oder „Pulp Fiction“. Branchenbeobachter rechnen damit, dass Konkurrenten wie MovieLens ähnliche Mechaniken in ihre Apps einbauen. Ob „The Odyssey“ dauerhaft der einzige Film mit Punch Card bleibt, ist offen, der Start mit einem antiken Epos fällt zumindest aus dem Rahmen üblicher Popkultur-Marketingaktionen.