Ein Frame, zwei Lager
Ein Screenshot aus einem angeblichen Remake von Zelda: Ocarina of Time sorgt im Netz für hitzige Debatten. Der einzige bisher gezeigte Frame zeigt Link in einem komplett überarbeiteten Look.
Die Reaktionen könnten gegensätzlicher nicht sein. Ein Teil der Fans jubelt über ein gelungenes 10/10-Redesign. Der andere Teil spricht vom „worst case scenario“ für den Helden von Hyrule.
Was bisher bekannt ist
- Das Bild stammt laut GamesRadar+ aus einem Bericht über ein mögliches Remake.
- Es gibt keinerlei offizielle Bestätigung von Nintendo oder anderen Quellen.
- Die Zusammenfassung der Quelle lautet: „It‘s hard to say with little more than a single frame to go off.“
Konkrete Details zum Design, etwa neue Texturen, Modelländerungen oder Stilrichtung, fehlen völlig. Alles reduziert sich auf diesen einen, umstrittenen Moment.
Spurensuche: Wer steckt hinter dem Remake?
Sollte das Projekt existieren, käme als Entwickler vor allem Grezzo infrage. Das japanische Studio hat seit 2011 drei Zelda-Remakes umgesetzt: Ocarina of Time 3D (3DS), Majora’s Mask 3D (3DS) und Link’s Awakening (Switch, 2019). Grezzo wurde 2006 von Koichi Ishii gegründet, dem Schöpfer der Secret-of-Mana-Reihe. Vor den Zelda-Arbeiten entwickelte das Studio vor allem kleinere Titel wie Line Attack Heroes (WiiWare) und Ever Oasis (3DS). Die Remakes von Ocarina of Time 3D und Majora’s Mask 3D verkauften sich zusammen über 7 Millionen Mal.
Ein Wechsel zu einer komplett neuen Engine (etwa die Havok-basierte Technik von Breath of the Wild) wäre möglich. Grezzo hat mit Link’s Awakening gezeigt, dass sie einen eigenständigen Kunststil umsetzen können, den Diorama-Look mit weichen Texturen und Tiefenunschärfe. Ein Ocarina-Remake in diesem Stil wäre eine denkbare Richtung, würde aber dem gezeigten Frame (der eher realistischer wirken soll) widersprechen.
Zelda-Remakes: Eine Erfolgsbilanz
Nintendo hat seit dem N64-Original von Ocarina of Time (1998) mehrere Neuauflagen veröffentlicht. Die Verkaufszahlen belegen eine stabile Nachfrage:
- Ocarina of Time (N64): 7,6 Millionen Einheiten.
- The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D (3DS, 2011): 6,4 Millionen.
- Majora’s Mask 3D (3DS, 2015): 3,0 Millionen.
- Link’s Awakening (Switch, 2019): 6,5 Millionen (Stand März 2023).
Alle Remakes wurden von Grezzo entwickelt und von Nintendo veröffentlicht. Ein hypothetisches Ocarina-Remake für die Switch (oder deren Nachfolger) würde in eine Reihe fallen, die zuletzt mit Skyward Sword HD (2021, 4,1 Millionen) und Link’s Awakening hohe Verkaufszahlen erzielte. Branchenweit boomen Remakes: Capcoms Resident Evil 2 (2019) verkaufte über 13 Millionen Einheiten, Final Fantasy VII Remake (2020) über 7 Millionen. Der Markt ist aufnahmebereit.
Warum die Wogen so hoch schlagen
Ocarina of Time gilt als Meilenstein des Genres. Jede visuelle Veränderung an der Ikone Link wird von der Fangemeinde unter die Lupe genommen.
- Puristen wünschen sich eine möglichst werkgetreue Umsetzung des N64-Originals.
- Andere hoffen auf moderne Überarbeitungen, wie sie Breath of the Wild oder Tears of the Kingdom etabliert haben.
- Der gezeigte Frame scheint genau diese beiden Erwartungen gleichermaßen zu enttäuschen, oder zu begeistern.
Das Problem: Ohne weiteres Bildmaterial oder offizielle Statements bleibt die Diskussion reine Spekulation. Ein einzelner Frame reicht nicht für ein Urteil, aber er reicht völlig, um die Gemüter zu erhitzen.