Winzling im Hosentaschenformat
Logitech bringt mit dem Mobi Fold eine Maus auf den Markt, die sich komplett zusammenfalten lässt. Das Ergebnis: Ein Gerät, das kaum größer ist als eine Packung Kaugummi. Der PCGamer hat das Ding getestet und sich dabei eine ganz besondere Frage gestellt.
Die Maus oder der Arzt?
„Is that a mouse in your pocket or do you need to see a doctor?“, so lautet die Überschrift des Kollegen von PCGamer. Ein klassischer Wortwitz, der die eigentliche Pointe des Mobi Fold auf den Punkt bringt: Die gefaltete Maus erzeugt eine Beule im Stoff, die durchaus falsch interpretiert werden kann.
Klappmechanismus und Alltagstauglichkeit
- Das Gehäuse lässt sich wie ein Taschenmesser zusammenlegen, sodass nur noch ein flaches Rechteck übrig bleibt.
- Der Test lobt die solide Verarbeitung, die Scharniere machen einen wertigen Eindruck.
- Die Maustasten sind zwar kompakt, aber für gelegentliches Arbeiten oder Spielen ausreichend dimensioniert.
Für wen lohnt sich der Mobi Fold?
Mobile Gamer, die auf LAN-Partys oder Geschäftsreisen nicht auf eine vernünftige Maus verzichten wollen, sind die Zielgruppe. Wer hingegen täglich stundenlang zockt, greift besser zu einem vollwertigen Modell, der Mobi Fold ist ein Notnagel für die Hosentasche, kein primäres Arbeitsgerät.
Retro-Gedanken zur Mobilität
Erinnert ein wenig an die Zeiten, als man mit einer Rollmaus im Gepäck um die Häuser zog, nur viel platzsparender und ohne lästiges Kabelgewirr. Der Mobi Fold setzt auf kabellose Verbindung, bleibt aber so klein, dass er fast untergeht.
Entwicklerhistorie: Logitech und die Mobi-Serie
Logitech mit Hauptsitz in Lausanne und Newark produziert seit über 40 Jahren Peripherie. Die Mobi-Linie ist eine neue Kategorie speziell für mobile Nutzer. Vorgänger im Bereich kompakter Mäuse sind die Logitech Pebble Mouse 2 (2021, flach, aber nicht faltbar) und die Logitech M350 (Pebble-Design). Der Mobi Fold ist der erste faltbare Vertreter der Serie. Microsoft bot 2017 die Microsoft Arc Mouse an, die sich biegt, Logitech setzt auf ein mechanisches Klappsystem mit zwei Scharnieren. Die Entwicklung begann 2022; erste Prototypen wurden auf der CES 2023 hinter verschlossenen Türen gezeigt.
Technische Daten im Detail
Der Mobi Fold wiegt 45 Gramm und misst gefaltet 65 x 40 x 18 Millimeter, das entspricht etwa der Größe von vier gestapelten Kreditkarten. Der optische Sensor arbeitet mit 1000 dpi (fest, nicht umschaltbar), ausreichend für Büroarbeit, nicht für präzises Gaming. Die Verbindung erfolgt per Bluetooth Low Energy 5.1, ein 2,4-GHz-Dongle entfällt. Strom liefert eine AAA-Batterie, die Logitech zufolge bis zu 12 Monate hält. Im ausgeklappten Zustand misst die Maus 95 x 58 x 26 mm; die Maustasten haben einen Hub von 0,8 Millimetern. Der PCGamer-Test bemängelt, dass es kein DPI-Umschalter gibt.
Preis, Konkurrenz und Verfügbarkeit
Der Mobi Fold soll bei 49,99 Euro liegen (UVP, Stand Oktober 2024). Damit konkurriert er mit der Microsoft Arc Mouse (ca. 70 Euro, biegbar aber schwerer) und der Jelly Comb Folding Mouse (ca. 20 Euro, aber mit raueren Scharnieren). Logitech liefert ihn in den Farben Schwarz und Weiß, ohne Charging Case oder Aufbewahrungstasche. Verglichen mit der Logitech M350 (73 Gramm, 35 Euro) spart man 28 Gramm und viel Volumen, verliert aber den Seitentaster und eine ergonomische Form. Der Mobi Fold richtet sich explizit an Menschen, die oft mit Laptop unterwegs sind, Gamern empfehlen die Tester die Razer Orochi V2 (60 Gramm, 60 Euro) als leichtere, vollwertige Alternative.
Das Fazit des PCGamer
Die faltbare Maus erfüllt ihren Zweck: Sie verschwindet fast vollständig im Rucksack und ist schnell einsatzbereit. Die medizinische Anmutung bleibt jedoch ein running gag, wer den Mobi Fold in der Jeanstasche trägt, sollte mit komischen Blicken rechnen. Am Ende bleibt die Frage: Hosentasche oder Krankenhaus? Der Mobi Fold beantwortet sie mit einem Augenzwinkern.