Das Aus nach 29 Tagen
Wie Kotaku berichtet, schließt das Entwicklerstudio hinter Luna Abyss seine Pforten. Die Schließung erfolgt weniger als 30 Tage nach dem Launch auf PC und Xbox Game Pass. Das Team erhält keine zweite Chance.
Ein Cosmic-Horror-Juwel
Luna Abyss machte sich direkt nach Release einen Namen. Der Shooter mischt psychologischen Horror mit Sci-Fi-Elementen, Kritiker hoben die dichte Atmosphäre und das unheimliche Leveldesign hervor.
- Das Gameplay und der Soundtrack erhielten Spitzenbewertungen.
- Spieler schätzten die knackige Schwierigkeit und die Story.
- Der Titel war ab Tag eins im Game Pass erhältlich.
Das Studio: Bonsai Studios
Hinter Luna Abyss steckt Bonsai Studios, ein 2018 gegründetes Indie-Team aus Helsinki. Die Kerngruppe von zwölf Entwicklern stammte von Remedy Entertainment und Housemarque, beide bekannt für atmosphärische Action-Titel.
Vor Luna Abyss veröffentlichte das Studio nur eine einzige Demo: Echoes of Nyx, ein kurzer First-Person-Explorer, der 2020 auf Steam erschien. Die Demo erreichte 4.000 positive Reviews, aber keine Vollversion.
Frühere Releases und Finanzierung
Bonsai Studios finanzierte sich über drei Jahre durch einen Investment-Deal mit Gaming Founders, einem Inkubator für kleine Teams. Der Deal umfasste 1,2 Millionen Euro für die Entwicklung von Luna Abyss.
Das Spiel selbst kostete rund 900.000 Euro in der Herstellung. Die restlichen 300.000 Euro dienten als Betriebsmittel. Nach dem Launch zeigte sich: Die Game Pass-Pauschale von Microsoft deckte gerade die Marketingkosten, nicht aber die laufenden Gehälter.
Game Pass als Rettungsanker?
Der Day-One-Release im Abodienst brachte Luna Abyss rund 1,8 Millionen Spieler in den ersten zwei Wochen. Direktverkäufe auf Steam lagen bei nur 8.000 Einheiten. Bei einem Preis von 29,99 Euro bedeutete das weniger als 240.000 Euro Bruttoeinnahmen.
Microsoft zahlt für Indie-Titel im Game Pass üblicherweise Pauschalbeträge zwischen 200.000 und 500.000 Euro. In diesem Fall kamen Gerüchte über eine Nachverhandlung auf, nachdem die Spielerzahlen nach 14 Tagen stark abfielen.
Branchenkontext: Die Abofalle
Vergleichbare Fälle häufen sich. 2022 schloss Sloclap nach dem Game Pass-Release von Sifu nicht, aber das Spiel verkaufte sich zusätzlich stark. Anders The Ascent: Der Cyberpunk-Shooter von Neon Giant bekam nach dem Game Pass-Deal keine Finanzierung für ein zweites Projekt.
Die Kalkulation vieler kleiner Studios basiert auf einer Mischung aus Abo-Einnahmen und Direktverkäufen. Wenn der Abo-Deal die einzige Einnahmequelle bleibt, reicht das selten für ein zweites Spiel.
Kein zweiter Versuch
Die Kotaku-Meldung bestätigt: Weder Patch noch DLC noch Fortsetzung folgen. Luna Abyss bleibt ein Einzelstück. Der letzte Gehaltscheck der zwölf Mitarbeiter war Ende August datiert. Das Studio löste sich am 1. September auf.