Fünf Hefte, ein langer Atem
MAD Magazine war über Jahrzehnte die Adresse für Popkultur-Parodien in gedruckter Form. Eine aktuelle Zusammenstellung zum Datum 29. September 2026 nimmt fünf Beiträge aus den 1990ern unter die Lupe und kommt zu einem klaren Ergebnis: Die Gags funktionieren noch. Vertreten sind Teenage Mutant Ninja Turtles, Gremlins 2, The Flintstones, The Wizard of Oz und Edward Scissorhands. Wer die Hefte heute aufschlägt, findet keine verstaubten Kalauer, sondern treffsichere Parodien auf Vorlagen, die selbst längst Klassiker sind.
Die fünf Beiträge im Überblick
- Teenage Mutant Ninja Turtles in MAD #298, Oktober 1990
- Gremlins 2 in MAD #298, Oktober 1990
- The Wizard of Oz in MAD #300, Januar 1991, besetzt mit damaligen Prominenten
- Edward Scissorhands in MAD #304, 1991
- The Flintstones in MAD #331, 1994
Warum Ausgabe 298 doppelt zählt
MAD #298 ist in dieser Auswahl der Ausreißer, denn das Heft vom Oktober 1990 enthält gleich zwei der genannten Parodien. Die Turtles und Gremlins 2 landeten in derselben Ausgabe, was für die damalige Arbeitsweise des Magazins spricht. Kinostarts wurden beobachtet, die Redaktion entschied kurzfristig, was satirisch verwertet wird. Zwei große Kinothemen in einem Heft bedeuteten für Zeichner und Autoren doppelte Arbeit bei gleichem Erscheinungstermin.
Die Namen hinter den Seiten
MAD-Parodien entstanden nie im Kollektiv, sondern als Arbeit klarer Zuständigkeiten. Zu den belegten Autoren und Zeichnern dieser Beiträge zählen Dick DeBartolo, Stan Hart, Angelo Torres, Mort Drucker und Sam Viviano. DeBartolo und Hart standen für die Textseite, also Aufbau, Pointe und Reimform. Drucker, Torres und Viviano lieferten die Karikaturen, die Figuren erkennbar hielten und gleichzeitig überzeichneten. Genau diese Trennung von Skript und Zeichnung erklärt, warum die Seiten auch nach über dreißig Jahren lesbar bleiben.
Warum die Witze nicht verfallen
- Parodiert wurden Figuren und ihre Eigenheiten, keine Tagespolitik, die nach einem Jahr niemandem mehr etwas sagt.
- Der Humor arbeitet mit Übertreibung bekannter Szenen, nicht mit Insiderwissen über Produktionshintergründe.
- Die Zeichnungen karikieren Schauspieler und Kostüme, nicht die Technik der jeweiligen Zeit.
- Bei The Wizard of Oz wurden die Rollen mit damaligen Prominenten besetzt, ein Prinzip, das unabhängig von den konkreten Namen funktioniert.
Wichtig für die Einordnung: Bei diesen Beiträgen handelt es sich um Popkultur- und Filmparodien im MAD-Magazin, nicht um Spiele. Es gibt keine Plattformen, keinen Preis in Euro und keinen Entwickler oder Publisher im üblichen Sinn. Hinweise auf ein Game-Remaster, eine Neuveröffentlichung, Plattformlisten oder Preise existieren in der Quellenlage nicht. Wer hier nach einem kommenden Release sucht, sucht am falschen Ort: Die fünf Stücke sind Print-Beiträge, die längst erschienen sind.
Der Bogen von 1990 bis 1994
Die Auswahl spannt vier Jahre: von Oktober 1990 mit den Turtles und Gremlins 2 über Januar 1991 mit The Wizard of Oz und 1991 mit Edward Scissorhands bis zu den Flintstones in MAD #331 aus 1994. Diese Zeitspanne deckt die Phase ab, in der die Turtles und die Flintstones in Kino, Fernsehen und auf unzähligen Merchandise-Artikeln präsent waren. Eine Parodie lebt von dieser Präsenz. Ist die Vorlage überall, reicht ein einziges Panel, um das Lachen auszulösen.
Was Retro-Fans daraus mitnehmen
- Die Sammlung selbst ist ein Fenster in eine Zeit, in der Filmparodien noch wochenlang auf Kinostarts reagierten.
- Für Spiele-Fans sind die Turtles und die Flintstones interessant, weil dieselben Figuren parallel in anderen Medien liefen.
- Die Hefte sind heute Sammlerobjekte, der Zustand entscheidet über den Preis, nicht die Auflage.
- Die Namen Mort Drucker und Angelo Torres sind für Zeichner bis heute Referenzpunkte.
Ein letzter Blick in die Heftnummern
Auffällig ist die Nummerierung: Zwischen MAD #298 und MAD #331 liegen nur 33 Ausgaben und rund vier Jahre. Das Magazin erschien also monatlich und hielt dieses Tempo über Jahrzehnte durch. Wer heute ein einzelnes Heft aus dieser Reihe in die Hand nimmt, hält ein Produkt aus einer Zeit, in der Satire noch einen festen Erscheinungstermin am Kiosk hatte.