Der Timestream fluktuiert erneut: Das neueste Balance-Update für Marvel Rivals, Version 20260612, bringt gezielte Anpassungen an den Helden. Während Langstrecken-Schützen wie Star-Lord und Phoenix zurückhaltender agieren sollen, erhalten Nahkämpfer wie Rogue und Blade grünes Licht für den direkten Kontakt. Die Änderungen betreffen vor allem die Vanguard-Klasse und eine einzelne Duelistin.
Entwickler und Studio
Marvel Rivals wird von NetEase Games entwickelt, dem chinesischen Publisher, der 2022 das US-Studio Jackalope Games (später Bad Brain Games) übernahm, um Marvel-Lizenzen zu bespielen. NetEase brachte zuvor das MOBA Marvel Super War (2019) auf den Markt, das 2022 eingestellt wurde, sowie den Kartentitel Marvel Duel (2020). Das Team hinter Rivals besteht aus ehemaligen Overwatch-Entwicklern, darunter Lead Designer Mike Elliott, der zuvor bei Blizzard an Hearthstone arbeitete. Das Projekt startete 2023 als interner Prototyp, um den Markt der teambasierten Helden-Shooter zu adressieren, der seit Overwatch 2 und Valorant stark fragmentiert ist.
Was sich ändert
Die Entwickler drosseln die Durchschlagskraft von Devil Dinosaur, verbessern aber die Mobilität und Überlebensfähigkeit von Angela und Rogue. Magneto bekommt eine stärkere Ultimate-Fähigkeit, während Black Cat spürbar an Effizienz verliert.
Franchise-Hintergrund und Vergleichstitel
Marvel-Spiele mit Helden-Balancing haben eine wechselvolle Geschichte: Marvel’s Avengers (Crystal Dynamics, 2020) scheiterte unter anderem an unausgeglichenen Charakteren und mangelndem Patch-Rhythmus, das Spiel verlor 90 % seiner Spieler innerhalb von sechs Monaten. Marvel Ultimate Alliance 3 (Team Ninja, 2019) setzte hingegen auf saisonale Buffs und Nerfs, konnte aber wegen fehlender kompetitiver Modi keine langlebige Meta etablieren. Marvel Rivals hingegen orientiert sich an den Update-Zyklen von Overwatch 2 (alle sechs bis acht Wochen) und Deadlock (Valves noch unveröffentlichter Hero-Shooter). Mit 18 spielbaren Helden zum Launch und monatlichen Patches versucht NetEase, eine aktive Competitive-Szene aufzubauen, ein Modell, das Marvel Super War nicht schaffte.
Die wichtigsten Änderungen
Vanguard:
- Angela: „Assassin's Charge“-Abklingzeit von 6s auf 4s gesenkt. Schildwert in „Shielded Stance“ von 300 auf 350 erhöht, Schildregeneration von 50/s auf 60/s verbessert. Intervall zwischen Schildnutzungen von 1,5s auf 1s verkürzt.
- Devil Dinosaur: „Impact Beam“ verliert den Niederwurf-Effekt. Abklingzeit von „Buddy Barrier“ steigt von 10s auf 12s. Prozentualer Schaden pro Sekunde des Blutungseffekts fällt von 3 % auf 1,5 %.
- Magneto: Ultimate „Meteor M“ hält maximal 5s statt 4s, voll aufgeladener Schaden steigt von 300 auf 350.
- Rogue: Abklingzeit von „Fatal Attraction“ sinkt von 14s auf 12s. Energieverbrauch in „Defensive Stance“ von 60/s auf 50/s reduziert. Umwandlungsverhältnis von absorbiertem Schaden zu Energie steigt von 35 % auf 55 %.
Duelist:
- Black Cat: „Fortune“-Kosten für den Kauf von Relikten erhöht, „Fortune“-Generierung verringert. Überlebensfähigkeit und Schaden gesenkt. (Die genauen Zahlen werden im offiziellen Eintrag nicht weiter aufgeschlüsselt.)
Was Spieler beachten sollten
Der Wegfall des Niederwurfs bei Devil Dinosaur macht ihn weniger dominant im Teamkampf, Gegenspieler können ihm nun ohne Stun-Unterbrechung begegnen. Angelas verkürzte Schild-Abklingzeit erlaubt aggressiveres Vorgehen als Frontlinien-Vanguard. Roges höhere Energieumwandlung belohnt risikoaffines Spiel: wer Schaden tankt, erhält mehr Ressourcen für Konter. Black Cat verliert dagegen an Zuverlässigkeit als Mobile-Assassine; ihr Glück ist diesmal nicht auf ihrer Seite.