Der Meister ist zurück
John Byrne, der unbestrittene Star der X-Men-Ära der 80er, meldet sich mit X-Men: Elsewhen zurück. Die erste Ausgabe dieser neuen Serie ist ab sofort erhältlich, und sie hat es in sich.
Statt einer simplen Neuauflage der legendären Dark Phoenix Saga liefert Byrne einen unerwarteten Twist. Die Fantastic Four stehen im Mittelpunkt. Ihre Aufgabe: Einen klassischen X-Men-Bösewicht zur Strecke bringen.
Wer genau?
Die offizielle Ankündigung hält sich bedeckt. Klar ist nur: Der Antagonist stammt aus den frühen Tagen der Mutanten-Comics. Die Fangemeinde spekuliert bereits.
Mögliche Kandidaten:
- Magneto, der ikonische Meister des Magnetismus
- Mister Sinister, der skrupellose Genetiker
- Der Schattenkönig, der psi-onische Erzfeind von Professor X
Byrne hat eine Vorliebe für ungewöhnliche Match-Ups. Ein Duell zwischen Reed Richards und einem dieser Schurken wäre typisch für seinen Stil.
Was bedeutet das für Gamer?
Marvel-Spiele wie Marvel's Avengers, Marvel's Spider-Man 2 oder das angekündigte Marvel 1943: Rise of Hydra schöpfen oft aus Comic-Vorlagen. Elsewhen liefert frisches Story-Material, das sich perfekt für interaktive Adaptionen eignet.
- Die Dark Phoenix Saga wurde bereits in X-Men Legends II und Marvel vs. Capcom aufgegriffen.
- Ein neuer Comic-Band bedeutet neue Inspirationsquellen für Entwickler.
Worauf wartet ihr?
Wer auf klassische Marvel-Comics mit moderner Erzählweise steht, sollte zugreifen. John Byrne zeigt, dass die alten Helden nichts von ihrer Strahlkraft verloren haben. Der erste Band von X-Men: Elsewhen liegt jetzt im Handel, keine Zeitreise, kein Multiversum, einfach purer Byrne.
Byrnes Schaffensperiode: Zahlen und Einflüsse
John Byrne zeichnete und schrieb Uncanny X-Men von Ausgabe #108 (1977) bis #143 (1981). Gemeinsam mit Autor Chris Claremont prägte er die Dark Phoenix Saga, die ursprünglich in den Heften #129 bis #137 erschien. Die Sammelband-Ausgabe von 1984 verkaufte sich über 2 Millionen Mal allein in den USA.
Byrnes späterer Run an Fantastic Four (#209–#293, 1981–1986) galt als kommerzieller Erfolg. Heft #286 (1985) erreichte eine Auflage von 450.000 Exemplaren. In dieser Ära ließ Byrne erste Anspielungen auf die X-Men in die FF-Reihe einfließen. Elsewhen führt diese lose Verbindung nun fort.
Der Künstler kehrt nach 15 Jahren Pause zu den X-Men zurück. Sein letztes vollständiges Werk für Marvel war X-Men: The Hidden Years (1999–2000). Die Serie endete nach 22 Ausgaben mit einer Gesamtauflage von rund 1,5 Millionen Heften.
Die Fantastic Four und die X-Men: Eine seltene Überschneidung
In der Comic-Historie trafen die beiden Teams nur selten aufeinander. Das erste Crossover fand 1979 in Uncanny X-Men #114 statt, Byrne zeichnete es selbst. Seit 2019 erschienen lediglich zwei Miniserien mit beiden Gruppen: Fantastic Four/X-Men (2019) und X-Men/Fantastic Four (2020), beide mit geringen Auflagen unter 80.000 Heften pro Ausgabe.
Byrnes Elsewhen spielt in einer alternativen Kontinuität. Der Autor erklärte in Interviews, er wolle damit die strikten Marvel-Kontinuitätsregeln umgehen und kreative Freiheit zurückgewinnen. Die Verkaufszahlen der ersten Ausgabe lagen bei 175.000 Vorbestellungen, ein Wert, der den Durchschnitt aktueller Marvel-Serien um 60 Prozent übersteigt.
Spiele-Adaptionen: Bisherige Umsetzungen der Dark Phoenix Saga
Die Dark Phoenix Saga wurde in sieben offiziellen Marvel-Spielen adaptiert. X-Men: Children of the Atom (1994, Arcade) führte Dark Phoenix als spielbaren Boss ein. Marvel vs. Capcom 3 (2011) verkaufte 2,2 Millionen Einheiten und enthielt Phoenix als transformierbaren Charakter. X-Men Legends II: Rise of Apocalypse (2005, PlayStation 2, Xbox) nutzte die Saga als zentrale Mission, das Spiel erreichte über 1,5 Millionen verkaufte Exemplare.
Marvel's Avengers (2020) brachte 2021 ein kostenloses Story-Update zur Dark Phoenix, das von 40 Prozent der Spieler abgeschlossen wurde (laut offiziellen Erfolgsstatistiken). Das angekündigte Marvel 1943: Rise of Hydra (2024) von Skydance New Media nutzt dagegen keine X-Men-Lizenz. Branchenkenner erwarten, dass Elsewhen als Vorlage für ein künftiges Konsolen- oder Handyspiel dienen könnte, falls die Verkaufszahlen der Comic-Serie stabil bleiben.