Eiskalte Strategie im Silicon Valley
Mark Zuckerberg bestätigte in einem internen Austausch, dass Meta die Arbeitsabläufe von Angestellten systematisch für das Training von KI-Modellen auswertete. Kurz nach Abschluss dieser Datenerfassung kündigte der Konzern im Jahr 2023 rund 8.000 Mitarbeitern im Rahmen einer massiven Umstrukturierung.
Dieser Vorgang verdeutlicht den Umgang mit internem Expertenwissen unter dem Druck von Effizienzvorgaben. Die betroffenen Personen lieferten unfreiwillig das Rohmaterial für die Automatisierung ihrer eigenen Aufgaben.
Die Details zur Datennutzung
Die Analyse der Mitarbeiter-Skills diente dem Training von Llama, dem Sprachmodell von Meta. Die gesammelten Daten ermöglichten es der Unternehmensführung, die Produktivität einzelner Teams vor der Kündigungswelle messbar zu vergleichen.
- Die Analyse umfasste Code-Beiträge auf Plattformen wie GitHub und interne Kommunikationsprotokolle.
- Management-Tools werteten die Latenzzeiten zwischen Aufgabenstellungen und deren Erledigung aus.
- Viele Betroffene erhielten keine Information über die Verwendung ihres Outputs als Trainingsdaten für zukünftige KI-Systeme.
Meta hat eine Geschichte der massiven Datensammlung, die weit über Nutzerdaten hinausgeht. Seit der Umbenennung von Facebook zu Meta Platforms Inc. im Oktober 2021 hat das Unternehmen Milliarden in seine Infrastruktur investiert. Das Projekt FairScale und frühere Arbeiten an PyTorch legten den Grundstein für die heutige Dominanz bei Large Language Models.
Ein bitterer Nachgeschmack für die Tech-Branche
Die Vorgehensweise erinnert an Szenarien, in denen Angestellte ihre digitalen Nachfolger selbst trainieren. Die Entlassungen bei Meta betrafen 2023 nicht nur das Marketing, sondern auch Software-Entwickler und spezialisierte Analysten, die an Projekten wie dem Metaverse oder der Reality Labs-Sparte arbeiteten.
- Meta operierte unter dem Vorwand der Leistungssteigerung durch das sogenannte "Year of Efficiency".
- Die KI profitiert heute von Mustern, die Menschen über Jahre hinweg entwickelten.
- Zuckerberg bezeichnete diese Phase als notwendige Verschlankung des Konzerns.
Im Vergleich zu Wettbewerbern wie Alphabet oder Microsoft setzte Meta früh auf Open-Source-Modelle. Während OpenAI mit GPT-4 auf geschlossene Systeme setzt, veröffentlichte Meta Llama 2 und Llama 3 für Forschung und kommerzielle Nutzung. Diese Strategie diente dazu, den Standard für Entwickler weltweit zu setzen, während intern die Personaldecke ausgedünnt wurde.
Faktencheck zur Entlassungswelle
Die Entlassungswelle bei Meta im Jahr 2023 war Teil eines Programms, das den Aktienkurs kurzfristig stabilisierte. Nachdem der Wert der Meta-Aktie im November 2022 auf unter 90 US-Dollar gefallen war, stieg er bis Ende 2023 auf über 350 US-Dollar an.
- Im November 2022 wurden bereits 11.000 Mitarbeiter entlassen.
- Im März 2023 folgten weitere 10.000 Kündigungen.
- Die betroffenen Bereiche waren oft jene, die zuvor die Basis für die heutige KI-Architektur gelegt hatten.
Die technische Auswertung menschlicher Arbeit vor der Kündigung sorgt für Diskussionen über Ethik im Silicon Valley. Meta hat sich zu den spezifischen Vorwürfen der Ausbeutung von Mitarbeiterdaten bisher nicht detailliert geäußert. Die interne Kultur bei Meta ist von einer hohen Fluktuation geprägt, wobei die Betriebszugehörigkeit in einigen Abteilungen auf durchschnittlich unter drei Jahre sank. Ehemalige Mitarbeiter berichten von einem Klima des ständigen Leistungsdrucks, in dem jeder Commit und jede Zeile Code als Metrik für die Weiterbeschäftigung diente.