Vier Jahrzehnte voller Kopfgeldjäger-Action
Metroid startete 1986 auf dem Nintendo Entertainment System (NES). Gunpei Yokoi, der bereits den Game Boy und Game & Watch entwickelte, leitete das Projekt bei Nintendo R&D1. Das Team ließ sich von den Filmen Alien und Blade Runner inspirieren, was die düstere Atmosphäre und das isolierte Setting prägte.
Der erste Teil führte ein nicht-lineares Leveldesign ein, das Spieler zur Navigation durch ein Labyrinth aus Gängen zwang. Statt direkter Wegweiser dienten Upgrades wie der Morph Ball als Schlüssel für gesperrte Areale. Diese Struktur inspirierte später das Subgenre Metroidvania, dessen Name sich direkt aus dieser Serie und Castlevania zusammensetzt.
Die Schwergewichte im Überblick
Metroid Prime (2002) entstand bei Retro Studios in Austin, Texas. Der Entwickler war zuvor ein loses Konsortium von Talenten aus der Branche, das von Nintendo unter Vertrag genommen wurde. Um den Übergang in die Ego-Perspektive zu ermöglichen, nutzte das Team eine modifizierte Engine von Quake III Arena.
Metroid Fusion (2002) entwickelte Nintendo R&D1 parallel zu Prime, jedoch für den Game Boy Advance. Es fokussierte sich auf ein strikteres Pacing, um die technische Leistungsfähigkeit des Handhelds für präzise Skript-Sequenzen zu nutzen.
Metroid Dread (2021) stellt die erste originale 2D-Episode seit 19 Jahren dar. MercurySteam aus Spanien übernahm die Entwicklung, nachdem das Studio bereits das Remake Metroid: Samus Returns (2017) für den Nintendo 3DS umsetzte. Die Bewegung von Samus Aran in diesem Teil basiert auf einer deutlich höheren Framerate und komplexeren Input-Puffern als in den Vorgängern.
- Super Metroid (1994, SNES): Gilt als technischer Höhepunkt der 16-Bit-Ära, da es das Storytelling ohne Textfenster durch Umgebungsgrafik perfektionierte.
- Metroid Prime: Erhielt 2023 ein technisches Remaster für die Nintendo Switch, das Texturen und Beleuchtung grundlegend überarbeitete.
- Metroid Dread: Nutzt die E.M.M.I.-Roboter als unbesiegbare Verfolger, was das Spieltempo durch Stealth-Elemente rhythmisch verändert.
Einordnung der Spin-offs
Metroid Prime Pinball (2005) entstand bei Fuse Games. Das Studio spezialisierte sich auf Flipper-Adaptionen und nutzte die physikalischen Eigenschaften des Morph Ball als Spielmechanik.
Metroid Prime Hunters (2006) für den Nintendo DS diente als Technologiedemonstration für die Online-Fähigkeiten des Handhelds. Nintendo Software Technology implementierte hier ein komplexes Mehrspieler-System mit sieben verschiedenen Kopfgeldjägern.
Metroid Prime Federation Force (2016) polarisierte die Fangemeinde durch den Verzicht auf Samus Aran als spielbaren Charakter. Die Entwicklung bei Next Level Games setzte auf einen kooperativen Shooter-Ansatz für bis zu vier Spieler. Das Studio wurde 2021 vollständig von Nintendo übernommen und zeichnete zuvor für Luigi’s Mansion 3 verantwortlich.
- Metroid Prime Pinball: Verkaufte sich mit dem DS Rumble Pak im Bundle, um haptisches Feedback bei Kollisionen zu simulieren.
- Metroid Prime Hunters: Nutzte den Touchscreen für die Zielerfassung, was eine Umstellung der gewohnten Handhabung erforderte.
- Metroid Prime Federation Force: Verwendete den Grafikstil aus Metroid Prime Blast Ball, einer Minispiel-Demo für die E3 2015.
Unser Fazit zur Serie
Die Serie verkaufte sich über die Jahrzehnte hinweg etwa 20 Millionen Mal. Im Vergleich zu Reihen wie Mario oder Zelda sind die Absatzzahlen moderat, was den speziellen Nischenstatus unterstreicht. Dennoch investiert Nintendo weiterhin in die IP, da die Marke als wichtiges Aushängeschild für technische Experimente dient.
Die Identität der Reihe definiert sich über die Abwesenheit von Dialogen. Die Erzählweise findet stattdessen durch die Architektur der Spielwelt statt. Spieler, die eine hohe Dichte an Texten bevorzugen, finden in anderen Action-RPGs eine andere Art von Unterhaltung.
Das Ranking der Titel schwankt in der Community vor allem zwischen Super Metroid und Metroid Prime. Während Veteranen die Freiheit in der 2D-Struktur bevorzugen, schätzen neue Spieler die immersiven Umgebungsdetails der 3D-Ableger. Die technische Konsistenz über die verschiedenen Hardware-Generationen hinweg bleibt das auffälligste Merkmal der gesamten Historie.