Rekordgewinne und düstere Aussichten für Käufer
Micron hat Rekordgewinne gemeldet und erwartet, dass die Preise für Speicherchips in den kommenden Jahren weiter steigen. Das Unternehmen rechnet mit einer anhaltenden Verknappung am Markt, die bis mindestens 2027 oder 2028 andauern soll. Für Gamer bedeutet das: RAM-Riegel und SSDs könnten teuer bleiben. Die Meldung stammt vom 1. Oktober 2026.
Die konkreten Aussagen im Überblick
- Micron meldet Rekordgewinne für das abgelaufene Geschäftsjahr
- Das Unternehmen erwartet weiter steigende Preise für DRAM und NAND
- Die Angebotsknappheit soll bis mindestens 2027/2028 anhalten
- Als Haupttreiber gilt die KI-getriebene Nachfrage nach Speicherchips
- Eine Entspannung am Markt ist laut Micron nicht in Sicht
Wer ist Micron?
Micron Technology ist einer der größten Hersteller von DRAM- und NAND-Speicherchips weltweit. Das Unternehmen mit Sitz in Boise, Idaho, wurde 1978 gegründet und beliefert Hersteller von Grafikkarten, SSDs, Smartphones und Spielkonsolen. Zusammen mit Samsung und SK Hynix gehört Micron zu den drei großen DRAM-Produzenten. Die aktuelle Meldung bezieht sich auf den Großhandel und die Chip-Preise, nicht auf Endkundenpreise in Euro.
KI als Preistreiber
Die Nachfrage nach KI-Beschleunigern treibt den Bedarf an HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) in die Höhe. HBM wird in KI-Chips von Nvidia, AMD und anderen Herstellern verbaut. Micron ist einer von wenigen Anbietern dieser Spezialchips. Die Produktionskapazitäten sind begrenzt, deshalb fließen immer mehr Ressourcen in HBM statt in Consumer-DDR5. Für Spieler bleibt dadurch weniger Speicher übrig.
Was das für Gamer bedeutet
- DDR5-RAM könnte im Preis weiter steigen
- SSDs mit NAND-Speicher werden möglicherweise teurer
- Grafikkarten mit viel VRAM könnten Preiserhöhungen erfahren
- Konsolen wie PlayStation 5 und Xbox Series X sind von Speicherpreisen abhängig
- Der Gebrauchtmarkt für RAM und SSDs könnte an Bedeutung gewinnen
Speicherpreise: Ein zyklisches Geschäft
Der Speichermarkt war schon immer von starken Schwankungen geprägt. Auf Phasen mit Überangebot und niedrigen Preisen folgen Phasen der Verknappung. Micron erwartet nun, dass die aktuelle Knappheit länger anhält als in früheren Zyklen. Die KI-Nachfrage könnte den Markt dauerhaft verändern. Ob sich die Preise jemals wieder auf das Niveau von 2023 bewegen, ist offen.
Frühere Preiszyklen im Rückblick
- In der Vergangenheit gab es immer wieder Phasen mit stark steigenden RAM-Preisen
- Auf Höchststände folgten meist Jahre mit fallenden Preisen
- Die aktuelle Situation unterscheidet sich durch die KI-Nachfrage
- Micron geht davon aus, dass sich der Markt bis 2027/2028 nicht entspannt
- Für Hardware-Käufer sind das keine guten Aussichten
Einordnung und offene Fragen
Micron nennt keine konkreten Europreise für Endkunden. Die Formulierung von der „AI bubble popping“ stammt aus der Zusammenfassung der Meldung, nicht von Micron selbst. Es gibt keine offizielle Bestätigung dafür, dass eine KI-Blase platzt. Für Spieler bleibt abzuwarten, wie stark die steigenden Chip-Preise bei RAM, SSDs und Grafikkarten ankommen. Fest steht: Micron verdient derzeit prächtig an der Knappheit.