Microsofts Kahlschlag trifft Obsidian hart
Ein entlassener RPG-Veteran, der zuvor an Dragon Age und Mass Effect mitgewirkt hat, macht seinem Frust Luft. Er spricht von „den Microsoft-Opferritualen“, und meint damit die jüngste Entlassungswelle bei Obsidian Entertainment.
Berichten zufolge wurden rund 25 Prozent des Studios abgebaut. Das bestätigen mehrere Quellen übereinstimmend. Obsidian selbst hält sich bislang bedeckt.
Wer ist betroffen? Die Faktenlage
- Der Veteran arbeitete zuvor bei BioWare, später bei Obsidian.
- Er wurde im Zuge der Kündigungswelle entlassen.
- Von den Entlassungen sind angeblich alle Abteilungen betroffen: Entwicklung, Design, QA.
- Ob auch Schlüsselprojekte wie Avowed oder The Outer Worlds 2 personelle Einbußen hinnehmen müssen, ist unklar.
Warum dieser Schritt? Keine offizielle Begründung
Microsoft hat sich zu den Vorgängen bei der hauseigenen Tochter nicht geäußert. Der entlassene Veteran deutet an, dass es sich um „rituelle“ Einsparungen handelt, ein wiederkehrendes Muster nach Akquisitionen.
Obsidian war 2018 von Microsoft übernommen worden. Seitdem gab es bereits kleinere Umstrukturierungen. Dieses Mal leert sich jedoch der Flur fühlbarer.
Ein herber Verlust für die RPG-Szene
Obsidian steht für tiefgründige Rollenspiele mit starken Dialogen. Titel wie Fallout: New Vegas, Pillars of Eternity und Pentiment haben Kultstatus.
- Viele erfahrene Entwickler verlassen das Studio.
- Die Frage ist: Werden künftige Spiele darunter leiden?
- Der Veteran selbst sucht nun nach neuen Aufgaben, die Branche hat ihn schon oft gefragt.
Es bleibt abzuwarten, ob Microsoft die Lücken füllen kann. Für die Fans fühlt sich dieser Tag an wie ein kritischer Fail-Wurf im Pen-&-Paper.
Studio-Historie: Von Black Isle zu Microsoft
Obsidian Entertainment entstand 2003 nach der Schließung von Black Isle Studios, einem Teil von Interplay. Gründer Feargus Urquhart und viele ehemalige Black-Isle-Mitarbeiter brachten Erfahrung aus Fallout 2 und Planescape: Torment mit.
Das Studio arbeitete zunächst als Auftragsnehmer für große Publisher. Fallout: New Vegas (2010) gilt als Meilenstein des post-apokalyptischen RPGs, obwohl es unter Zeitdruck und Budgetrestriktionen litt. Nach der Übernahme durch Microsoft 2018 für geschätzte 75 Millionen US-Dollar blieb Obsidian weitgehend unabhängig, bis jetzt.
Die aktuellen Projekte: Avowed und The Outer Worlds 2
Avowed, ein First-Person-RPG in der Welt von Pillars of Eternity, soll 2025 erscheinen. Das Spiel wurde bereits mehrfach verschoben. The Outer Worlds 2, der Nachfolger des 2019er-Hits, ist noch ohne konkretes Datum.
Beide Projekte benötigen erfahrene Entwickler. Der Verlust eines Viertels der Belegschaft, Schätzungen zufolge etwa 50 von 200 Mitarbeitern, könnte diese Veröffentlichungen verzögern oder die Qualität beeinträchtigen. Offizielle Stellungnahmen von Microsoft oder Obsidian fehlen.
Vergleichbare Entlassungen im Xbox-Umfeld
Microsoft hat seit Oktober 2023 insgesamt rund 2.500 Stellen in der Gaming-Sparte gestrichen. Betroffen waren unter anderem 343 Industries (Halo), Bethesda Game Studios und Activision Blizzard.
- Im Januar 2024 entließ Microsoft 1.900 Mitarbeiter aus der Xbox-Abteilung.
- Bethesda verlor im Mai 2024 ein ganzes Team, darunter das Arkane Austin-Studio.
- Obsidian blieb bislang verschont, dieser Schritt bricht mit der bisherigen Schonung.
Der entlassene Veteran spricht von einem Muster: Nach Akquisitionen folgen „Opferrituale“, um Budgets zu bereinigen, bevor neue Projekte starten. Analysten vermuten, dass Microsoft die Rentabilität jedes Studios prüft und Überkapazitäten abbaut.
Zahlen und Daten zur Studio-Größe vor den Entlassungen
Vor der Welle beschäftigte Obsidian laut Branchenquellen rund 200 bis 250 Festangestellte. 25 Prozent entsprechen also 50 bis 63 Personen.
- 2020 zählte das Studio etwa 150 Mitarbeiter.
- 2022 stieg die Zahl durch Einstellungen für Avowed auf über 200.
- In der Unternehmensdatenbank von Washington State lag der Wert 2023 bei 200.
Eine solche Reduktion ist für ein Studio dieser Größe schwer zu kompensieren. Vor allem die Abgänge von Veteranen mit BioWare- und Black-Isle-Erfahrung wiegen.
Der entlassene Entwickler arbeitete zuvor an Dragon Age: Origins (2009) und Mass Effect 2 (2010) bei BioWare. Sein Abgang bei Obsidian ist ein weiterer Verlust für ein Studio, das bereits viele BioWare-Talente verloren hat.