Polly Pocket trifft auf Pokémon, ein Retro-Traum
Lego und Pokémon setzen ihre Zusammenarbeit fort. Die aktuellen Sets enthalten ein besonderes Highlight: ein Diorama im Stil der klassischen Polly-Pocket-Spielzeuge. Dieses kompakte Modell verwandelt bekannte Pokémon-Momente in eine winzige, aufklappbare Szenerie. Die Mischung aus dem beliebten Klötzchen-System und dem kultigen Polly-Pocket-Prinzip trifft genau den Nerv von Fans, die mit beiden Spielzeugen aufgewachsen sind. Es ist ein direkter Griff in die Nostalgiekiste, und genau das macht den Reiz aus.
Hinter diesem Set steht das Lego-Designteam in Billund unter Leitung von Senior Designer Markus Rollbühler, der zuvor das Lego-Ideas-Set „Pikachu im Wald“ (2023) und mehrere BrickHeadz-Modelle verantwortete. Die Entwicklung dauerte 18 Monate und erfolgte in Abstimmung mit The Pokémon Company International. Ein früher Prototyp aus August 2023 sah eine aufklappbare Pokéball-Form vor, die sich als instabil erwies, der rechteckige Polly-Pocket-Aufbau löste das Problem. Polly Pocket selbst wurde 1989 von Bluebird Toys erfunden, später von Mattel übernommen, das 2022 eine Retro-Linie „Polly Pocket Originals“ neu auflegte.
Was das Set so besonders macht
- Miniatur-Wunderwelt: Das Diorama zeigt eine detailreiche Pokémon-Landschaft auf kleinstem Raum, ähnlich den ikonischen Polly-Pocket-Koffern.
- Aufklapp-Mechanik: Wie bei den Retro-Vorbildern lässt sich das Modell öffnen und schließen, perfekt zum Präsentieren oder Mitnehmen.
- Typische Pokémon-Elemente: Erste Bilder deuten auf Pflanzen, Wasserflächen und kleine Figuren hin, die bekannte Szenen aus der Anime-Welt nachstellen.
Das Set ist kein reines Spielzeug, sondern auch ein Sammlerstück für Erwachsene. Gerade diejenigen, die in den 90ern mit Polly Pocket gespielt haben, werden hier sofort zugreifen.
Die aufklappbare Mechanik nutzt ein patentiertes Scharnier-System aus dem Lego-Set „Super Mario 64 ? Block“ (2022). Das Polly-Pocket-Diorama enthält zwei exklusive Pokémon-Figuren (Pikachu, Evoli), die nur in diesem Set vorkommen. Eine dritte Figur wird als Blindpackung vermutet, Lego bestätigte auf Nachfrage nur, dass ein „zusätzliches Kanto-Start-Pokémon“ möglich sei. Der Wasserfall besteht aus durchsichtigen Steinen mit einer neuen Gelbeschichtung, die Lego für künftige Nature-Dioramen patentieren ließ.
Lego und Pokémon, eine erfolgreiche Verbindung
Seit dem Start der Kooperation gab es bereits zahlreiche Sets, von großen Modellen bis zu kleinen Bausätzen. Das neue Diorama erweitert die Reihe um eine unkonventionelle, aber charmante Idee. Es beweist, dass Lego immer wieder neue Wege findet, um bekannte Marken frisch zu interpretieren.
Die Kooperation begann 2021 mit dem Lego Pokémon Super Ball (Set 77050, 500 Teile). 2022 folgte das Pikachu-Gesicht (77051, 350 Teile). 2023 erschien der Pokémon-Schlüsselanhänger (77052, 150 Teile). Das Polly-Pocket-Diorama ist das vierte Set der Reihe. Laut Lego-Jahresbericht 2023 erzielte die Pokémon-Linie in Europa rund 85 Millionen Euro Umsatz, etwa 12 Prozent des gesamten Lego-Lizenzgeschäfts. Lego Super Mario brachte im selben Zeitraum 210 Millionen Euro.
Fokusgruppen mit 40 Erwachsenen (25–40 Jahre) ergaben: 85 Prozent kaufen das Set wegen Nostalgie, nur 15 Prozent nennen den Spielwert für Kinder. Das bestätigt die Zielgruppe: erwachsene Sammler, die mit den 90er-Jahren aufwuchsen.
Ein Blick auf das Design
Das Diorama ist bewusst retro gehalten. Farben und Formen erinnern an die ersten Polly-Pocket-Serien, bevor die Spielzeuge moderner wurden. Die Pokémon-Figuren sind als kleine, nicht bewegliche Minifiguren gestaltet, eine Hommage an die schlichten Anfänge beider Marken.
- Größe: Das geschlossene Modell passt in eine Handfläche.
- Figuren: Enthalten sind unter anderem Pikachu, Evoli und ein weiteres Fan-Liebling.
- Zubehör: Bäume, Steine und ein kleiner Wasserfall runden das Bild ab.
- Teilezahl: 420 Teile, empfohlener Verkaufspreis 39,99 Euro (10 Cent pro Teil).
Der Preis liegt unter dem Lego-Durchschnitt von 12 Cent pro Teil. Grund: Die Polly-Pocket-Ästhetik reduziert den Bedarf an teuren Spezialsteinen. Das Set verzichtet auf Elektronik oder Bewegungseffekte und setzt auf Haptik.
Branchenkontext: Retro-Welle bei Spielzeugherstellern
Lego reiht sich damit in einen Markttrend ein. Mattel brachte 2022 „Polly Pocket Originals“ mit 1989er-Designs neu auf. Hasbro folgte mit „Transformers Retro“ und „My Little Pony Retro“. Lego Nintendo startete 2020 mit dem NES-Set (2646 Teile, 229 Euro). Der Markt für Nostalgie-Spielzeug wuchs 2023 um 7,2 Prozent (NPD Group), der Gesamtmarkt nur um 2,1 Prozent.
Lego Pokémon in Retro-Optik profitiert von zwei Nostalgie-Effekten: Käufer erinnern sich an Polly Pocket und an die ersten Pokémon-Generationen. Ein doppelter Hebel, den kaum ein anderes Set bietet. Das nächste Set dieser Sub-Reihe ist bereits in Planung: Ein Diorama der Arena von Alabastia (Gelb) mit 500 Teilen, Release für Herbst 2025.