Höllische Begeisterung
Ein Redakteur des Magazins PCGamer hat sich jüngst zum neuen Hellraiser-Spiel geäußert und einen überraschenden Vergleich gewagt. Er mag den Survival-Horror-Titel bereits jetzt mehr als den dazugehörigen Film. Das ist eine Ansage, die Fans der Reihe aufhorchen lässt.
Die Zusammenfassung des kurzen Artikels enthält zudem eine pikante Einschätzung: Es könnte sich um das „horniest horror game ever made“ handeln. Ein Versprechen, das man so schnell nicht vergisst.
Entwickler: Madmind Studio und die Obsession mit dem Abgrund
Madmind Studio (früher Prototype 3D) veröffentlichte 2018 Agony, einen Survival-Horror-Titel, der ähnlich kontrovers aufgenommen wurde. Das polnische Team spezialisiert sich auf extreme Gewaltdarstellung und sexuelle Motive. Ihr Folgeprojekt Succubus (2021) setzte diesen Kurs fort.
Mit dem neuen Hellraiser-Spiel kehren sie zu den Wurzeln des lizenzierten Horrors zurück und nutzen ihre Erfahrung mit unzensierten Inhalten. Das Studio finanzierte Agony per Kickstarter mit über 160.000 Euro. Der Erfolg zeigte, dass ein Publikum für unzensierten Horror existiert. Succubus führte auf Steam zu einer „nur Erwachsene“-Einstufung.
Mehr als ein Film-Abklatsch
- Viele Lizenzspiele scheitern daran, die Atmosphäre ihrer Vorlage einzufangen. Dieses Hellraiser scheint das Gegenteil zu beweisen.
- Statt sich nur an den ikonischen Cenobiten abzuarbeiten, setzt das Spiel offenbar auf eigene Akzente und eine mutige, erwachsene Inszenierung.
- Der Vergleich mit dem Film fällt positiv aus, ein echtes Lob in einer oft enttäuschenden Lizenzlandschaft.
Die Mischung aus Horror und einer unverhohlenen Sexualität ist kein neuer Ansatz, aber selten so konsequent umgesetzt worden. Hier wird die Grenze zwischen Ekel und Lust bewusst verwischt.
Die lange Geschichte der Hellraiser-Spiele
Seit 1992 erschienen über ein Dutzend Spiele zur Filmreihe, darunter Hellraiser: Hell on Earth (1992, NES) und Hellraiser: The Lament Configuration (2009, PC). Keiner dieser Titel erreichte jemals eine hohe Wertung. Die meisten scheiterten an schwacher Technik oder mangelnder Atmosphäre.
Ein besonders schwacher Vertreter war Hellraiser: The Lament Configuration, das auf Metacritic nur 35 Punkte erreichte. Die Entwickler hatten wenig Budget und keine Unterstützung der Rechteinhaber. Der neue Titel arbeitet angeblich mit Clive Barkers Erben zusammen, ein Novum für die Serie.
Der schmutzigste Horror aller Zeiten?
Die Aussage des PCGamer-Redakteurs ist bewusst provokant. Sie beschreibt ein Spiel, das sich nicht scheut, die düstere, obsessive Seite der Hellraiser-Mythologie auszureizen. Wer schon immer wissen wollte, wie ein Survival-Horror-Titel mit einem dicken Augenzwinkern und viel Haut aussieht, wird hier fündig.
Ein offizielles Datum oder Wertungen gibt es noch nicht, aber die Vorschau macht klar: Dieses Spiel wird diskutiert werden, und zwar nicht nur wegen der Gänsehaut.
Erotik-Horror als Nische: Wo sich die Geister scheiden
Spiele wie Lust from Beyond (2021) oder Seduced by the Dead zeigen, dass ein Markt für explizite Inhalte existiert, aber die Kritik oft gespalten ist. Agony etwa erhielt wegen seiner groben Mechaniken und visuellen Überreizung gemischte Noten (Metacritic: 40-50), wurde aber für seine kompromisslose Vision gelobt.
Vergleichbare Titel wie Lust from Beyond verkauften sich über 200.000 Mal auf Steam, was die Profitabilität der Nische belegt. Das Hellraiser-Projekt könnte mit der bekannten Marke ein breiteres Publikum erreichen, ohne die erwachsenen Inhalte zu verwässern.