Neuer kreativer Kopf für Overwatch
Justin Richmond übernimmt die Position des Franchise Creative Director für Overwatch. Er verließ Naughty Dog im Jahr 2014 nach dem Abschluss von Uncharted 3: Drake’s Deception, einem Titel, der sich weltweit über 6 Millionen Mal verkaufte.
Bei Naughty Dog prägte Richmond die cineastische Erzählweise, die später den Standard für Sony-Exklusivtitel definierte. Seine Arbeit an Uncharted 3 fokussierte sich auf die Balance zwischen interaktiven Schießereien und geskripteten Set-Pieces.
Die Anzeichen für eine Adaption
Blizzard hat seit dem Start von Overwatch im Jahr 2016 eine konsistente Strategie der narrativen Erweiterung verfolgt. Die Produktion von über 20 animierten Kurzfilmen kostete das Studio schätzungsweise Millionenbeträge pro Episode.
- Die Kurzfilme zum Charakter Bastion oder The Last Bastion generierten zweistellige Millionen-Aufrufe auf YouTube.
- Das Story-Team um Autor Michael Chu verfasste seit 2016 diverse digitale Comics und Kurzgeschichten.
- Mit der Umstellung auf Overwatch 2 im Jahr 2022 trennte sich Blizzard von der reinen Multiplayer-Fokussierung und kündigte PvE-Inhalte an.
Der kommerzielle Erfolg von Arcane (Netflix/Riot Games) veränderte die Erwartungen innerhalb von Activision Blizzard. Arcane erreichte Platz 1 der Netflix-Charts in 52 Ländern und gewann 2022 den Emmy als beste Animationsserie.
Was wir über Richmond wissen
Richmond war nach seinem Abschied von Naughty Dog als Director of Projects bei Riot Games tätig. Dort arbeitete er an der strategischen Expansion von League of Legends in mediale Zweige.
- Er beobachtete aus nächster Nähe, wie aus einem MOBA eine transmediale Marke mit Musikvideos, Merchandise und Serien entstand.
- Bei seinem Wechsel zu Blizzard bringt er dieses Wissen über die Lizenzverwertung ein.
- Die Struktur von Overwatch mit seinen 40 Helden bietet bereits ein festes Fundament für eine episodische Erzählweise.
Bisher existiert kein offizielles Produktions-Dashboard für einen Overwatch-Film oder eine Serie. Die Personalentscheidung korreliert jedoch mit der neuen Ausrichtung unter Microsoft, das seit der Übernahme von Activision Blizzard verstärkt auf IP-Verwertungen setzt.
Der Blick in die Zukunft
Die Integration von Richmond zielt auf eine langfristige Markenpflege ab. Overwatch soll als Produktlinie breiter aufgestellt werden, um die Abhängigkeit von saisonalen In-Game-Käufen zu verringern.
- Konkurrenzformate wie Cyberpunk: Edgerunners von CD Projekt Red belegen die direkte Korrelation zwischen Serien-Release und Spielerzahlen.
- Die Spielerzahlen von Cyberpunk 2077 stiegen nach dem Start der Serie auf Netflix sprunghaft an.
- Blizzard plant für Overwatch 2 eine engere Verzahnung von Story-Updates und kosmetischen Inhalten, die direkt auf die Hintergrundgeschichte der Helden referenzieren.
Die aktuelle Planung sieht vor, die erzählerischen Lücken zwischen den einzelnen Helden-Biografien zu schließen. Die laufenden Updates für Overwatch 2 dienen als Testumgebung für neue narrative Formate, die in kommenden Produktionen aufgegriffen werden könnten. Investorenberichte von Microsoft erwähnen seit der Übernahme regelmäßig das Ziel, hauseigene Marken über das Medium Spiel hinaus zu monetarisieren. Bisher wurden keine konkreten Zeitpläne für eine Veröffentlichung außerhalb der Gaming-Plattformen kommuniziert.