Trauer um Sir Patrick Stewart
Der britische Schauspieler Sir Patrick Stewart ist tot. Wie am 29. Oktober 2026 über seine offiziellen Kanäle mitgeteilt wurde, starb er bereits am 28. Oktober 2026 in seinem Haus in Los Angeles, im Alter von 86 Jahren. An seiner Seite war laut der Mitteilung seine Frau Sunny. Als Todesursachen werden eine kurze, schwere Erkrankung an Alzheimer und Lewy-Body-Demenz genannt. Für Gamer ist der Verlust größer als eine Schlagzeile aus der Filmwelt, denn Stewart war über Jahrzehnte auch eine der markantesten Stimmen in Rollenspielen.
Die offizielle Mitteilung
- Die Erklärung auf seinem Instagram-Account spricht von „großer Trauer” über den Tod des Schauspielers.
- Stewart sei „in der liebevollen Obhut seiner geliebten Frau Sunny” gestorben, heißt es in dem Text.
- Die Familie beschreibt die letzten Stunden als von Live-Musik, Gebet, Tränen und Lachen begleitet.
- Ausdrücklich wird sein „unbesiegbares Auftreten” gewürdigt, das man bis zuletzt an ihm habe sehen können.
Der Wortlaut ist ungewöhnlich persönlich für eine Todesanzeige. Ein unabhängiger zweiter Nachweis liegt in den vorliegenden Berichten nicht vor; belegt sind die offizielle Mitteilung und die übereinstimmende Berichterstattung.
Vom Theater zum Raumschiff
Stewart kam aus der Royal Shakespeare Company und spielte jahrzehntelang Klassiker, bevor ihn Star Trek: The Next Generation ab 1987 weltweit bekannt machte. Als Captain Jean-Luc Picard prägte er sieben Serienstaffeln und mehrere Kinofilme, zuletzt kehrte er für die Serie Star Trek: Picard zurück. Parallel wurde er für eine jüngere Generation zum Charles Xavier in der X-Men-Reihe. Diese Doppelrolle aus ernstem Kommandoton und väterlicher Autorität ist der Grund, warum ihn die Spielebranche überhaupt buchte.
Der Kaiser von Cyrodiil
In The Elder Scrolls IV: Oblivion von Bethesda Game Studios sprach Stewart den Kaiser Uriel Septim VII. Es ist eine kleine Rolle mit großer Wirkung: Sein Auftritt eröffnet das Spiel, die Flucht durch die Kanalisation setzt die gesamte Haupthandlung in Gang. Das Rollenspiel erschien im März 2006 für PC und Xbox 360 und gilt bis heute als einer der einflussreichsten Open-World-Titel. Stewart lieh dem sterbenden Herrscher genau jene ruhige Würde, für die er auf der Bühne berühmt war, und wurde damit für viele Spieler zum ersten Gesicht der Serie.
Zobek und die dunkle Seite
Weniger bekannt, aber ebenso prägend: In Castlevania: Lords of Shadow und dessen Nachfolger übernahm Stewart die Rolle des Zobek, jenes undurchsichtigen Verbündeten, der die Geschichte als Erzähler begleitet. Das Spiel von MercurySteam erschien 2010 bei Konami, der zweite Teil folgte 2014. Die Neuinterpretation der Castlevania-Saga setzte stark auf cinematische Inszenierung und hochkarätige Sprecher. Stewart sprach in beiden Teilen und lieferte damit einen der wenigen Fälle, in denen ein Shakespeare-Veteran eine tragende Figur in einem Actiontitel formte.
Stimme zwischen den Welten
- The Elder Scrolls IV: Oblivion (Bethesda Game Studios, 2006) als Kaiser Uriel Septim VII.
- Castlevania: Lords of Shadow (MercurySteam/Konami, 2010) als Zobek.
- Castlevania: Lords of Shadow 2 (MercurySteam/Konami, 2014), erneut als Zobek.
- Abseits der Spiele sprach er in The Prince of Egypt, American Dad und als Erzähler der Ted-Filme.
Für die Ted-Serie bei Peacock übernahm später sein Freund Ian McKellen die Erzählrolle. Solche Wechsel sind im Synchrongeschäft üblich, wenn ein Darsteller nicht mehr verfügbar ist. Dass die Wahl auf McKellen fiel, zeigt, in welcher Liga Stewart als Erzählstimme gehandelt wurde.
Warum diese Rollen bleiben
Stewarts Spieleauftritte waren nie Werbeverlängerungen seiner Filmkarriere. Er war in Oblivion der Mann, der eine Dynastie beendet, und in Castlevania der Erzähler, dem man nicht trauen kann. Beide Figuren funktionieren, weil seine Stimme ohne Effekte trägt: leise, präzise, mit hörbarem Theaterhandwerk. In einer Branche, die Sprecherrollen gern als Marketingargument verkauft, blieb er ein Gegenbeispiel an Zurückhaltung. Wer heute Oblivion startet, hört in den ersten Minuten einen Kaiser, der seinen eigenen Tod ankündigt, gesprochen von einem Mann, der das Verlöschen auf der Bühne gelernt hat.
Ein letzter Fakt zum Schluss
Die Meldung fällt in ein Jahr, in dem The Elder Scrolls IV: Oblivion sein zwanzigjähriges Jubiläum begeht, gerechnet ab dem Release im März 2006. Stewarts Kaiser spricht in dieser Zeit weiterhin in jedem neuen Durchlauf, unabhängig davon, wie oft das Spiel neu veröffentlicht wird. Seine letzte große Serienrolle war Star Trek: Picard, deren Finale 2023 lief. Mit 86 Jahren starb er in Los Angeles, umgeben von Familie und Musik.