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Pay-per-Click bei TheGamer: Wenn Journalismus zum Glücksspiel wird
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Pay-per-Click bei TheGamer: Wenn Journalismus zum Glücksspiel wird

Der Medienkonzern Valnet führt für seine Website TheGamer ein neues Vergütungsmodell ein, das die Bezahlung von Autoren strikt an Klickzahlen koppelt.

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FatimaEzzahra Zouhoum
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Ein umstrittenes Modell für TheGamer

Der Medienriese Valnet, bekannt für den Betrieb zahlreicher Content-Farmen, hat sein Bezahlmodell für das Portal TheGamer drastisch verändert. Künftig erhalten freie Mitarbeiter kein garantiertes Honorar mehr für ihre geschriebenen Texte.

Stattdessen gilt ein neues System, bei dem die Vergütung ausschließlich von der Anzahl der erzielten Seitenaufrufe abhängt. Erreicht ein Artikel nicht die geforderte Schwelle an Klicks, geht der Autor leer aus.

Die Details der neuen Strategie

Die internen Richtlinien für die Redaktion bei TheGamer sehen nun folgende Anpassungen vor:

  • Autoren müssen eine Mindestanzahl an Aufrufen erreichen, um überhaupt eine Zahlung zu erhalten.
  • Die Abhängigkeit von sogenannten Clickbait-Titeln nimmt durch diesen Druck massiv zu.
  • Qualitätsjournalismus steht bei diesem Modell hinter der reinen Masse an Klicks zurück.

Auswirkungen auf die Gaming-Berichterstattung

Viele Branchenbeobachter kritisieren diesen Schritt als Abwertung der journalistischen Arbeit. Qualität und Recherchezeit lassen sich kaum mit der Jagd nach flüchtigen Klicks vereinbaren.

  • Hochwertige Analysen oder lange Retrospektiven zu Klassikern wie Super Mario 64 oder The Legend of Zelda werden durch dieses System wirtschaftlich unattraktiv.
  • Redakteure stehen unter einem enormen Zeitdruck, um möglichst viele Artikel pro Tag zu produzieren.
  • Der Fokus verschiebt sich weg von fundierten Inhalten hin zu Inhalten, die schnelle Emotionen oder Kontroversen erzeugen.

Ein schwieriges Signal für die Branche

Die Entscheidung von Valnet zeigt, wie stark der ökonomische Druck in der digitalen Medienwelt mittlerweile ist. Professionelle Schreiber müssen nun kalkulieren, ob ein Thema das Risiko der unbezahlten Arbeit wert ist.

Ein ähnliches System wurde bereits bei anderen Portalen des Unternehmens eingeführt. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass dies oft zu einer Flut an oberflächlichen Artikeln führt, die lediglich auf Suchmaschinen-Algorithmen optimiert sind. Die Unabhängigkeit der Berichterstattung leidet unter der ständigen Angst vor dem finanziellen Ausfall.

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